Börse schließt freundlich und bereitet sich auf Quartalsberichte vor

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 12. November 2013

Der Start in die neue Handelswoche verlief dynamischer als in den Wochen zuvor. Ein Teil des Geldes, für das keine Romgaz-Aktien (SNG, ISIN ROSNGNACNOR3) mehr gekauft werden konnten, sind für andere Aktien aufgewendet worden. Einer der größten Nutznießer dieser Umschichtung der Ausgaben war der Börsenneuling Nuclearelectrica (SNN, 11,59 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8). Am vergangenen Montag wurden die SNN-Papiere zum Handel zugelassen. Sie wurden mit einem Aufschlag von 3,48 Prozent zum Ausgabepreis von 11,2 Lei gehandelt. Bis Ende der Handelswoche aber sank der Gewinn auf 3,13 Prozent. Der Umsatz startete mit guten 12 Millionen in die neue Woche. Am Tag darauf machten sich bereits schon Gewinnmitnahmen bemerkbar. Der Tagesumsatz sank auf 9 Millionen Euro, in der zweiten Tageshälfte stoppte der Aufwärtstrend der vergangenen Tage, die Börse machte nur noch Seitwärtsbewegungen. Am Mittwoch wurde dann der Börsengang des Erdgasversorgers Romgaz gebucht.

Das ließ den Umsatz auf umgerechnet 264 Millionen Euro ansteigen. Dazu haben auch – in geringem Maße – hohe Umsätze mit den Aktien des Mineralölkonzerns OMV Petrom (SNP, 0,475 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) beigetragen. Gute Ergebnisse – 27 Prozent mehr Gewinn -– ließen SNP-Aktien binnen einer Woche um 5,79 Prozent ansteigen.
Anders die Aktien der rumänischen Tochter der Société Générale (BRD, 9 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2). Enttäuschende Quartalsergebnisse drückten den Aktienkurs auf Wochensicht um 2,91 Prozent. Auch bei der zweitgrößten börsennotierten Bank – Banca Transilvania (TLV, 1,3970 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) - wurde ein Gewinnrückgang verzeichnet. Dennoch zeigten sich die Anleger weniger enttäuscht, auf Wochensicht verloren TLV-Aktien nur 0,7 Prozent. Insgesamt schloss die Börse im grünen Bereich, ohne jedoch ein Kursfeuerwerk zu entfachen. Die Kurszuwächse beliefen sich auf 0,63 Prozent (ROTX) und 4,3 Prozent (BET-NG). Der Umsatz wurde vor allem von der Buchung des Börsengangs von Romgaz gepusht.

Auch die folgende Periode wird für die Börse spannend werden. Weitere 67 börsennotierte Unternehmen werden in dieser Woche ihre Quartalsergebnisse bekannt geben. Gestern war das Pharma-Unternehmen Biofarm (BIO, 0,2885 Lei, ISIN ROBIOFACNOR9) an der Reihe. In der Vorwoche waren die Aktien um 4,15 Prozent geklettert, nachdem darüber spekuliert wurde, dass die beiden Investmentgesellschaften SIF Banat-Crişana (SIF1, 1,092 Lei, ISIN ROSIFAACNOR2) si SIF Muntenia (SIF4, 0,719 Lei, ISIN ROSIFDACNOR6) – die gemeinsam 54 Prozent an Biofarm halten – ein Übernahmeangebot vorlegen müssten. SIF Muntenia wird von SIF Banat-Crişana verwaltet.
Heute startet der Handel mit den Aktien des Erdgaslieferanten Romgaz. Das rumänische Wirtschaftsministerium, das bei Romgaz Mehrheitsaktionär ist, hatte das Unternehmen beim Börsengang auch in London in Form von Depositenzertifikaten gelistet. Etwas mehr als ein Drittel der insgesamt zum Kauf angebotenen 385,42 Millionen Aktien (15 Prozent am Unternehmen) wurde in London gekauft. Premierminister Victor Ponta reiste nach London, um dem Handelsstart von Romgaz an der Londoner Börse beizuwohnen.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt profitierte in der vergangenen Woche von der guten Laune am Hauptmarkt. Doch mehr profitierte er von einer ganzen Reihe Sonderdeals, die den Tagesumsatz auf einen Durchschnitt von 0,32 Millionen Euro hievten. Der rege Handel ist vor allem dem Handelsunternehmen Univers SA Râmnicu Vâlcea (UNVR, 23,9 Lei, ISIN ROUNVRACNOR9) zu verdanken. Dort ist SIF Oltenia (SIF5, 1,76 Lei, ISIN ROSIFEACNOR4) mit 73,75 Prozent beteiligt. Der Index freute sich sich auf den regen Handel und schaffte den ersten Wochenzuwachs. Er legte 1,26 Prozent hin, nach mehreren aufeinanderfolgenden Verlustwochen.

Devisen

So gut die Börsenwoche auch gewesen sein mag, für die rumänische Landeswährung war es keine so gute Woche. Der Leu verzeichnete sowohl gegenüber dem Euro als auch gegenüber dem US-Dollar Verluste. Die Schwankungen waren nicht groß, doch am Ende der Handelswoche waren der Euro um knapp 0,1 Prozent und der US-Dollar um fast 0,9 Prozent teurer als noch eine Woche zuvor. Am vergangenen Montag kostete ein Euro demnach wieder 4,4424 Lei, ein US-Dollar lag bei 3,3104 Lei.

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