Börse erleidet harten Rückschlag, eine Brauerei überrascht

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 02. Oktober 2012

Foto:sxc.hu

Wenn die Bukarester Wertpapierbörse BVB vor zwei Wochen noch keine klare Richtung eingeschlagen hatte, so wurde diese in der vergangenen Woche überaus deutlich. Es ging nach unten! Und zwar mit aller Kraft. Auch die Marktkapitalisierung sackte um 1,7 Prozent ab. Was prozentual nicht so großartig erscheinen mag, ist in absoluten Zahlen dann doch bedeutsamer: Der Wertverlust aller gelisteten Aktien belief sich auf umgerechnet 320 Millionen Euro.

Indizes und Aktien

Der Markt verlor durch den BET-C-Index satte 3,1 Prozent, blieb aber auch so fest über der 2500-Punkte-Marke. Anders der Finanzwerte-Index BET-FI. Dieser fiel ebenfalls um 3,1 Prozent, dafür aber erneut unter eine psychologische Grenze, jener bei 24.000 Punkten. Hier gab es zumindest keine Zweifel, sämtliche Aktien, die unter dem BET-FI-Index zusammengefasst sind, schlossen im Minus – zum Teil sogar mit kräftigen Kursabschlägen. Auch der ROTX-Index musste Federn lassen. Mit einem Wochenminus von 3,7 Prozent führte er die Rangliste der Verlust-Indizes sogar an. Schuld daran waren vor allem die Société-Générale-Tochter BRD (BRD, 7,21 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2), die in der vergangenen Woche um 7,5 Prozent einbrachen somit auch ihren 52-Wochen-Tiefststand erreichten. Der andere „Übeltäter“ war das Bauunternehmen Condmag (COMI, 0,0975 Lei, ISIN ROCOMIACNOR3), die ebenfalls um 7,1 Prozent zurückgingen. Die übrigen zehn Emittenten wiesen niedrigere Wochenverluste auf.
Kaum anders erging es dem Energiewerte-Index BET-NG. Mit einem Wochenverlust von 2,8 Prozent sackte der Index erneut unter die 600-Punkte-Marke. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass ein Teil der Aktien, die im ROTX-Index zusammengefasst sind, auch im BET-NG-Index zu finden sind – die genannten COMI-Aktien inklusive. Hier allerdings konnte sich die dem mittlerweile kasachischen Konzern KazMunaiGaz gehörende Raffinerie-Sparte von Rompetrol, Rompetrol Rafinare (RRC, 0,0323 Lei, ISIN ROPTRMACNOR5) hervorheben. Die Aktien kletterten um 3,5 Prozent, nachdem ein Gericht den Antrag der Kasachen, die Aktien vom Markt zu nehmen, abgewiesen hatte.
Den höchsten Kurszuwachs erzielte in der vergangenen Woche die größte eigenständig gebliebene rumänische Brauerei Bermas SA (BRM 1,25 Lei, ISIN ROBEMAACNOR3), mit einem Plus von 13,6 Prozent. Die Brauerei hat sich in der Vergangenheit als solide Investition herausgestellt. Trotz Krise stieg der Kurs langsam aber beständig, seit 2008 hat die BRM-Aktie 18,8 Prozent an Wert zugelegt. Außerdem ist Bermas SA einer der besten Dividendenzahler, im vergangenen Jahr gab es eine Dividendenrendite von 6,5 Prozent, in diesem von 6 Prozent, also 0,06 Lei je Aktie. Insgesamt bot Bermas eine Rendite von 41 Prozent über die vergangenen vier Jahre. Seit 2007 hat sich der Umsatz bei 23 Millionen Lei eingependelt, der Gewinn lag zuletzt (2011) bei 1,9 Millionen Lei, nur 1 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Bermas musste in der Zeit zwischen 2005 und 2007, als die großen Brauereien sich in Rumänien breit machten, starke Umsatz- und Gewinneinbußen hinnehmen. Seit 2007 aber konnte das Unternehmen mit Sitz im nordöstlichen Suceava sein Geschäft stabilisieren.

Rasdaq

Im Einklang mit der Hauptbörse erhöhte auch der Freie Markt seine Verluste in der vergangenen Woche. Der Hauptindex Rasdaq-C verlor auf Wochensicht 2,6 Prozent. Zum Vergleich: in der Vorwoche lag der Kursverlust noch bei 0,4 Prozent. Somit entfernte sich der Hauptindex der Sekundärbörse noch stärker von der 1500-Punkte-Marke. Dazu kam noch ein sehr träger Handel, der durchschnittliche Tagesumsatz lag in der vergangenen Woche bei umgerechnet knapp 0,07 Millionen Euro – ein auch für den manchmal sehr umsatzschwachen Markt durchaus niedriger Wert.
Devisen
Kurz vor Festlegung der Referenzkurse für die Verbrauchssteuern für das kommende Jahr, stieg der Druck auf die rumänische Währung. Darauf dürfte sich die Regierung 2013 auf höhere Steuereinnahmen freuen, andererseits könnte auch der Konsum weiter gedämpft bleiben. Der Leu startete gestern mit einem Wochenverlust zum Euro von 0,45 Prozent, bei einem Stand von 4,5331 Lei. Gegenüber dem US-Dollar verlor er sogar 1,11 Prozent und startete am gestrigen Montag bei 3,5029 Lei.

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