Börse erlebt leichte Korrekturen, Amonil kehrt zurück und neuer Emittent startet Zeichnungsangebot

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 24. Oktober 2017

Bukarests Aktienmarkt erlebte eine etwas ruppige Korrektur in der vergangenen Handelswoche. Die Bukarester Indizes verloren im Durchschnitt 0,85 Prozent, die Spitzen bildeten der BET-Index und der ROTX mit jeweils 1,2 Prozent Wochenverlust, etwas zurückhaltender war der Finanzwerte-Index BET-FI mit einem Minus von 0,3 Prozent. Das in diesem Fall positive Schlusslicht bildete der Energiewerte-Index BET-NG mit dem niedrigsten Verlust unter den Emittenten: 0,27 Prozent. Lediglich der allgemeine Marktindex fiel durch die Verluste erneut unter seine psychologische Marke von 8000 Punkten – und das bei vergleichbaren Umsätzen von durchschnittlich 5,8 Millionen Euro täglich. Die Marktkapitalisierung verbesserte sich leicht, um 0,72 Prozent, auf umgerechnet 35,9 Milliarden Euro.

Gewinner und Verlierer der Woche

Den 21 gewinnbringenden Aktien standen am Ende der vergangenen Handelswoche 38 Emittenten mit Verlusten gegenüber. Dennoch tat sich vor allem der ehemalige Düngemittelhersteller Amonil Slobozia (AMO, 0,0102 Lei, ISIN ROAMOIACNOR7) mit seiner außergewöhnlichen Performance hervor. Nach zwei Jahren sind AMO-Papiere wieder zum Handel zugelassen worden, das Unternehmen scheint gestärkt aus der eigenen Insolvenz hervorgegangen sein. Das machte sie sehr attraktiv für die Zeit nach dem Ausschluss vom Handel. So kletterten die Aktien in der vergangenen Woche um bis zu 165 Prozent auf 0,0106 Lei, gaben aber bis Ende der Woche wieder etwas nach (minus 2,8 Prozent). Davon abgesehen wiesen das Erdölunternehmen Petrolexportimport (PEI, 4,63 Lei, ISIN ROPEIMACNOR6) mit plus 15,2 Prozent und der Flugzeugbauer Aerostar (ARS, 4,63 Lei, ISIN ROAEROACNOR5) mit 12,9 Prozent die höchsten Wochengewinne aus. Am anderen Ende stand in der vorigen Woche der Maschinenbauer Uztel (UZT, 1,9 Lei, ISIN ROUZTEACNOR5) mit einem Verlust von 9,5 Prozent.

Zeit der Aktienrückkäufe

An der Bukarester Börse scheint eine Zeit der Aktienrückkäufe angebrochen zu sein. So hat das Bauunternehmen Impact Developer & Contractor (IMP, 1,185 Lei, ISIN ROIMPCACNOR0) in der Woche zuvor 58.200 eigener Aktien zu einem Stückpreis von 1,175 Lei zurückgekauft.
Der Fonds Proprietatea (FP, 0,845 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) hat im selben Zeitraum 8,67 Millionen eigener Aktien vom Markt aufgekauft. Dafür zahlte der Fonds einen Stückpreis von 0,85 Lei, leicht über dem aktuellen Marktpreis. FP befindet sich beim achten Rückkaufprogramm und hat noch 55,2 Millionen Aktien zurückzukaufen.

Dazu gesellt sich auch SIF Transilvania (SIF3, 0,247 Lei, ISIN ROSIFCACNOR8), das die Zeit der niedrigsten Preise seit 2011 nutzen möchte, um 21,8 Millionen eigener Aktien zurückzukaufen. Der Rückkauf soll im kommenden Jahr stattfinden, dem Vorhaben sollen die Aktionäre auf der Vollversammlung im Dezember zustimmen. Der Höchstpreis soll bei 0,32 Lei je Aktie liegen. Dann würden ein Prozent des Stammkapitals für maximal 7 Millionen Lei zurückgekauft werden.

Neues Zeichnungsangebot an der Börse

Heute startet ein neuer Emittent an der Bukarester Wertpapierbörse Transilvania Broker, der erste Versicherungsmakler, ein Zeichnungsangebot. Das Unternehmen bietet 25 Prozent seiner Aktien an, das Angebot läuft am 2. November ab. 652.000 Aktien stehen zu Preisen zwischen 12 und 15,5 Lei zum Kauf bereit, was den Wert des Angebots zwischen 7,5 und 9,6 Millionen Lei ansiedelt. Die Mindestanzahl beträgt 200 Aktien. Bei Transilvania Broker handelt es sich um den drittgrößten Versicherungsmakler des Landes, hinter Marsh und Safety Broker. Das Unternehmen hatte eigenen Angeben zufolge einen Marktanteil von 5,7 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres.

Devisen

Das rumänische Finanzministerium hat sämtliche Angebote für eine Anleihenemission über 300 Millionen Lei abgelehnt. Die Laufzeit der Emission ging bis 2022, der Jahreszins lag bei 3,40 Prozent. Doch die Angebote waren anscheinend unbefriedigend. Das scheint die rumänische Landeswährung belastet zu haben, der Leu verlor gegenüber Euro und US-Dollar an Wert in der vergangenen Woche. Der Euro legte auf Wochensicht 0,18 Prozent zu und schloss nur knapp unter der 4,6-Lei-Grenze. Der US-Dollar legte 3,7 Prozent zu und schloss knapp unter 3,9 Prozent. Gestern kostete ein Euro 4,5975 Lei, während der US-Dollar bei 3,8945 Lei lag.

 

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