Börse dreht ins Minus, Anleger warten wohl Berichtssaison ab

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 29. Januar 2013

Der Optimismus am Bukarester Börsenparkett scheint ins Stocken geraten zu sein. Der Hauptindex BET-C verlor zum Vorfreitag mit 1,8 Prozent so viel, wie in er in der Woche zuvor zugelegt hatte. Auch die übrigen Indizes mussten Verluste hinnehmen, am meisten verlor der Energiewerte-Index BET-NG. Der Kursverlust lag bei 2,4 Prozent, die 700-Punkte-Marke geriet somit erneut in weitere Ferne.

Nur der Finanzwerte-Index BET-FI konnte die Woche mit einem Plus von 0,3 Prozent abschließen und das obwohl drei von den insgesamt sechs Aktien, die in diesen Index hineinfließen, am vergangenen Freitag im Minus lagen. Vor Beginn der Berichtssaison ging der Tagesumsatz im Vergleich zur Vorwoche merklich zurück (minus 13 Prozent). Anleger scheinen abzuwarten, ein Run auf mögliche Dividende-Aktien ist noch nicht bemerkbar. Die Marktkapitalisierung fiel ebenfalls zurück, auf 102,17 Milliarden Lei (umgerechnet 23,42 Milliarden Euro).

Die Aktien des Chemie-Riesen Oltchim (Olt, 0,4144 Lei) traf es am härtesten in der vergangenen Woche. Nach einem gescheiterten Privatisierungsversuch im vergangenen Jahr und Verhandlungen mit dem IWF über die Zukunft des Betriebs beschloss die Regierung, das Unternehmen in die Insolvenz zu entlassen. Im vergangenen Jahr machte der Betrieb umgerechnet 86 Millionen Euro Verluste, knapp 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Oltchim gehört zu 54,8 Prozent dem Staat. Der Eintritt in die Insolvenz soll die Möglichkeit zu einer Umorganisierung des Betriebs und somit eine Zukunftschance bieten. Entlassungen und das Abstoßen von Geschäftsfeldern stehen bevor. Die Aktie verlor auf Wochensicht 30 Prozent auf ihr Allzeittief von 0,4144 Lei.

Einen Kursverlust im zweistelligen Bereich verzeichneten noch die Aktien des Maschinenherstellers Uztel SA (UZT, 1,871 Lei). Die Aktien waren Mitte Januar nach mehr als zwei Jahren wieder an den Handel zugelassen worden, nachdem ein Gericht den Umorganisierungsplan gebilligt hatte. Immerhin machte das Unternehmen in den ersten neun Monaten 2012 einen Gewinn von 1 Million Lei (etwa 0,22 Millionen Euro), nach einem Verlust von 1,9 Millionen Lei im Jahr zuvor.

Emittent der Woche

Am anderen Ende der Skala standen in der vergangenen Woche die Aktien des Hersteller von Elektrogeräten Electroargeş SA (ELGS, 0,506 Lei). Die Aktien legten auf Wochensicht 14,45 Prozent zu. Anteilseigner ist der rumänische Geschäftsmann C²t²lin Chelu, der in der Vergangenheit oft im Zusammenhang mit Aktienspekulationen aufgefallen ist. Er ist ein sehr aktiver Mitspieler an der Börse, viele seiner Beteiligungen wurden zu Spekulationsobjekten, deren Kursentwicklung kaum oder gar keinen Bezug zu ihrer wirtschaftlichen Entwicklung hatte.

Bei Electroargeş aber stimmen die Zahlen hinter den Aktien. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2012 auf 72,8 Millionen Lei um 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der Reingewinn um 55,8 Prozent auf knapp 6,5 Millionen Lei. Das Unternehmen verdient prächtig an der Kooperation mit Kärcher, dem deutschen Hersteller von Reinigungsgeräten und -systemen. 90 Prozent der Produktion werden exportiert und unter dem Namen Kärcher verkauft.

Rasdaq

Etwas mehr Bewegung gab es in der vergangenen Woche am Sekundärmarkt Rasdaq. Der Umsatz wurde durch den regulären Handel nach oben geschraubt. In der vergangenen Woche wurden so im Durchschnitt umgerechnet 0,13 Millionen Euro pro Tag umgesetzt. In der Woche zuvor waren das noch 0,11 Millionen Euro gewesen. All das aber konnte den Hauptindex Rasdaq-C nicht aufhalten, den negativen Trend der Vorwoche fortzuführen. Im Vergleich zur Woche zuvor verlor der Index sogar fast doppelt so viel: minus 3,6 Prozent. Die 1.500-Punkte-Marke gerät so in immer weitere Ferne.

Devisen

Nach fast zwei Wochen des Wertverfalls fasste sich der Euro wieder gegenüber dem rumänischen Leu. Auf Wochensicht verlor die rumänische Währung zur europäischen Gemeinschaftswährung 0,53 Prozent, das ist fast halb so viel wie der Leu in der Woche zuvor zugelegt hatte. Der US-Dollar hingegen schloss die Devisenhandelswoche erneut im Minus. Allerdings lag dies mit fast 0,01 Prozent im kaum wahrnehmbaren Bereich. Weiterhin notieren aber Euro und US-Dollar auf Tiefstständen im Vergleich zum Leu. Am Montag kostete ein Euro 4,3606 Lei, ein US-Dollar lag bei 3,2483 Lei.

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