Börse setzt Aufwärtstrend fort, Top-Personalie rückt Petrom in den Fokus

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 16. Januar 2018

Auch in der vergangenen Woche legte die Bukarester Wertpapierbörse kräftig zu. Dabei startete der Handel alles andere als vielversprechend, die Korrekturen am Montag gingen bis zu 4,4 Prozent (BET-NG). Auf Wochensicht fing sich die Börse jedoch, so dass sie am Freitag mit einem durchschnittlichen Kursgewinn von 3,32 Prozent schloss. Allen voran der Marktindex BET, der dank seines Wochenpluses von 3,55 Prozent erneut die 8000-Punkte-Marke überschritt. Doch damit nicht genug. Bis auf den BETPlus konnten alle wichtigen Indizes ihre derzeitigen psychologischen Grenzen überschreiten: Der BET-FI kletterte auf Wochensicht um 3,1 Prozent auf 41.828,75 Punkte, der ROTX ließ dank des Zuwachses von 3,52 Prozent die 17.000-Punkte-Marke hinter sich, sogar der Energiewerte-Index BET-NG schaffte den Sprung über die 700-Punkte-Marke (plus 2,96 Prozent).

Der Umsatz lag bei insgesamt 159,12 Millionen Lei (umgerechnet 34,29 Millionen Euro), das entspricht einem Tagesdurchschnitt von 31,24 Millionen Lei (6,86 Millionen Euro). Gegenüber der Vorwoche ist dies ein Zuwachs von 19 Prozent. Wie auch in der vergangenen Woche waren es die Bank- und Finanzaktien, die die höchsten Umsätze erzielten. Den Löwenanteil sicherte sich wieder Banca Transilvania (TLV, 2,29 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) mit knapp 25 Prozent (und einem Wochengewinn von 6 Prozent), gefolgt vom Fonds Proprietatea (FP, 0,915 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) mit 20,7 Prozent und einem Wochenplus von 2,58 Prozent, sowie von BRD (BRD, 13,7 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2), die einen Kurssprung von 4,1 Prozent schafften.

Die Marktkapitalisierung erreichte am Ende der Handelswoche einen Stand von umgerechnet 38,04 Milliarden Euro – ein Wert, der zuletzt am 21. Juni 2017 erreicht worden war. Tatsächlich verbuchten 50 Emittenten Kurszuwächse am Ende der vergangenen Woche. Die höchsten erzielten Prefab (PREH, 0,885 Lei, ISIN ROPREHACNOR7) mit plus 19,59 Prozent und Petrolexportimport (PEI, 4,6 Lei, ISIN ROPEIMACNOR6) mit +15 Prozent. Ihnen standen 18 Emittenten mit Verlusten gegenüber. Die größten Verlierer waren SIF Hoteluri (CAOR, 1,81 Lei, ISIN ROCAORACNOR9) mit minus 15,42 Prozent und Farmaceutica Remedia (RMAH, 0,33 Lei, ISIN RORMAHACNOR2) mit einem Verlust von 14,95 Prozent.

OMV-Tochter Petrom im Fokus

Der Mineralölkonzern OMV Petrom (SNP, 0,31 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) geriet in der vergangenen Woche durch eine Top-Personalie in den Fokus der Wirtschaftsnachrichten. Die langjährige Vorstandsvorsitzende Mariana Gheor-ghe (61) wird nach 11 Jahren an der Spitze von Petrom frühzeitig von der 46-jährigen Schottin Christine Verchere, ehemals Asien-Pazifik-Chefin beim Konkurrenten British Petroleum, ersetzt. Vom Wechsel versprechen sich Analysten einen Ansporn der Investitionen, vor allem in der sogenannten Offshore-Ausbeutung von Erdgas- und Erdölreserven im Schwarzen Meer. Petrom hat im letzten Quartal des vergangenen Jahres 165.000 Barrel Öleinheiten (boe) pro Tag gefördert, was einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorquartal (166.000 boe/Tag) entspricht und gut unter der Ausbeute noch vor einem Jahr liegt (170.000 boe/Tag). Dass es Petrom trotz seit 2011 um 44,6 Prozent rückläufiger Umsätze (2011: 22,61 Milliarden Lei - 2016: 12,52 Milliarden Lei) dennoch gut geht (Gewinn 2016: 970 Millionen Lei) ist sowohl wieder steigenden Erdölpreisen, aber vor allem den Sparmaßnahmen der Konzernleitung zu verdanken. Die Aktien profitierten von der allgemein guten Laune am Markt und legten auf Wochensicht 2,31 Prozent zu. Seit Jahresbeginn haben SNP-Aktien gut 9 Prozent zugelegt.

Devisen

Der US-Dollar zeigte seine Schwäche gegenüber dem Euro Ende der vergangenen Woche deutlich. Die Gemeinschaftswährung erstarkte nach Abschluss der Sondierungsgespräche zur Bildung einer neuen Großen Koalition in Deutschland. Der rumänische Leu musste gegenüber dem Euro auch in der vergangenen Woche weiter nachgeben (minus 0,026 Prozent) – wenngleich der Verlust eher auf eine Seitwärtsbewegung deutete - während der US-Dollar im Verhältnis zum Lei Federn lassen musste. Er verlor 0,62 Prozent. So kostete am gestrigen Montag ein Euro 4,6377 Lei, um 0,0012 Lei mehr als noch vor einer Woche. Gleichzeitig kostete ein US-Dollar 3,8247 Lei, 0,0237 Lei weniger als im selben Berichtszeitraum.

 

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