Börse erholt sich leicht, Spekulationsaktien wieder im Aufwind

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 29. Mai 2012

Foto: sxc.hu

Die Bukarester Wertpapierbörse konnte den Abwärtstrend der vergangenen Wochen in der 21. Kalenderwoche stoppen. Der Markt schloss die Woche freundlich, die Marktkapitalisierung ging allerdings leicht zurück, was ein Hinweis auf sinkende Aktienkurse ist. Der Handel verlief eher bescheiden, bei einem durchschnittlichen Tagesumsatz von umgerechnet 3,78 Millionen Euro. Händler erwarten angesichts der angespannten Lage an den internationalen Märkten dennoch keine richtige Trendumkehr. Vorsicht scheint das Börsengeschehen in Bukarest zu bestimmen.

Indizes und Aktien

Und das hat zwei Gründe. Zum einen verfolgen die Anleger genau, was sich vor allem an den europäischen Börsen abspielt. Zum anderen hat das Interesse für Aktien spürbar nachgelassen, nach dem Ablauf der Dividenden-Zeit. Anleger würden nur noch kurzfristig planen, hieß es. Das Indiz dafür liegt im niedrigen Umsatz.

Während der Markt (BET-C) nur leicht zulegte (plus 0,93 Prozent) und auch andere Indizes eher bescheidene Kursgewinne vorweisen konnten – der Finanzwerte-Index BET-FI blieb leicht über 20.000 Punkte mit einem Zuwachs von nur 0,1 Prozent und auch der ROTX-Index konnte sich noch über der 8500-Punkte-Marke halten (plus 0,58 Prozent) – überraschte der Energiewerte-Index BET-NG mit einem Wochenplus von 3,16 Prozent. Dies ist vor allem Petrolexportimport (PEI, 18,6 Lei) zu verdanken. Der Erdöl-Händler schaffte in der vergangenen Woche einen Kurssprung um 8,13 Prozent auf 18,6 Lei.

Aktie der Woche

In der vergangenen Woche rückten Spekulationsaktien wieder in den Fokus der Händler. Oltchim (OLT, 0,8005 Lei) und Azomureş (AZO, 2,187 Lei) erlebten erneut Höheflüge, beflügelt durch Privatisierungs- beziehungsweise Verkaufsspekulationen. Im Fall von Oltchim wird erneut auf die Privatisierung des hoch verschuldeten Chemiewerkes spekuliert. Bei Azomures hingegen legte der neue Mehrheitseigentümer, die schweizerische Ameropa Holding, ein Kaufangebot für die verblieben 24 Prozent am Düngemittelhersteller aus Târgu Mureş auf den Tisch. Minderheitsaktionäre können auf 63 Millionen Euro für ihre AZO-Aktien erwarten. Die hohen Erwartungen am Markt trieben die Kurse der beiden Aktien in der vergangenen Woche rasant in die Höhe. OLT-Aktien legten auf Wochensicht 22,2 Prozent zu, die Aktie kletterte erneut über 0,8 Lei. AZO-Papiere wurden durch das Kaufangebot um 11 Prozent auf 2,187 Lei nach oben gedrückt. Während bei Oltchim nur Spekulationen den Handel mit diesen Papieren stützen, stehen hinter dem Wertzuwachs der AZO-Papiere auch solide Unternehmenszahlen. Im vergangenen Jahr setzte Azomureş umgerechnet 383 Millionen Euro um und verbuchte ein Rekordergebnis von umgerechnet etwa 86 Millionen Euro.

Ausblick

Die Zweitlistung des Ausgleichsfonds Proprietatea (FP, 0,49 Lei) an der Warschauer Börse nähert sich. Nun wurden die Kosten für die Listung bekannt: 2,4 Millionen Euro. Die Vollversammlung, die den Schritt ins Ausland besiegeln soll, ist für den 27. Juni anberaumt. Angesichts der aktuellen Nervosität an den Aktienmärkten ist dies ein mutiger Schritt. Daher wird die Entwicklung der FP-Aktien in der nächsten Zukunft besonders interessant werden.

Rasdaq

Sonderdeals retteten an zwei Handelstagen den Umsatz der Nebenbörse Rasdaq. Zuerst war es das der Baustoffehersteller Ceramica Iaşi (CERE, 0,9 Lei), dann, am vergangenen Freitag, das Bauunternehmen BERUC Bucureşti (BEUC, 0,6 Lei), die den durchschnittlichen Tagesumsatz auf knapp 0,2 Millionen Euro hievten. Auch der Hauptindex Rasdaq-C profitierte von etwas mehr Aufmerksamkeit und legte auf Wochensicht 1,89 Prozent zu.

Devisen

Der rumänische Leu verlor den Kampf gegen Euro und US-Dollar in der vergangenen Woche. Auf Wochensicht legte die europäische Gemeinschaftswährung 0,5 Prozent zu, der US-Dollar 1,46 Prozent. Wichtiger sind die Wechselkurse, mit denen der Leu in die neue Woche startet: Gegenüber dem Euro verlor die rumänische Währung die Unterstützung bei 4,45 Lei und gegenüber dem amerikanischen Greenback die bei 3,5 Lei. Händlern zufolge hat die Nationalbank BNR nur noch zögerlich in den Markt zur Stützung des Leu eingegriffen.


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