Börse erlebt weiteren Rückschlag, Bankenwerte ziehen den Markt erneut nach unten

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 29. Januar 2019

Die vergangene Börsenwoche startete mit einem kleinen Knick in der Entwicklung der Indizes. Im Durchschnitt verlor der Markt 0,84 Prozent, der Hauptindex BET lag mit seinem Minus von 0,58 Prozent deutlich darunter. Besonders stark betroffen von der Flaute waren der Energiewerte-Index BET-NG und der Finanzwerte-Index BET-FI, sie verloren 1,11 beziehungsweise 1,56 Prozent. Bis auf den Finanzwerte-Index erholten sich jedoch alle Indizes am Folgetag. Der BET-FI vertiefte seine Verluste mit einem Minus von 0,15 Prozent auf den Vortag. Dafür erholte er sich am Mittwoch, als alle übrigen Indizes wieder im Minus schlossen. Der Hauptindex verlor 0,72 Prozent, nach einem Plus am Vortag von 0,48 Prozent. Da der Donnerstag ein Feiertag war, wurde der Handel am Freitag wieder aufgenommen. Den Tag beendete der Markt mit einem durchschnittlichen Verlust von einem Prozent. Diesmal lag der Hauptindex BET mit einem Minus von 1,23 Prozent über dem Durchschnitt. Der Energiewerte-Index BET-NG schloss praktisch unverändert (minus 0,01 Prozent). Auf Wochensicht verlor der Hauptindex 2,05 Prozent, nur wenig mehr als der ROTX, der ein Minus von 2,02 Prozent auswies. Am besten stand noch der Energiewerte-Index BET-NG mit einem Verlust von 0,15 Prozent da, am schlechtesten der Finanzwerte-Index BET-FI mit einem Minus von 2,96 Prozent.

Umsatz lässt nach

Das Interesse für rumänische Aktien scheint vorerst stark nachgelassen zu haben. Der Umsatz lag in der vergangenen Woche bei niedrigen 139,9 Millionen Lei (29,49 Millionen Euro). Der schwache Umsatz ist nicht allein mit dem Feiertag zu erklären. Der Tagesdurchschnitt lag bei 34,99 Millionen Lei (7,37 Millionen Euro), das ist weit unter dem Durchschnitt der vorvergangenen Woche. Die Marktkapitalisierung machte eine große U-Bewegung durch: Zuerst ging der Wert aller gehandelten Aktien zwei Tage lang runter und erholte sich am Freitag darauf, sodass auf Wochensicht ein Plus von 0,19 Prozent herausschaute. Dabei ist dieses Ergebnis dem Sprung am vergangenen Freitag zu verdanken, der die Verluste der vorangegangenen Handelstage wieder ausglich und sogar übertraf.
Die vergangene Handelswoche war definitiv nicht die Woche der Banken. Drei der vier an der Bu-karester Wertpapierbörse gehandelten Emittenten im Bankengeschäft schlossen die Woche mit Verlusten und gehörten so zu den größten Verlierern der Woche.

Schlechte Woche für Bankaktien

Die kleine Patria Bank (PBK, 0,0730 Lei, ISIN ROBACRACNOR6) verlor 3,95 Prozent auf Wochensicht und notiert näher am Allzeittief von 0,0674 Lei. Die Banca Transilvania (TLV, 1,7 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) liegt nach einem Wochenverlust von 4,6 Prozent ebenfalls nahe dem Allzeittief von 1,56 Lei. Schließlich wiesen die Aktien der Banca Româna de Dezvoltare (BRD, 10,3 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) mit minus 4,63 Prozent den höchsten Kurverlust unter den Bankaktien aus. Auch diese Aktien sind dem Tiefstpreis von 9,84 Lei viel näher als dem Allzeithoch von 15,9 Lei. Einen höheren Verlust wies nur noch der Stromversorger Transelectrica (TEL, 19,5 Lei, ISIN ROTSELACNOR9) aus: minus 4,88 Prozent.
Der größte Gewinner der Woche war dennoch eine Bank: die Erste Group Bank AG (EBS, 146,65 Lei, ISIN AT0000652011). Das ist im Lichte der Entwicklung der übrigen Banken am rumänischen Aktienmarkt erstaunlich, ist doch auch die EBS-Tochter BCR von der umstrittenen Zusatzbesteuerung der Aktiva betroffen, dennoch trauen Anleger der Verankerung der Bank in der österreichischen Wirtschaft mehr zu, als den rumänischen Banken. Etwas Gutes hat die aktuelle Entwicklung dennoch. Bankaktien sind in Rumänien derzeit ein absolutes Schnäppchen, niedrige Kurse und hoher Euro-Stand machen sie derzeit zu attraktiven Titeln.

Devisen

Belastet durch politische Aussagen gab der Leu im Verhältnis zu Euro und US-Dollar weiter nach. Gegenüber dem Euro, der in der vergangenen Woche auf 4,7648 Lei kletterte, sank der Leu auf einen erneuten Tiefststand. Politiker der Regierungskoalition riefen schon öffentlich zur Nutzung der Devisenreserven der Notenbank auf, um den Kurs zu stützen. Die rumänische Notenbank verfügt über Reserven in Höhe von mehr als 32 Milliarden Euro. Der Leu verlor in der vergangenen Woche 1,43 Prozent gegenüber dem Euro und zwei Prozent gegenüber dem US-Dollar. Gestern startete der Euro bei einem Stand von 4,7648 Lei und der US-Dollar bei 4,2034 Lei.

 

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