BNR-Vizegouverneur Bogdan Olteanu vorerst unter Hausarrest

Häftling Sorin Ovidiu Vîntu räumt den Einflusskauf auf Facebook ein

Dienstag, 02. August 2016

Bukarest (ADZ) – Der im Verdacht der Einflussnahme und Bestechlichkeit stehende Vizegouverneur der Notenbank (BNR) und Ex-Präsident der Abgeordnetenkammer, Bogdan Olteanu, steht unter Hausarrest – eine Instanz des Hohen Gerichts wies letzte Tage den Antrag der Antikorruptionsbehörde DNA auf Untersuchungshaft gegen den früheren Spitzenliberalen zurück und verhängte die etwas mildere verfahrenssichernde Ermittlungsmaßnahme gegen ihn. Der Befund ist nicht rechtskräftig, sowohl DNA als auch Olteanu können dagegen Rechtsmittel einlegen. Bei Verlassen des hauptstädtischen Polizeiarrests sagte Olteanu dem versammelten Reporterheer, dass er noch Anfang der Woche als Vizegouverneur der Notenbank zurückzutreten gedenke. Diese Zeit sei für ihn „eine schwere und traurige“, er hoffe, sich vor Gericht „schnellstmöglich reinwaschen“ zu können, fügte Olteanu hinzu.

Dem 45-Jährigen wirft die DNA bekanntlich vor, 2008 von dem bereits zum dritten Mal eingekerkerten zwielichtigen Großunternehmer Sorin Ovidiu Vîntu eine Million Euro gefordert und kassiert zu haben, um sich beim damaligen Regierungschef Călin Popescu Tăriceanu, als dessen Intimus er galt, für die Ernennung eines Vertrauensmannes von Vîntu, Liviu Mihaiu, zum Gouverneur des Donaudeltas einzusetzen. Eine zweite Million Euro, die laut Denunzianten ebenfalls Olteanu entgegennahm, soll dabei für Tăriceanu bestimmt gewesen sein. Aus dem Knast heraus ließ Vîntu am Sonntag indes per Facebook wissen, dass er den ihm zur Last gelegten Einflusskauf bereits eingeräumt habe: Infolge der gegen „mich sowie Bodgan Olteanu erstatteten Anzeige“ seiner früheren rechten Hand, Ion Eftime, und dessen Sohn Ionuţ habe er gegenüber der DNA alles gestanden. Ironisch entschuldigte sich der tief gefallene Unternehmer bei der politischen Klasse dafür, „nicht Manns genug gewesen“ zu sein, um „das Offensichtliche zu leugnen“, sondern „zu gestehen“, dass die für diesen Einflusskauf benutzten „Firmen und Konten mir gehören“.

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