Börse dreht ins Plus, getragen von FP, SIF, Petrom und Erste

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 23. Oktober 2012

Bukarests Börse zog kräftig an in der vergangenen Handelswoche. Anscheinend war mit den Rückschlägen der Vorwoche ein positives Startsignal gegeben worden. Die Marktkapitalisierung stieg zeitweilig auf über 90 Milliarden Lei (19,8 Milliarden Euro), was auf steigende Kurse hinwies. Tatsächlich legten die meisten Aktien auch zu in der vergangenen Handelswoche.

Auch der Umsatz stieg, im Vergleich zur Vorwoche sogar um knapp 63 Prozent, auf umgerechnet 4,5 Millionen Euro an. In der vergangenen Woche kam auch wieder etwas Leben in den Handel mit Staatsanleihen. Immerhin gab es Transaktionen an drei Tagen, was den durchschnittlichen Tagesumsatz auf umgerechnet 0,26 Millionen Euro ansteigen ließ.

Indizes und Aktien

Stellvertretend für den gesamten Markt legte der BET-C-Index in der vergangenen Woche 1,9 Prozent zu. Erst am letzten Handelstag gab es einen kleinen Dämpfer. Der Hauptindex der Bukarester Wertpapierbörse schaffte es so, sich gut über 2500 Punkten zu halten. In der Rangliste der Indizes platzierte er sich mit dieser Performance nur im Mittelfeld.

Der Energiewerte-Index BET-NG versuchte ein zaghaftes Comeback, konnte aber mit einem Wochenplus von 1,8 Prozent nicht die psychologische Marke von 600 Punkten knacken. Mit einem Zuwachs von jeweils über 2 Prozent standen der ROTX- und der Liquiditäts-Index BET besser da, als der Hauptindex. Schließlich führte in der vergangenen Woche der Finanzwerte-Index BET-FI die Rangliste mit einem Wochenplus von 4,1 Prozent. Somit knackte er auch die 24.000-Punkte-Marke. Der Dämpfer am Freitag allerdings drückte den Index fast darunter.

Vor allem die SIF-Aktien trugen zum guten Abschneiden des BET-FI bei. Sie schlossen allesamt mit guten bis sehr guten Wochenergebnissen (zwischen 1,8 und 8,4 Prozent). Fondul Proprietatea (FP, 0,527 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) behauptete sich erneut als umsatzstärkste Aktie, der Kurszuwachs lag bei nur 3,2 Prozent. Ähnlich entwickelten sich auch die Aktien der Ersten Group Bank AG (EBS, 86,9 Lei, ISIN AT0000652011). Mit gewissem Abstand folgten auch die Aktien des Mineralölkonzerns Petrom (SNP, 0,414 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9).

Aktie der Woche

Die Überraschung der Woche lieferte das Bauunternehmen Dafora (DAFR, 0,0357 Lei, ISIN RODAFRACNOR5). Das Unternehmen hatte angekündigt, einen großen Auftrag in Israel abgeschlossen zu haben. Das Vertragsvolumen wurde mit 15,8 Millionen Euro angegeben, der Auftrag soll erst einmal 18 Monate laufen. Die Erwartungen sind sehr hoch, da es sich bei den Tiefbohrungen um ein reichhaltiges Ölfeld handelt, sodass mit einem Nachfolgeauftrag gerechnet wird.

Für das Unternehmen ist dies nicht der erste Auslandsauftrag, Dafora hat bereits reichhaltige Erfahrung in Afrika (Uganda, Sudan) und in Europa (Frankreich, Bulgarien, Ukraine). Dafora hatte zuletzt einen Umsatzrückgang von 16,9 Prozent auf 77,8 Millionen Lei im ersten Halbjahr angegeben (1. Hj. 2011: 96,8 Millionen Lei) und war mit 5,4 Millionen Lei in die roten Zahlen gerutscht. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn in Höhe von 2,9 Millionen Lei ausgewiesen.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt Rasdaq entwickelte sich fast unverändert zur Vorwoche. Der durchschnittliche Tagesumsatz lag fast gleichauf, bei umgerechnet 95.000 Euro – einem sehr niedrigen Wert, sogar für den nicht sonderlich aktiven freien Markt. Dabei begann die Handelswoche mit einigen Sonderdeals, die einen regen Handel verheißen wollten. Der Index legte mit 0,02 Prozent nur geringfügig zu. Nachdem er am vergangenen Dienstag nach oben ausschlug, ging er in den darauf folgenden Tagen wieder zurück.
Devisen

Die europäische Landeswährung übte auch in der vergangenen Woche weiter unaufhörlich Druck auf den rumänischen Leu aus. Dieser musste auf Wochensicht 0,33 Prozent zum Euro lassen, nachdem er sich in der Vorwoche zwar nicht wirklich hatte behaupten, doch wenigstens die Stellung gegenüber dem Euro halten können. So greift der Euro nun wieder nach der 4,6-Lei-Marke. Der US-Dollar steckte hingegen mit 0,27 Prozent leicht zurück, nachdem er in der Vorwoche fast ebensoviel zugelegt hatte.

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