Börse startet unentschlossen in den Herbst, Energiewerte weiter im Fokus

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 09. September 2014

Schwacher Auftakt für die Bukarester Wertpapierbörse BVB in der ersten Septemberwoche. Auf einen Tagesumsatz von 117 Millionen Lei am Montag zuvor, startete die Börse am vergangenen Montag mit einem Umsatz von nur 19 Millionen Lei. In der ersten Wochenhälfte schwankte der Umsatz kräftig, in der zweiten hingegen beruhigte sich der Handel wieder auf Sommerpausen-Niveau. Im Wochendurchschnitt sackte der Umsatz wieder weit unter 10 Millionen Euro.

Die Indizes zeichneten ein unentschlossenes Bild der Börse. Der Hauptindex BET verlor auf Wochensicht 0,3 Prozent, der neue Index BETPlus zog nach und schloss um 0,7 Prozent unter dem Vorwochenniveau. Dafür legten die anderen Indizes zu: Der Finanzwerte-Index BET-FI stieg um 0,4 Prozent, vor allem dank der FP-Aktien, die in der vergangenen Woche ihr Allzeithoch von 0,89 Lei erreichten; der ROTX-Index legte 0,38 Prozent zu und konsolidierte seine Position jenseits der 13.000 Punkte; der Energiewerte-Index schließlich legte nur unscheinbare 0,1 Prozent zu, festigte aber seinerseits die Position über 700 Punkte.

Die steigende Marktkapitalisierung deutet auf wachsende Kurse hin. Tatsächlich schlossen 34 Emittenten die erste Septemberwoche im Plus, 27 Aktien verzeichneten Kursrückgänge. Den höchsten Wochengewinn strichen die Aktien des Baustoffherstellers Cemacon (CEON, 0,0598 Lei, ISIN ROCEONACNOR0) nach durchgeführter Minderung des Stammkapitals. Mit einem Wochenminus von 5,6 Prozent führt der Hersteller von Elektroteilen Grup Industrial Electrocontact (ECT, 0,0268 Lei, ISIN ROELBOACNOR6) die Verlustliste an.

Besonderes Augenmerk richtet sich auf den Betreiber des einzigen Atomkraftwerkes des Landes, Nuclearelectrica (SNN, 7,84 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8). Das Management legte sich in der vergangenen Woche mit dem Minderheitsaktionär, dem Fonds Proprietatea (FP, 0,8835 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5), an. Es geht um die geplante Stammkapitalerhöhung, bei der Aktionäre des Unternehmens gehalten sind, insgesamt 24,15 Millionen Aktien zum Stückpreis von 10 Lei zu kaufen. FP müsste 45 Millionen Lei in bar einzahlen, wenn der Fonds seine Beteiligung an SNN nicht gemindert sehen will.

Am Freitag lagen gegensätzliche Informationen darüber vor, ob FP nun zusätzliche Details über die Kapitalerhöhung gefordert habe oder nicht. Die SNN-Geschäftsführung besteht auf dem Standpunkt, dass die Kapitalaufstockung bei der Listung bekannt gewesen sei. Sie widerspiegelt die Subventionen, die der Staat in der Zeit zwischen 2006 und 2009 an SNN geleistet hätte sowie den Wert eines Grundstücks, die aber nicht vor der Listung im November vergangenen Jahres verbucht wurden, um die Listung nicht unnötig zu verzögern – so die offizielle Erklärung. FP-Chef Greg Konieczny hingegen wittert einen Versuch, die FP zum Zahlen zu zwingen oder Beteiligung von FP am Unternehmen zu schmälern. Nuclearelectrica verbuchte im ersten Halbjahr einen Gewinn von 60,42 Millionen Lei (13,7 Millionen Euro), um 69 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Seit der Listung im November 2013 verlor SNN ein Drittel des Ausgabewertes an der Börse.

Rasdaq

Von der Sekundärbörse Rasdaq gab es in der vergangenen Woche wenig zu berichten. Der Umsatz war mit einem Tagesdurchschnitt von umgerechnet nur 0,07 Millionen Euro gewohnt niedrig. Kaum ein Emittent hob sich dabei hervor. Interessant wird der Bieterkampf um das Chemiewerk Uzinele Sodice Govora (UZIM, 0,08 Lei, ISIN ROUZIMACNOR1). Der Hauptaktionär, Janikowskie Zaklady Sodowe Janikosoda aus Polen, hat ein erneutes Übernahmeangebot gestartet, das am 1. Oktober abläuft. Ein früherer Versuch, das Unternehmen komplett zu übernehmen und von der Börse zu nehmen, war an den Minderheitsaktionären – unter ihnen auch der Staat – gescheitert.

Devisen

Vor dem Hintergrund erneuter Rezessionsängste in Europa sowie der Krise in der Ukraine, verlor der Euro an Wert in der vergangenen Woche. Das konnte man auch am Verhältnis zum rumänischen Leu sehen. Der Euro verlor 0,27 Prozent, der Leu versuchte wieder, die 4,4-Lei-Marke zu unterbieten. Der US-Dollar hingegen stieg kräftig zum Leu. Am Montag kostete die amerikanische Währung 3,3964 Lei, um 1,4 Prozent mehr als noch in der Woche zuvor.

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