Börse schließt uneinheitlich, SIF überzeugen Anleger

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 21. Januar 2014

Die Börse startete unentschlossen in die zweite Handelswoche dieses Jahres. Die Indizes schlossen erst einmal uneinheitlich. Sie fingen sich zwar Mitte der Woche, kamen aber gegen Ende doch nicht auf einen gemeinsamen Nenner, was die Richtung der Kursentwicklung betrifft. Die Tagesumsätze lagen zwischen knapp sechs und fast sieben Millionen Euro, was eher wenig ist auch für die nicht so umsatzstarke Bukarester Wertpapierbörse. Etwas Bewegung kam in der zweiten Wochenhälfte in den Anleihenmarkt, wo im Durchschnitt umgerechnet 0,31 Millionen Euro umgesetzt wurden. Auf Wochensicht verlor der Markt ein wenig an Rhythmus. Bei einem Kursverlust von 39 Punkten oder 0,6 Prozent für den Hauptindex BET kann kaum von einer Kurskorrektur die Rede sein. Vielmehr hatten Anleger keine Lust, groß zu investieren.

Der Index der umsatzstärksten Aktien (BET-C) folgte der Richtung des Hauptindex. Der Finanzwerte-Index BET-FI jedoch profitierte von guten Nachrichten aus der Ecke der SIF-Investmentgesellschaften (plus 1,2 Prozent). Dort war Ende der Vorwoche bekannt geworden, dass ein gegenseitiger Aktienkauf zwischen den SIF-Gesellschaften erlaubt werden sollte. Das beflügelte die Anleger, die auf SIF setzen. Die fünf SIF-Emittenten legten zwischen 1,5 Prozent (SIF3, 0,6895 Lei, ISIN ROSIFCACNOR8) und 4,9 Prozent (SIF1, 1,391 Lei, ISIN ROSIFAACNOR2) zu. In der vergangenen Woche erschienen auch die ersten Informationen über das Geschäftsjahr 2013. SIF Banat Crişana SA (SIF1) und SIF Muntenia (SIF4, 0,9395 Lei, ISIN ROSIFDACNOR6) verfügen demnach über die höchsten Barreserven. Daher wiesen sie wohl auch die höchsten Kurszuwächse auf – Anleger erwarten wahrscheinlich hohe Rendite. Die beste Jahresperformance aber hatte SIF Transilvania (SIF3), was die Anleger erst einmal weniger beeindruckte. Die Aktien legten auf Wochensicht nur 1,5 Prozent zu. Insgesamt liegt der Gewinn der SIF-Gesellschaften bei umgerechnet fast 140 Millionen Euro.

Die steigende Marktkapitalisierung von zuletzt umgerechnet 31,6 Milliarden Euro lässt auf steigende Kurse schließen. Tatsächlich legten die meisten Aktien zu in der vergangenen Woche. Das Verhältnis liegt eindeutig zugunsten der Gewinneraktien bei 48 zu 21. Was allerdings nichts an der scheinbaren Orientierungslosigkeit am Markt ändert. Zu den weiteren Gewinnern der Woche, mit Kurszuwächsen von mehr als zehn Prozent, gehören dieses Mal nur Industrieaktien. Darunter befinden sich zwei Bau- und zwei Chemieunternehmen. Einige davon sind Spekulationsaktien – wie Impact Developer & Contractor SA (IMP, 0,74 Lei, ISIN ROIMPCACNOR0) mit einem Wochenzuwachs von 34 Prozent – andere jedoch würden von einer Regelung der Finanzaufsichtsbehörde ASF profitieren, die zwingende Übernahmeangebote für Mehrheitsaktionäre vorsieht. In dieser Lage sind die beiden Chemieunternehmen Stizo SA (STZ, 0,44 Lei, ISIN ROSTZOACNOR8) und Amonil SA. (AMO, 0,0092 Lei, ISIN ROAMOIACNOR7). Sie legten in der vergangenen Woche 16,4 Prozent bzw. 16,5 Prozent zu. In derselben Lage ist auch Electroarge{ SA (ELGS, 0,815 Lei, ISIN ROELGSACNOR6). Die Aktien stiegen um 25 Prozent.

Rasdaq

Sonderdeals und ein Ausstieg trugen maßgeblich zum Umsatz an der Sekundärbörse Rasdaq in der vergangenen Woche bei. Im Durchschnitt wurden am Freien Markt fast 0,19 Millionen Euro pro Tag umgesetzt. Am Mittwoch schnellte der Tagesumsatz auf 0,47 Millionen Euro hoch, als ein Aktionär beim Internetdienstleister Compania de Informatică Aplicată SA Cluj-Napoca (SOEL, 21,48 Lei, ISIN ROSOELACNOR0) ausstieg und 29,66 Prozent der Aktien verkaufte. Der Rasdaq-C-Index freute sich über den etwas regeren Handel und legte auf Wochensicht 0,7 Prozent zu.

Devisen

Der Druck auf die rumänische Währung blieb konstant in der vergangenen Woche. Vor allem der Euro belastete den Leu weiterhin und hielt sich konstant über 4,52 Lei. Zwar schien es, dass der Leu etwas Boden gut machen könnte, vor allem in der ersten Wochenhälfte. Doch am Ende verlor der Leu fast alles, was er im Laufe der Woche zugelegt hatte. Der Euro schloss die Woche bei 4,5301 Lei, damit allerdings leicht unter dem Freitagswert der Vorwoche. Nicht viel anders erging es dem Leu im Verhältnis zum US-Dollar. Auf Wochensicht schloss die amerikanische Währung um 0,39 Prozent unter dem Freitagswert der Vorwoche – aber immer noch über 3,33 Lei.

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