Börse schließt im Juni unentschlossen, Banca Transilvania mischt Anleihenmarkt auf

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 03. Juli 2018

 

Die rumänische Börse schloss den Juni ohne klare Richtungsweisung. Während der Markt insgesamt um 0,27 Prozent zurückfiel, konnten manche Branchen sogar zulegen. Vor allem die Finanzbranche schloss eine weitere gute Woche ab, der BET-FI legte 1,45 Prozent zu. Der BETPlus-Index machte eine Seitwärtsbewegung durch (plus 0,02 Prozent), während der ROTX und der Energiewerte-Index BET-NG die Woche mit Verlusten abschlossen (minus 0,27, bzw. minus 0,97 Prozent). Der Umsatz verbesserte sich deutlich zur Vorwoche, insgesamt wurden 157,5 Millionen Lei (33,8 Mio. Euro) mit Aktien umgesetzt. Das entspricht einem Tagesdurchschnitt von 31,5 Millionen Lei (6,7 Mio. Euro).

Die Aktien

Die Marktkapitalisierung legte deutlich zu, von 162,99 auf 166,98 Milliarden Lei (plus 2,43 Prozent). 28 Emittenten schlossen die Woche mit Kursgewinnen ab, der höchste davon – 27,6 Prozent – wurde vom Maschinenbauunternehmen Altur (ALT, 0,037 Lei, ISIN ROALTCACNOR1) registriert. Der Aluminiumriese Alro (ALR, 4,27 Lei, ISIN ROALROACNOR0) legte 18,3 Prozent zu, wegen der Ankündigung der Aktionäre Vimetco und Conef, 53,76 Prozent an Alro verkaufen zu wollen. Für die 383.791.140 zum Verkauf gestellten Aktien wird mit einem Stückpreis von bis zu 5,99 Lei gerechnet, gut 40 Prozent mehr als der Preis vom Freitag. Das heißt, die Aktie hat noch Luft nach oben. Andererseits verzeichneten 28 Emittenten Kursverluste. Transgaz (TGN, 328 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) verlor weitere 15,25 Prozent, nach Ablauf des Stichdatums für die Dividendenauszahlung. Der Energie-Erzeuger Amonil (AMO, 0,0035 Lei, ISIN ROAMOIACNOR7) verlor 12,5 Prozent auf Wochensicht.

Der Anleihenmarkt

Bewegung kam in der vergangenen Woche in den Anleihenmarkt. Die Banca Trasilvania (TLV, 2,4 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) warf eine Anleihenemission im Gesamtwert von umgerechnet 285 Millionen Euro auf den Markt. Das ließ den Umsatz des Anleihenmarktes auf ein Hoch von 1,33 Milliarden Lei oder 285,52 Millionen Euro ansteigen. Die Anleihen wurden von fünf internationalen institutionellen Anlegern gezeichnet. Das so erhaltene Geld soll, nach Angaben der Bank, als Arbeitskapital eingesetzt werden. Die TLV-Aktie profitierte davon und legte auf Wochensicht 2,13 Prozent zu.

MedLife bestraft

Das rumänische Wettbewerbsamt hat dem Gesundheitsdienstleister MedLife (M, 31 Lei, ISIN ROMEDLACNOR6) eine Geldstrafe in Höhe von etwa 864.000 Lei auferlegt. Das entspricht knapp 20 Prozent vom Nettogewinn des ersten Quartals (4,39 Millionen Lei). Grund für die Strafe waren Absprachen im Geschäftsbereich Stammzellen, wie das Wettbewerbsamt befand. Das erklärt die harsche Korrektur für die M-Aktien auf Wochensicht. Die Papiere des Gesundheitsdienstleisters verloren 4,32 Prozent. Gegen die Entscheidung des Wettbewerbsamtes kann der Emittent Beschwerde einlegen.

Letzte SIF trennt sich von BCR-Papieren

Die Investmentgesellschaft SIF Oltenia (SIF5, 2,09 Lei, ISIN ROSIFEACNOR4) hat seine Beteiligung an der Erste-Bank-Tochter Banca Comercială Română (BCR) aufgelöst. Die österreichische Erste Bank (EBS, 167 Lei, ISIN AT0000652011) hat für 6,29 Prozent an BCR rund 140 Millionen Euro gezahlt. SIF Oltenia war als einzige SIF-Gesellschaft an der BCR beteiligt gewesen, nachdem die übrigen SIF-Gesellschaften ihre Beteiligungen an die Erste Bank Group bereits vor Jahren verkauft hatten. SIF5-Aktien legten durch den Verkauf 9,77 Prozent auf Wochensicht zu. Von dem Cash-Segen dürften aber auch die anderen SIF-Gesellschaften profitieren. Sie sind nämlich an SIF Oltenia beteiligt. Die größte Beteiligung hält SIF Moldova (SIF, 1,38 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0), zusammen kommen die vier übrigen SIF-Gesellschaften auf 10,08 Prozent an SIF Oltenia. Die Begrenzung von 5 Prozent für Beteiligungen an anderen SIF-Gesellschaften ist immer noch gültig.

Devisen

Der Euro wurde in der vergangenen Woche etwas zurückgedrängt. Die rumänische Landeswährung schaffte ein Wochenplus von 0,16 Prozent, was die europäische Gemeinschaftswährung auf einen Stand von 4,6611 Lei drückte. Der US-Dollar hingegen machte eine Seitwärtsbewegung durch. Das heißt, dass die nordamerikanische Leitwährung weiterhin auf sehr hohem Niveau notiert, sogar leicht über dem Stand vom Freitag der Vorwoche; 0,17 Prozent betrug die Änderung. So kostete ein US-Dollar am Anfang dieser Woche 4,0033 Lei.

 

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