Börse schließt noch knapp im Plus, Ausblick wird interessant

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 22. Juli 2014

Obwohl durch die Krise in der Ukraine und den Warnungen von IWF-Chefin Lagarde eine gewisse Nervosität an den internationalen Aktienmärkten herrscht, schaffte es der Bukarester Aktienmarkt die vergangene Woche noch mit einem leichten Plus abzuschließen. Davon ausgenommen war der Finanzwerte-Index, der über die Woche 0,85 Prozent und damit 253,23 Punkte verlor. Tatsächlich aber fielen die Kursgewinne in der vergangenen Woche mit 0,22 bis 0,49 Prozent bescheiden aus und der Handel am letzten Tag der vergangenen Woche deutete bereits auf einen Abwärtstrend hin: Sämtliche Aktien verloren am Freitag an Wert. Die Marktkapitalisierung schwankte im Lauf der Woche, auf Wochensicht jedoch ging auch sie nach unten. Und in Ermangelung von IPOs fiel auch der durchschnittliche Tagesumsatz auf überschaubare 8,2 Millionen Euro zurück.

Ausblick gewagt

Trotz Sommerpause steht in der kommenden und in den darauf folgenden Wochen so einiges an, was den Börsenbetrieb interessant hält. Wie zum Beispiel die Antwort auf die Frage, wie die internationalen, regionalen und die lokale Börse das Flugzeugdrama in der Ostukraine aufnehmen werden. Bereits am vergangenen Freitag hatte Bukarest einen Prozentpunkt Verlust geschrieben, im Einklang mit den ausländischen Aktienmärkten. Von den Aktien wird die Entwicklung des Neuankömmlings Electrica (EL, 10,8 Lei, ISIN ROELECACNOR5) zu beobachten sein. Anleger erwarten, dass die Papiere sich erholen, nachdem sie um mehr als zwei Prozent zum Ausgabepreis gesunken waren. Es ist bislang die schwächste Performance neuer Aktien an der BVB.
Auch der Fonds Proprietatea (FP, 0,846 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) bleibt im Fokus der Anleger. Die dritte Aktienrückkauf-Aktion neigt sich ihrem Ende zu. Seit Beginn der Aktien legten FP-Papiere drei Prozent zu. Derzeit hält der Fonds knapp zehn Prozent der eigenen Aktien. Es ist zu erwarten, dass der Fonds eine Kapitalminderung durchführt, indem die selbst gehaltenen Aktien gestrichen werden.

Wie werden die Aktien der Investmentgesellschaft SIF Oltenia in der letzten Woche vor der Vollversammlung performen? Am kommenden Montag sollen die Ausschüttungsvorschläge diskutiert werden. Auf dem Spiel stehen 130 Millionen Lei Überschuss vom Vorjahr (etwa 29,5 Millionen Euro), für die Verwendung stehen zwei Vorschläge zur Debatte: Entweder es werden 92,8 Millionen Lei (0,16 Lei je Aktie) ausgeschüttet, oder der gesamte Überschuss wird einbehalten.
Schließlich wird auch die Performance der Erste-Aktien (EBS, 83,15 Lei, ISIN AT0000652011), nachdem sich der Schock über den milliardenschweren Verlust der Mutterbank der BCR gelegt haben wird, interessant sein. Vor allem die Antwort auf die Frage nach dem Verbleib des Kursverlustes von 30 Prozent, den die Aktien in drei Wochen erleiden mussten.

Rasdaq

Am Sekundärmarkt Rasdaq herrschte eher Sommerpause. Der durchschnittliche Tagesumsatz lag bei niedrigen 0,11 Millionen Euro. Einen kräftigen Umsatzschub gab es am vergangenen Dienstag, als ein Aktienpaket von neun Prozent am Maschinenbauer Uzinexport (UZIN, 0,5 Lei, ISIN ROUZINACNOR9) zu einem Sonderpreis den Besitzer wechselte. Die 1,32 Millionen Aktien generierten einen Umsatz von 0,66 Millionen Lei. Am Freitag sorgten noch zwei öffentliche Übernahmeangebote im fünfstelligen Lei-Bereich noch für etwas mehr Umsatz am Rasdaq-Markt. Der Hauptindex Rasdaq-C setzte seinen Abwärtstrend unbeirrt fort. Auch in der vergangenen Woche verlor der Index 0,33 Prozent und steuerte somit auf die 1350-Punkte-Marke zu.

Devisen

Die rumänische Notenbank legte den amtlichen Wechselkurs für den Leu am vergangenen Freitag bei 4,4410 Lei für einen Euro. Damit lag der Euro noch unter dem Vortageswert, aber immer noch auf einem Höchststand der vergangenen zwei Wochen. In nur einer Woche hat die europäische Gemeinschaftswährung mehr als einen halben Prozent zum Leu zugelegt. Grund für die Schwächeperiode der rumänischen Währung seien die Probleme am Bankenmarkt im benachbarten Bulgarien. So zitieren zumindest rumänische Medien die Analysten. Derweil aber gerät auch der Euro leicht ins Schleudern. Gute Wirtschaftsdaten aus den USA und das erneute Aufkommen von Sorgen um das Wirtschaftswachstum in Europa schwächen den Euro. Zum US-Dollar verlor der rumänische Leu in der vergangenen Woche doppelt so viel wie zum Euro: 1,1 Prozent.

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