Börse erlebt Kurskorrekturen, Azomures entzückt mit Rekordgewinn

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 21. Februar 2012

Der Bukarester Aktienmarkt erlebte in der vorigen Handelswoche eine leichte Kurskorrektur, obwohl die Berichtssaison – mehr als 50 Unternehmen gaben ihre Jahresergebnisse bekannt – mit guten Nachrichten startete. Die Marktkapitalisierung ging leicht zurück, erholte sich aber am letzten Handelstag der Woche. Die Wartehaltung mancher Anleger drückte den durchschnittlichen Tagesumsatz um 7,5 Prozent zur Vorwoche, auf umgerechnet 10,4 Millionen Euro. Auch Anleihen wurden in der vorigen Woche vermehrt gehandelt.

Indizes und Aktien

Die Börse ging in der siebten Kalenderwoche um 0,26 Prozent zurück und bestätigte den in der Vorwoche bereits eingeläuteten Trend, als die Kurszuwächse bereits deutliche Abschwächung im Vergleich zu den Vorwochen aufwiesen. Mit einem Wochenminus von 0,6 Prozent führt der Energiewerte-Index BET-NG die Negativliste an. Den Index belasteten vor allem die Bauunternehmen Condmag (COMI, 0,172 Lei) und Dafora (DAFR, 0,0667 Lei). Die beiden Unternehmen konnten 2011 gerade noch rechtzeitig Gewinne machen, allerdings nicht im operativen Bereich. Möglicherweise belastete auch der Insolvenzantrag des Konkurrenten Concefa (COFI, 0,0153 Lei), dessen Aktien auf das Allzeit-Tief von 0,0153 Lei sackten (-24,25 Prozent auf Wochensicht).

Besonderes Interesse weckten in der vorigen Woche die Aktien des Ausgleichsfonds Proprietatea (FP, 0,533 Lei). Dessen Aktien stiegen auf Wochensicht um 2,5 Prozent auf 0,533 Lei je Wertpapier. FP geriet in den Mittelpunkt der Anleger, nach dem die Dividendenhöhe für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt wurde. Demnach sollen FP-Aktionäre um 20 Prozent höhere Dividenden als im vorigen Jahr erhalten. Außerdem fordert ein wichtiger Aktionär den Verkauf der Aktiva des Fonds und die Aufteilung des Gewinns unter den Aktionären.

SIF Oltenia (SIF5, 1,438 Lei) gab ebenfalls seine Jahresergebnisse bekannt. Die Kosten wurden auf 37,1 Millionen Euro mehr als halbiert, der Gewinn stieg um 2,5 Millionen Lei auf 83,4 Millionen Lei, obwohl die Erträge um 20 Prozent zurückgingen (alle Angaben im Vergleich zu 2010). Dabei hat SIF5 noch nicht seine Beteiligung an BCR an die Erste Group verkauft, wie die übrigen SIF. Das entzückte die Anleger, die den Aktienkurs um 5,58 Prozent nach oben drückten. Zusammen mit SIF5 stützte FP den BET-FI Index, der als einziger Index ein Wochenplus erzielte (2,29 Prozent), zwar die Unterstützung bei 25.000 Punkten verlor, aber nur knapp darunter schloss.

Aktie der Woche

Der Wochengewinner der Berichtssaison war der Düngemittelhersteller Azomures (AZO, 1,78 Lei), dessen Aktien in der vergangenen Woche auf ihr Allzeit-Hoch von 1,78 Lei stieg und die Handelswoche mit einem Plus von 12,09 Prozent schlossen. Das Unternehmen hat die Ergebnisse für das vergangene Geschäftsjahr bekanntgegeben. Der Gewinn 2011 stieg um mehr als das Doppelte gegenüber dem Vorjahr, von 36 auf 82 Millionen Euro. Preistreibend aber wirkt sich auch die Erwartung eines Übernahmeangebots durch den neuen Mehrheitseigentümer Ameropa. Das Eigenkapital des Chemieunternehmens, das zur Angebotspreisbildung herangezogen werden könnte, lag bei 1,08 Milliarden Lei, was – auf die Aktienanzahl heruntergebrochen – einen Aktienpreis von 2,05 Lei ausmachen würde. Die Schweizer Makler von Swiss Capital sehen ein Kursziel von 2,55 Lei. Somit gibt es für die AZO-Aktie auch zukünftig noch Luft nach oben. AZO-Aktien rückten Ende vergangenen Jahres verstärkt in den Fokus der Anleger, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen von den ehemaligen türkischen Aktionären an den Schweizer Konzern Ameropa verkauft werde. Aus Jahressicht waren AZO-Aktien um 282 Prozent gestiegen und gehörten somit zu den besten Anlagen des vergangenen Jahres.

Rasdaq

Am freien Rasdaq-Markt sorgten am vergangenen Dienstag die Aktien des Chemiewerkes Napochim (NACH, 0,1035 Lei) für gewissen Wirbel. Jüngst wurde bekannt gegeben, dass der Mitarbeiter-Verband, der 51 Prozent am Unternehmen hält, aufgelöst wurde. Da das Unternehmen in den ersten drei Quartalen 2011 einen Umsatzrückgang von knapp 20 Prozent verzeichnete und zum ersten Mal in die roten Zahlen rutschte, kann der Run auf die Aktien – am Dienstag wurden 10,75 Prozent des Unternehmens gehandelt – eigentlich nur spekulative Gründe haben. Die 51 Prozent der Aktien sind seit der Auflösung des Mitarbeiter-Verbandes frei im Markt zu haben.

Devisen

Auf Wochensicht machte der Leu im Verhältnis zum Euro eine Seitwärtsbewegung, die Kursveränderung betrug nicht einmal 0,01 Prozent. Der Euro hielt sich über der 4,35-Lei-Marke. Der US-Dollar hingegen verteuerte sich stärker und schloss am vergangenen Freitag (der Kurs, der am Montag gültig war) wieder jenseits der 3,3-Lei-Marke, nachdem er am Tag zuvor noch an der 3,35-Lei-Marke gekratzt hatte.


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