Börse schließt Jahr uneinheitlich ab, doch es gab auch Gutes zu berichten

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Donnerstag, 05. Januar 2017

Kurz währte die letzte Handelswoche des Jahres 2016 wegen der vorangegangenen Weihnachtsfeiertage. Anleger setzten in Bukarest nur noch umgerechnet knapp 12 Millionen Euro mit Aktien um. Die höchsten Umsätze wurden mit Banken- und Energie-Aktien umgesetzt. Wie gewöhnlich standen die Aktien der Banca Transilvania (TLV, 2,385 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) mit einem Umsatzvolumen von 11,4 Millionen Lei an erster Stelle. Zwar weist der Trend nach oben, auf Wochensicht gab es ein Plus von 1,9 Prozent, doch sind die Aktien noch recht weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch von 2,85 Lei.

BRD-Aktien (BRD, 11,88 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) brachten es in der vergangenen Handelswoche auf ein Volumen von 5,8 Millionen Lei. Sie performten besser als die TLV-Papiere, auf Wochensicht lag das Plus bei 3,48 Prozent. Der letzte Preis von 11,88 Lei notierte nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 11,9 Lei.

Dennoch trügt der Schein, denn im Jahr 2016 entwickelten sich die beiden Aktien unterschiedlich. Während TLV-Papiere für das vergangene Jahr ein Plus von 18,24 Prozent aufweisen, stehen die Vorzeichen bei BRD-Aktien auf minus (-1,87 Prozent).

Energie-Aktien waren die Verlierer

Die Energie-Aktien Romgaz (SNG, 25 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) und OMV Petrom (SNP, 0,261 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) brachten es in der vergangenen Handelswoche auf knapp 8,5 beziehungsweise 5,2 Millionen Lei Umsatz. Auf Jahressicht betrachtet spiegeln jedoch beide Spitzenaktien (minus 6,7 Prozent für SNG- und minus 11,5 Prozent für SNP-Aktien) die Entwicklung des Energiewerte-Index BET-NG wider, der den Einbruch von fast sechs Prozent im ersten Quartal trotz Aufholjagd nicht wieder wettmachen konnte. Am Ende steht bei den Energiewerten ein Minus von 2,97 Prozent.

Ein Jahresrückblick mit gemischten Gefühlen

Die Bukarester Wertpapierbörse hat ein glanzloses Börsenjahr hinter sich gebracht. Die Indizes folgten vor allem im letzten Quartal nicht dem Aufwärtstrend ausländischer Märkte. Zwar konnte der Hauptindex BET auf Jahressicht ein schwaches Plus von 1,15 Prozent ausweisen, doch ihm folgten nur einige der Bukarester Indizes. Am besten schnitt dabei der BETPlus-Index ab, der mit einem Plus von 1,74 Prozent aufwarten kann. An dritter Stelle steht der ROTX-Index mit einem Jahresgewinn von 0,94 Prozent, hauptsächlich auf die gute Performance der Ersten Group Bank AG aufbauend (EBS, 125,5 Lei, ISIN AT0000652011), die trotz heftiger Turbulenzen „nur“ 4,2 Prozent an Wert verlor auf Jahressicht. Immerhin schließen die EBS-Papiere mit einem Plus von 39,4 Prozent auf Halbjahressicht. Weniger gut entwickelten sich der Energiewerte-Index BET-NG, wie bereits erwähnt, und der Finanzwerte-Index BET-FI, der auf Jahressicht ein Minus von 1,87 Prozent zu beklagen hat. Die Bukarester Wertpapierbörse enttäuschte ein wenig angesichts der guten Performance ausländischer Börsen und der außergewöhnlich guten Wirtschaftsleistung des Landes im vergangenen Jahr.

Höhere Liquidität zu melden

Dennoch gibt es keinen Grund zu klagen, die Liquidität an der Bukarester Wertpapierbörse lag im vergangenen Handelsjahr mit einem Umsatzvolumen von 9,25 Milliarden Lei (etwa 2,03 Milliarden Euro) um mehr als 5 Prozent höher als im Jahr zuvor. Dies ist auch dem Börsengang des Gesundheitsdienstleisters MedLife (M, 26,3 Lei, ISIN ROMEDLACNOR6) zu verdanken, genauso wie dem sekundären Börsengang von OMV Petrom, als das Handelsministerium im Juli dieses Jahres 5,57 Millionen SNP-Aktien zum Kauf anbot, dem Abstoß der SNG-Beteiligung und den Aktienrückkäufen des Fonds Proprietatea (FP, 0,795 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5).

2017 verspricht spannend zu werden

Das neue Jahr verspricht alles andere als langweilig zu werden und damit auch wenig voraussehbar. Die Ungewissheit über die politische Entwicklung in den USA sowie in Frankreich und Deutschland dürfte sich nicht nur auf den ausländischen Märkten bemerkbar machen. Auch der Bukarester Aktienmarkt könnte Nervosität verspüren. Andererseits dürfte sich die auch für 2017 erwartete gute Entwicklung der rumänischen Wirtschaft endlich auch am Kapitalmarkt bemerkbar machen. Zu den Gewinnern würde dann so manche Industrie-Aktie gehören, vielleicht auch Bankenwerte. Der geglückte Börsengang von MedLife und die Finanzierungsnot der neuen sozialdemokratischen Regierung in Bukarest für das gewagte Wirtschaftsprogramm (höhere Einkünfte, niedrigere Steuern) könnten den rumänischen Aktienmarkt weiter beleben. Nicht uninteressant dabei wird auch die weitere Entwicklung um die Aufnahme der Bukarester Börse in den FTSE Russell Index der Emerging Markets, was die Sichtbarkeit der Börse erhöhen würde und den Bukarester Aktienmarkt für ausländische Investoren interessanter machen würde.

 

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