Börse stockte vor Wahlen, ließ keinen klaren Trend erkennen

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 11. Dezember 2012

Das Interesse für den Aktienhandel ebbte in der vergangenen Woche merklich ab. Der durchschnittliche Tagesumsatz ging von umgerechnet 8,1 Millionen Euro in der Vorwoche auf 3,9 Millionen Euro in der vergangenen Woche zurück. Besonders klar verdeutlichte der Freitag, dass Anleger nur noch auf den Ausgang der Parlamentswahlen vom vergangenen Sonntag warten würden. Der Umsatz am letzten Handelstag der vergangenen Woche lag mit 7,4 Millionen Lei (umgerechnet 1,6 Millionen Euro) auf einem Tiefststand in diesem Jahr. Im Vergleich zur Vorwoche entwickelte sich die Marktkapitalisierung leicht rückläufig. Sie ging im Laufe der Handelswoche um knapp 3 Prozent zurück, blieb aber bei über 20 Milliarden Euro auf immer noch hohem Niveau. Auch Anleihen wurden noch in der vergangenen Woche gehandelt, allerdings gab es nur eine Transaktion im Wert von 0,95 Millionen Euro. Damit lag der Umsatz immer noch höher als in der Vorwoche, als an zwei Tagen nur 0,04 Millionen mit Anleihen umgesetzt wurden.

Indizes und Aktien

Die Börse gab ein ähnlich uneinheitliches Bild ab wie auch in der Woche zuvor, ein klarer Trend war nicht zu erkennen. Der Markt verzeichnete einen leichten Rückgang im Vergleich zur Vorwoche. Der Hauptindex BET-C verlor auf Wochensicht 0,6 Prozent und fiel damit wieder unter die 2600-Punkte-Marke. Im Gegensatz zur Vorwoche verzeichneten auch der Liquiditäts- sowie der ROTX-Index Kursverluste. Ersterer verlor nur 0,7 Prozent, nachdem er in der Vorwoche noch 0,3 Prozent zugelegt hatte. Der ROTX-Index verzeichnete einen Kursverlust von 0,2 Prozent, nach einem Sprung von 1,35 Prozent. Hier belasteten besonders die Banken den Kursverlauf des Index. Die SocGen-Tochter BRD (BRD, 7,125 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) und Banca Transilvania (TLV, 1,14 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) schlossen die Woche im Minus (minus 3 Prozent bzw. minus 2,5 Prozent), ebenso wie das Schwergewicht Petrom (SNP, 0,3952 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) mit minus 0,6 Prozent. Dass Erste-Aktien (EBS, 100,6 Lei, ISIN AT0000652011) um 1,1 Prozent zulegten und so die 100-Lei-Grenze knackten, konnte dem Index auch nicht helfen.

Den höchsten Kurszuwachs verzeichnete der Finanzwerte-Index BET-FI. Er legte 0,7 Prozent auf Wochensicht zu und konnte so die 24.000-Punkte-Marke verteidigen. Vor allem SIF Transilvania (SIF3, 0,6595 Lei, ISIN ROSIFCACNOR8) konnte überzeugen, mit einem Wochenplus von 3 Prozent. Der Energiewerte-Index BET-NG legte in der vergangenen Woche leicht zu: 0,05 Prozent. Hier half vor allem der Hafenbetreiber Oil Terminal Constanta (OIL, 0,158 Lei, ISIN ROOILTACNOR9). Gerüchten zufolge soll der Betreiber des Erdölterminals am Schwarzen Meer für russische Investoren interessant sein. Das beflügelte wohl die Phantasie der am Markt verbliebenen Anleger, die Aktien stiegen auf Wochensicht um 6,7 Prozent und sicherten sich so den höchsten Kurszuwachs der Woche.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt wagte in der vergangenen Woche etwas mehr als in der Woche zuvor. Der durchschnittliche Tagesumsatz stieg um 30 Prozent. Was sich viel anhört ist jedoch in Wahrheit wenig: Der durchschnittliche Umsatz lag bei umgerechnet 0,06 Millionen Euro. Es gab zwar hohe Schwankungen von Handelstag zu Handelstag und auch der Hauptindex Rasdaq-C machte ein ziemliche Zick-Zack-Bewegung durch. Doch wurden in der Woche vor den Parlamentswahlen keine Sonderdeals mehr abgeschlossen. Der Hauptindex verlor auf Wochensicht weitere 0,6 Prozent zur Vorwoche und schloss bei 1416,45 Punkten, immer weiter von der 1500-Punkte-Grenze entfernt.

Devisen

Den Boden, der die rumänische Währung in der Vorwoche gut machen konnte, verlor der Leu in der vergangenen Woche erneut. Der Euro stieg erneut auf 4,53 Lei und obwohl der Druck auf den Leu am letzten Handelstag der Woche nachzulassen schien, hatte der Euro im Laufe der Woche neue Höchstwerte der vergangenen vier Wochen erreicht. Beim US-Dollar verlief die Kursentwicklung leicht anders. Gegen Ende der Woche wurde der Druck auf den Leu seitens des Dollars noch stärker, sodass die amerikanische Währung wieder über der 3,5-Lei-Grenze schloss.

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