Börse schließt im Oktober freundlich, Fokus lag in der zweiten Woche auf Banken

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 03. November 2015

Der Markt in Bukarest schaltete in der vergangenen Woche einen Gang zurück. Der Gesamtumsatz am BVB betrug 172,3 Millionen Lei (38,9 Mio. Euro), um mehr als 72 Prozent unter dem Stand der Vorwoche. Nur am Freitag kletterte der Umsatz in den zweistelligen Millionenbereich in Euro, zuvor hatte er zwischen 2,3 Mio. Euro (Mittwoch) und 6,4 Mio. Euro (Dienstag) gelegen. Die höchsten Umsätze wurden, wie auch in der Woche zuvor, mit den Aktien des Fonds Proprietatea (FP, 0,82 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) getätigt. Die Transaktionen mit FP-Aktien beliefen sich auf 59,6 Mio. Lei (13,5 Mio. Euro), sie wurden wertmäßig vom Handel mit Aktien der Banca Transilvania (TLV, Lei, ISIN ) im Wert von 54,2 Mio. Lei (11,8 Mio. Euro) und jenen der BRD (BRD, 11,7 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) gefolgt.

Banken und FP

Der rege Handel zahlte sich vor allem für die Banken aus. TLV-Papiere legten auf Wochensicht 4,7 Prozent zu, BRD-Aktien stiegen sogar um 6,4 Prozent. Für die FP-Aktien gab es keine Kursänderung, der Verkauf einer Beteiligung an den Erdgasversorger Romgaz (SNG, 29,2 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) hatte keine negativen Auswirkungen auf den Kurs der Fonds-Aktien. Im Übrigen dürfte es auch in nächster Zukunft wieder etwas eng werden für den Fonds. Ihm fehlt Liquidität, um eigene Aktien aufzukaufen und den Kurs zu stützen: Mehr als 50 Prozent der Beteiligungen des Fonds sind in nicht gelisteten Unternehmen gebunden, die sind somit schwer in Liquidität umzuwandeln. Dafür hat der Fonds angekündigt, eine Kreditlinie über 500 Mio. Lei (112,3 Mio. Euro) auch ins kommende Jahr zu verlängern. Bei FP hat der Großaktionär Elliott Associates seine Beteiligung in der vergangenen Woche auf 19,87 Prozent aufgestockt. Die Aktionäre stimmten außerdem überein, das Mandat des Verwalters Franklin Templeton um weitere zwei Jahre zu verlängern. Kurzfristig brach das Interesse für FP-Aktien etwas ein, was Anleger hin zu den Banken geleitete. Das erklärt die hohen Umsätze mit Bankaktien.

Gute Woche für den BVB

Insgesamt war die letzte Oktoberwoche eine gute Woche für die Bukarester Wertpapierbörse. 30 Emittenten schlossen die Handelswoche mit Kursgewinnen, 26 verzeichneten Verluste. Industrieaktien registrierten die höchsten Wochengewinne, so zum Beispiel schlossen die Papiere des Feinmechanik-Betriebs Mecanică Fină (MECF, 0,123 Lei, ISIN ROMECFACNOR0) mit einem Plus von 20,3 Prozent. Am anderen Ende der Skala standen ein Bauunternehmen – Prefab (PREH, 1,31 Lei, ISIN ROPREHACNOR7) mit einem Minus von 9,7 Prozent und das Erdölhandelsunternehmen Petrolexport (PEI, 5,9 Lei, ISIN ROPEIMACNOR6) mit minus 7,8 Prozent.

Die Indizes im Wochenrückblick

Von den Indizes musste nur der Energiewerte-Index BET-NG einen Wochenverlust hinnehmen. Nach zwei aufeinander folgenden guten Tagen konnte der Index den Verlust vom Dienstag in Höhe von 1,1 Prozent nicht mehr wettmachen. Auf Wochensicht verlor er 0,9 Prozent und nähert sich so der 600-Punkte-Marke. Dafür hat ein anderer Index seine Marke in der vergangenen Woche überschritten. Der in Zusammenarbeit mit der Wiener Börse berechnete ROTX-Index schaffte in der vergangenen Woche den Sprung über die 14.000-Punkte-Marke. Auf Wochensicht legte der Index 0,7 Prozent oder 95,52 Punkte zu. Auch die übrigen Indizes verbuchten in der vergangenen Woche Kurszuwächse. Die meisten Punkte legte der Finanzwerte-Index BET-FI zu (146,2), prozentual stieg der Hauptindex BET-Index am stärksten (1,1 Prozent).

Devisen

Der Druck auf den rumänischen Leu hielt auch in der letzten Oktoberwoche weiter an. Die rumänische Währung musste sich sowohl dem Euro aber vor allem wieder dem US-Dollar beugen. Während die europäische Gemeinschaftswährung in der vergangenen Handelswoche 0,14 Prozent gegenüber dem Leu zulegte und die Position jenseits der 4,4-Lei-Grenze konsolidierte, schaffte der US-Dollar das, was er in der Woche zuvor in Angriff genommen hatte: die 4-Lei-Grenze. Diese durchbrach die amerikanische Währung schon am Montag vergangener Woche. Auch drei Tage, an denen Kursverluste verzeichnet wurden, konnten den Dollar nicht mehr unter 4 Lei drücken. Zumal die US-Devise am Donnerstag sich noch einmal gegen den Leu aufbäumte und den Tag mit einem Kursgewinn von 0,8 Prozent beendete. Am  Montag kostete demnach ein Euro 4,4322 Lei und ein US-Dollar 4,0252 Lei.

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