Börse eher pessimistisch. Wird Zentiva von der Börse genommen?

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Die vergangene Handelswoche begann eher zurückhaltend, obwohl der Umsatz am Montag der zweithöchste der Woche war: umgerechnet knapp 15 Millionen Euro. Allerdings war fast die Hälfte davon Sonderdeals mit den Aktien zweier Emittenten zu verdanken – SIF Moldova (SIF2, 1,228 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0) und SIF Oltenia (SIF5, 2,14 Lei, ISIN ROSIFEACNOR4). Ansonsten zeichnete sich der Handelstag durch einen starken Druck auf Bankaktienaus, was zu Rückgängen von jeweils mehr als drei Prozent für Aktien der BRD (BRD, 13,7 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) und der Banca Transilvania (TLV, 2,36 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) führte. Vor allem BRD erholte sich wieder am Folgetag, als der Umsatz allerdings auf knapp 10 Millionen Euro gefallen war. Auch diesmal wurde er aber hauptsächlich von Sonderdeals getragen. Am Mittwoch schnellte der Umsatz dann auf 18,5 Millionen Euro hoch, erneut getragen von Sonderdeals mit SIF5-Aktien. Von den BET-Aktien konnten nur Nuclearelectrica (SNN, 9,89 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) und der Fonds Proprietatea (FP, 0,962 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) den Tag für sich gewinnen: plus 1,57 beziehungsweise 0,31 Prozent. Dafür verkehrte sich das Bild am Folgetag: Vor dem Hintergrund fast halbierter Umsätze (9,7 Millionen Euro), legten 10 BET-Unternehmen zu – allen voran das Telekommunikationsunternehmen Digi Communications NV (DIGI, 28,6 Lei, ISIN NL0012294474) mit einem Plus von 2,3 Prozent – und nur zwei verzeichneten Kursverluste. Die Handelswoche klang dann mit einem Umsatz von umgerechnet 5,3 Millionen Euro ab und einem Patt im BET-Index: sieben Emittenten schlossen den Handelstag mit Kursgewinnen ab, die übrigen sieben mit Verlusten.

Die Woche im Rückblick

Der Markt entwickelte sich in der vorletzten vollen Handelswoche dieses Jahres größtenteils rückläufig. Der Hauptindex BET verlor auf Wochensicht 1,27 Prozent, der BETPlus folgte mit einem Verlust von 1,23 Prozent. ROTX verlor 1,33 Prozent, der Energiewerte-Index erfuhr eine Korrektur von 1,19 Prozent. Lediglich der Finanzwerte-Index konnte in der vergangenen Woche zulegen, doch wegen des Gewinns von 0,66 Prozent schlugen die Herzen der Anleger auch nicht höher. Der Gesamtumsatz betrug 267,2 Millionen Lei (57,4 Millionen Euro), um satte 40 Prozent mehr als in der Vorwoche. Den Löwenanteil am Umsatz sicherte sich Banca Transilvania mit 19,7 Prozent, gefolgt von SIF5 mit 17,5 Prozent, aufgrund zahlreicher Sonderdeals. Gewinner der Woche war das Bauunternehmen Impact Developer & Contractor (IMP, 1 Lei, ISIN ROIMPCACNOR0) mit einem Wochenplus von 2,46 Prozent, an zweiter Stelle stand SIF5 mit plus 2,39 Prozent. Den zweithöchsten Kursverlust der Woche verzeichnete der Pipeline-Hersteller Conpet (COTE, 82,7 Lei, ISIN ROCOTEACNOR7) mit minus 3,39 Prozent, den höchsten Verlust musste die Patria Bank (PBK, 0,079 Lei, ISIN ROBACRACNOR6) verkraften (minus 3,88 Prozent). Die Marktkapitalisierung, der Wert aller an der Bukarester Börse gehandelten Aktien, lag am vergangenen Freitag bei 162,08 Milliarden Lei, das entspricht 34,8 Milliarden Euro. Der Rückgang gegenüber der Vorwoche betrug 0,95 Prozent.

Der rumänische Pharmahersteller Zentiva (SCD, 3,71 Lei, ISIN ROSCDBACNOR8; ehemals Sicomed) steht offenbar kurz vor dem Rückzug von der Bukarester Börse. Hauptaktionär Zentiva Group, mit Sitz in Prag, hält derzeit 93,2 Prozent am Unternehmen und plant ein Angebot auch für die restlichen in Streubesitz befindlichen Aktien. Sollte der Aktionär seine Beteiligung auf über 95 Prozent ausweiten können, wird er das Unternehmen von der Börse nehmen (können). Es wäre der höchste Wertverlust für die Börse, da der Marktwert des Unternehmens bei 1,5 Milliarden Lei liegt.

Devisen

Nach einer guten Woche für den rumänischen Leu folgte eine schlechte. Die rumänische Landeswährung verlor gegenüber beiden ausländischen Leitwährungen an Boden. Der Euro konnte sich gegen den Leu um 0,13 Prozent behaupten, der US-Dollar legte auf Wochensicht sogar 0,74 Prozent zu. Damit festigte der Euro seine Position jenseits der 4,65-Lei-Grenze, der US-Dollar jenseits der 4,1-Lei-Grenze. Am Montag dieser Woche lag die europäische Gemeinschaftswährung bei 4,654 Lei, während der US-Dollar 4,1197 Lei kostete.

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