Börse apathisch, Industriebetrieb weckt Hoffnungen bei Anlegern

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 26. Februar 2013

Apathie herrschte zuletzt am Bukarester Aktienmarkt vor. Zwar war der Tagesumsatz am vergangenen Freitag mit umgerechnet 6,8 Millionen Euro noch recht hoch, im Vergleich zu den Vortagen, doch insgesamt lag der Tagesdurchschnitt mit umgerechnet 3,9 Millionen Euro unter dem der Vorwoche (4,3 Millionen Euro). Die Marktkapitalisierung stagnierte im Durchschnitt bei 22,9 Milliarden Euro. Allerdings zeigt ein Blick auf die Kursentwicklung der Aktien: Zwar schlossen viele Aktien im Plus, doch die Gewinne fielen eher moderat aus. Der Umsatz mit Anleihen war in der vergangenen Handelswoche höher als in der Woche zuvor. Insgesamt wurden umgerechnet 0,38 Millionen Euro mit staatlichen Wertpapieren umgesetzt. Eine Spitze gab es am vergangenen Mittwoch, als 1,8 Millionen Euro damit umgesetzt wurden.

Aktien und Indizes

Auch in der vergangenen Handelswoche fehlte der Börse eine klare Richtungsvorgabe. Wie in den vergangenen zwei Wochen schlossen die Indizes erneut uneinheitlich. Während der BET-und der ROTX-Index ins Plus drehten, schloss der Energiewerte-Index BET-NG im Minus. Der Markt, vertreten durch den BET-C-Index, konnte die Woche freundlich schließen. Allerdings fiel der Wochengewinn mit 0,2 Prozent überaus bescheiden aus. Noch in der Woche zuvor war der Index um 0,8 Prozent gestiegen. Immerhin konnte der Index die 3000-Punkte für eine weitere Handelswoche halten.
Anders erging es beispielsweise dem Energiewerte-Index BET-NG. Dieser konnte die 700-Punkte-Marke nicht halten und rutschte darunter, nach einem Wochenverlust von einem Prozent.

In den Wochen zuvor hatte der Index im Vergleich zum übrigen Markt überdurchschnittlich zugelegt. Diesmal halfen auch die stark gewichteten Aktien des Mineralölkonzerns Petrom (SNP, 0,4521 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) nicht weiter. Trotz Gewinn von 885,5 Millionen Euro schafften die SNP-Aktien nur ein Wochenplus von 5 Prozent. Das konnte nicht die Verluste von Rompetrol Rafinare (RRC, 0,052 Lei, ISIN ROPTRMACNOR5) von 11,7 Prozent ausgleichen. RRC-Aktien hatten in den vergangenen Wochen als Zugpferd gedient aufgrund von Spekulationen über Investitionsplänen der kasachischen Eigentümer.

Emittent der Woche

Ein Industriebetrieb schaffte es in der vergangenen Woche, das Interesse der Anleger zu erwecken. Der totgeglaubte Hersteller von Lokomotiven und großen Elektromotoren Electroputere Craiova (EPT, 0,0261 Lei, ISIN ROELPUACNOR3) legte auf Wochensicht 13,9 Prozent zu. Die Grundlage dafür ist nicht klar. Am Montag wurde bekannt, dass Electroputere im vergangenen Jahr einen Verlust von 5,5 Millionen Euro verbuchte. Der Umsatz halbierte sich fast von 45 auf 25 Millionen Euro. Ende vergangenen Jahres hatte der Eigentümer des privaten Güterbahn-Unternehmens Grup Feroviar Român den Betrieb übernommen. Nun wurde bekannt, dass der neue Eigner es in die enge Auswahl im Bieterverfahren um die profitable bulgarische noch-staatliche Güterbahn schaffte. Möglicherweise erhoffen sich Anleger so einen Schub auch für den schwächelnden Betrieb in Craiova.

Rasdaq

Nach einem ungewohnt starken Wochenauftakt, als 0,23 Millionen Euro umgesetzt wurden, verfiel der Sekundärmarkt erneut in die Lustlosigkeit, die ihn in den vergangenen Jahren gekennzeichnet hat. Der Umsatz wurde immer spärlicher, dafür legte der Hauptindex zu. Auf Wochensicht schloss der Rasdaq-C freundlicher als in den Wochen zuvor. Er legte 0,29 Prozent zu nach einem Verlust von 0,16 Prozent in der Vorwoche. Die 1500-Punkte-Marke bleibt jedoch immer noch weit entfernt.

Devisen

Euro und US-Dollar folgten den Trends der Vorwoche im Verhältnis zum rumänischen Leu. Der Euro musste weiter Federn lassen, auf Wochensicht, auch wenn der Kursrückgang überschaubar bleibt, mit 0,23 Prozent. Immerhin ist dies ein höherer Verlust als in der Vorwoche (0,19 Prozent). Ähnlich stark entwickelte sich auch der US-Dollar zum Leu, wenn auch in entgegengesetzte Richtung. Auf ein Plus von 0,4 Prozent in der Vorwoche folgte ein Zuwachs von 0,7 Prozent in der vergangenen Woche. Damit nahm der US-Dollar auch die 3,3-Lei-Hürde, während der Euro sich noch etwas weiter von der 4,4-Lei-Grenze entfernte.


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