Börse legt moderat zu, russische Bank sorgt für Bewegung am Anleihenmarkt

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 27. September 2016

Die vergangene Handelswoche in Bukarest begann, so wie sie endete: mit Verlusten. Dennoch schloss die rumänische Börse mit Kursgewinnen zwischen 0,3 Prozent (für den allgemeinen Index BET) und 1,2 Prozent (für den ROTX-Index). Nur der Energiewerte-Index wurde vor allem vom Mineralölkonzern OMV Petrom (SNP, 0,25 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) in die Verlustzone gedrückt.

Der Handel im Überblick

Allerdings sah es anfänglich nicht nach einer positiven Woche aus. In Erwartung der Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank Fed verhielten sich die Anleger auch in Bukarest zurückhaltend. Bei einem Tagesumsatz von umgerechnet 8 Millionen Euro verloren die meisten Indizes an Wert. Bei rückläufigen Umsätzen in den Folgetagen konnten die Indizes zulegen. Am Donnerstag, nach der Entscheidung der Fed, die Leitzinsen unverändert zu belassen, schossen die ausländischen Leitindizes in die Höhe, in Bukarest war man jedoch unbeeindruckt. Am Freitag schloss der Markt dann mit einem Tagesminus von 0,64 Prozent (BET), bei einem Umsatz von (wieder) 8 Millionen Euro. Der allgemeine Index BET konnte die Woche jenseits der psychologischen Grenze von 7000 Zählern abschließen, doch ist der Verbleib dort ungewiss. Der Finanzwerte-Index BET-FI schaffte es trotz eines Wochengewinns von 0,8 Prozent nicht, die 30.000-Punkte-Marke zu knacken und auch dem ROTX reichte der höchste Wochengewinn unter der Indizes nicht, über 14.000 Punkte zu klettern.

Gewinner und Verlierer

Die höchsten Kursgewinne unter den Aktien verzeichneten der Elektromotorenhersteller Electroputere (EPT, 0,0404 Lei, ISIN ROELPUACNOR3) mit plus 14,8 Prozent, der Baustoffhersteller Prefab (PREH, 1,19 Lei, ISIN ROPREHACNOR7) mit plus 12,8 Prozent und der Kunststofferzeuger Prodplast (PPL, 2,85 Lei, ISIN ROPRLAACNOR7) mit plus 11,7 Prozent.
Die größten Verlustbringer hingegen waren der Gastgewerbe-Betreiber Restaurante Marea Neagra (EFO, 0,0948 Lei, ISIN ROEFRIACNOR6) mit einem Verlust von 8,8 Prozent, der Erdgaserzeuger Romgaz (SNG, 23,2 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) mit minus 3,3 Prozent und der Messgerätehersteller Electromagnetica (ELMA, 0,1485 Lei, ISIN ROELMAACNOR2) mit einem Rückgang um 3,2 Prozent.

SNP-Aktien sollen attraktiver werden

Gleich zweimal schaffte es die OMV-Tochter Petrom in die Börsenschlagzeilen in der vergangenen Woche. Zuerst meldete das Unternehmen, 30 Prozent des diesjährigen Gewinns als Dividenden ausschütten zu wollen, falls das Geschäftsumfeld stabil bleibe. Im ersten Halbjahr machte das Unternehmen wieder Gewinn (405 Millionen Lei), nach einem verlustvollen Jahr (minus 630 Millionen Lei), allerdings war der Gewinn im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 um 61 Prozent niedriger. Anhaltend niedrige Erdölpreise vermasselten dem Konzern die Bilanzen, nun aber haben die Sparmaßnahmen gegriffen.
Eine weitere Nachricht soll die SNP-Aktie mittel- und langfristig wieder attraktiver machen. Der Fonds Proprietatea (FP, 0,802 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) hat angekündigt, seine fast 19-prozentige Beteiligung an Petrom abbauen zu wollen. Man wolle die am Markt frei erhältliche Aktienmasse erhöhen, hieß es unter anderem. SNP-Aktien verloren seit Jahresbeginn knapp 14 Prozent an Wert. Ein Versuch der Fondsverwaltung vom Vorjahr, SNP-Aktien zu einem Stückpreis von 0,4 Lei abzustoßen, scheiterte jedoch. Die Details des künftigen Verkaufs wurden noch nicht mitgeteilt.

Russische Bankanleihen mischen Markt auf

Bewegung gab es am Anleihenmarkt, wo die in Moskau beheimatete International Investment Bank (IIB), an der Rumänien mit fünf Prozent beteiligt ist, am vergangenen Freitag eine Anleihenemission über 300 Millionen Lei (67,4 Millionen Euro) platzierte. Die Bankanleihen (ISIN ROIIBKDBC023) mit einem Nennwert von 100.000 Lei haben eine Laufzeit von drei Jahren und der Zinssatz wurde infolge der zweifachen Überzeichnung bei 3,4 Prozent p. a. angesetzt. Es ist die zweite und auch die größte Anleihenemission der Moskauer Bank in Rumänien. Im Oktober 2015 hatte die IIB Anleihen im Wert von umgerechnet etwa 25 Millionen Euro platziert. Die Anleihen sind ab dem 29. September handelbar. Der Gesamtumsatz am Anleihenmarkt betrug in der vergangenen Woche umgerechnet 67,51 Millionen Euro.

Devisen

Der rumänische Devisenmarkt gab in der vergangenen Woche ein uneinheitliches Bild ab. Während der rumänische Leu sich gegen die europäische Gemeinschaftswährung durchsetzen konnte und dem Euro 0,11 Prozent abringen konnte, holte der US-Dollar gegenüber dem Leu auf. Der Vergleich hinkt etwas, legte der Dollar doch nur 0,04 Prozent gegenüber dem Leu zu. Die US-amerikanische Währung näherte sich so wieder der 4-Lei-Marke, der Euro hingegen entfernte sich etwas von der 4,45-Lei-Marke. Alles in allem aber war es eine ruhige Handelswoche für den heimischen Devisenmarkt.


---

Die hier dargestellten Angaben und Mitteilungen sind ausschließlich zur Information bestimmt. Sie stellen keine Rechts- oder Anlageberatung dar. Keine der hier enthaltenen Informationen begründet in keinem Land und gegenüber keiner Person eine Aufforderung, ein Angebot oder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Der Autor haftet nicht für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von der Benutzung der hier dargestellten Mitteilungen entstehen können. Alle Werte entstammen der letzten vor Redaktionsschluss abgeschlossenen Handelssitzung. 

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*