Börse erlebt erwartete Kurskorrektur

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 13. März 2012

Foto: sxc.hu

Die befürchtete und von manchen Maklern schon seit mehreren Wochen heraufbeschwörte Kurskorrektur an der Bukarester Wertpapierbörse BVB setzte in der vergangenen Handelswoche nun endlich ein. Nach mehreren Wochen stetigen Wachstums musste der Aktienmarkt erstmals wieder Federn lassen. Dabei ließ die Marktkapitalisierung von umgerechnet 21,4 Milliarden Euro auf 20,7 Milliarden Euro nach, wobei der Stand Mitte der Woche sogar noch tiefer lag. Der Umsatz wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Im Vergleich zur Vorwoche lag der Umsatzschwund bei über 10 Prozent, im Durchschnitt wurden in der vergangenen Handelswoche an der BVB umgerechnet 8,7 Millionen Euro pro Tag mit Aktien umgesetzt. Knapp 3,5 Millionen Euro wurden weiterhin mit Anleihen umgesetzt.

Indizes und Aktien

Zwei der fünf Hauptindizes verloren die Unterstützungen bei den jeweiligen psychologischen Grenzen. Es handelt sich dabei um den Energiewerte-Index BET-NG. Dieser verlor auf Wochensicht satte 4 Prozent und rutschte so unter die 700-Punkte-Grenze, die er bislang so schwer erreicht hatte. Hier konnte lediglich das Treibstoff-Handelsunternehmen Petrolexportimport (PEI, 18,9 Lei) mit einem Wochenplus von 7,2 Prozent punkten. Die übrigen Energie-Aktien schlossen die Handelswoche alle im Minus. Die schärfste Kurskorrektur erlebte der Mineralöl-Konzern Petrom (SNP, 0,4 Lei). Möglicherweise haben Anleger nun versucht, Gewinne mitzunehmen, die Aktie ist seit Jahresbeginn um knapp 35 Prozent gestiegen. Am vergangenen Sonntag erklärte Staatspräsident Traian Băsescu unter anderem die Abkehr von Petrom wegen der Profitsucht des Konzerns. Der deklarierte Verlust des Rückhalts in der Politik könnte sich bald auch auf die Aktien-Performance auswirken – trotz historisch bester Betriebsergebnisse.

Durchgehend auf rot geschaltet zu haben scheinen die Finanzwerte. Sämtliche im BET-FI-Index gefassten Aktien haben die vergangene Handelswoche mit Kursverlusten abgeschlossen. Allen voran der Investmentgesellschaft SIF Banat Crisana (SIF1, 1,1 Lei), die einen Wochenverlust von 11 Prozent hinnehmen musste. Die Gesellschaft hat die für das vergangene Geschäftsjahr anfallenden Dividendenhöhe bekanntgegeben. SIF1 wird für 2011 insgesamt 55 Millionen Lei oder 12,6 Millionen Euro an Dividenden auszahlen. Das liegt leicht unter dem Vorjahresniveau. Ihre Enttäuschung taten Anleger mit einem Dämpfer der Aktien kund. Im Gegensatz dazu wird SIF Transilvania (SIF3, 0,7015 Lei) mit umgerechnet 49 Millionen Euro die höchsten Dividenden in ihrer Geschichte auszahlen. Insgesamt überzeugte dies die Anleger auch nicht, auf Wochensicht verloren SIF3-Aktien ein Wochenminus von 3,1 Prozent. Sogar der bisherige Liebling der Anleger – die Makler vor allem im Lager der Ausländer ausmachen – musste in der vergangenen Handelswoche Verluste hinnehmen. Der Ausgleichsfonds „Proprietatea“ (FP, 0,5825 Lei) verlor 2,99 Prozent trotz Ankündigung, einige wertvolle Beteiligungen verkaufen zu wollen. Oder womöglich wegen dieser Ankündigung. Denn somit rückte eine erwartete Listung des Fonds im Ausland in weitere Ferne.

Rasdaq

Das Einrichtungsunternehmen SCIM SA Constanta (SCIM, 6 Lei) brachte am vergangenen Donnerstag Leben in den Sekundärmarkt. Mit einem Umsatz von 1,49 Millionen Lei – knapp 250.000 SCIM-Aktien oder 27 Prozent des Unternehmens wechselten den Besitzer – machte der Sonderdeal 92,5 Prozent des Tagesumsatzes aus. Das allerdings war es auch mit dem Sekundärmarkt in der vergangenen Woche. Der durchschnittliche Tagesumsatz lag bei umgerechnet 0,17 Millionen Euro und somit um 6 Prozent unter dem Vorwochenschnitt. Der Hauptindex verlor auf Wochensicht nur 0,26 Prozent und konnte sich somit über 1600 Punkten behaupten.

Devisen

Der rumänische Leu gab in der vergangenen Woche sowohl gegenüber dem Euro als auch gegenüber dem US-Dollar leicht nach. Möglicherweise haben Gerüchte über eine geplante Lohnerhöhung im öffentlichen Sektor die einheimische Währung gedrückt. Der Euro schloss die Handelswoche mit einem Zuwachs von 0,12 Prozent, festigte allerdings seine Position jenseits der 4,35-Lei-Grenze. Gegenüber dem US-Dollar konnte der Leu noch die 3,3-Lei-Marke unterschreiten, am vergangenen Montag kostete ein US-Dollar 3,2918 Lei.


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