Börsengang regt Appetit der Anleger an, Aktienmarkt dreht ins Plus

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 14. November 2017

Bukarests Börse drehte endlich ins Plus in der vergangenen Woche, nach drei aufeinander folgenden verlustreichen Handelswochen. Dabei fielen die Kursgewinne bescheiden aus, der Hauptindex BET legte beispielsweise nur 0,3 Prozent zu. Der Energiewerte-Index BET-NG machte eine Seitwärtsbewegung durch, er erzielte ein Plus von nur 0,09 Prozent. Ein Zuwachs von 1,28 Prozent verhalf dem ROTX-Index die 16.000-Punkte-Hürde erneut zu überschreiten. Der Index schloss die Handelswoche bei 16.019,27 Zählern. Die vergangene Handelswoche aber war mit Abstand für den Finanzwerte-Index BET-FI die beste. Der Index stieg um 3,7 Prozent und kletterte somit nicht nur über die 37.000-Punkte-Marke, sondern übertraf sogar die 38.000-Punkte-Marke. Damit erreichte der Index fast den Stand vom 15. Juli 2008. Dafür waren vor allem die SIF-Investmentgesellschaften verantwortlich, allen voran SIF Moldova (SIF2, 1,31 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0) mit seinem Wochenzuwachs von 8 Prozent. Auch SIF Muntenia (SIF4, 0,946 Lei, ISIN ROSIFDACNOR6) half mit einem Wochenplus von 5,11 Prozent sowie SIF Banat Cri{ana (SIF1, 2,6 Lei, ISIN ROSIFAACNOR2) mit plus 4,62 Prozent.

Fast-Food Franchisenehmer macht Appetit

Der Franchisenehmer für Rumänien und die Republik Moldau für die Fast-Food-Ketten KFC und Pizza Hut, Sphera Franchise Group (SFG, 33,1 Lei, ISIN ROSFGPACNOR4) wurde am vergangenen Donnerstag zum Handel zugelassen. Schon am ersten Handelstag legten die Aktien 16 Prozent zum Ausgabepreis von 29 Lei je Aktie zu. Der Börsengang des Franchisenehmers ist somit der größte in der zweiten Jahreshälfte und der fünfte in den verganenen 12 Monaten, lobte der Börsenchef Lucian Anghel zum Handelsstart. 9,79 Millionen Aktien wurden durch diese IPO auf den Markt geworfen, das Angebot bezifferte sich auf 284 Millionen Lei. Der dem aktuellen Aktienpreis entsprechende Marktwert des Unternehmens liegt bei 1,14 Milliarden Lei (247 Millionen Euro). Das Unternehmen betreibt 105 Fast-Food-Restaurants in 24 Städten in Rumänien. Geplant ist der Ausbau des Netzes auf 210 Restaurants bis 2022, außerdem soll auch der italienische Markt in Angriff genommen werden. 2016 verbuchte Sphera Franchise Group einen Reingewinn von 51,6 Millionen Lei, was einem Zuwachs von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Rückblick auf Quartalsberichte

Der Gesundheitsdienstleister MedLife (M, 34,9 Lei, ISIN ROMEDLACNOR6) meldete zu Beginn der vergangenen Handelswoche einen Umsatz von 459,18 Millionen Lei (99,5 Millionen Euro) für die ersten drei Quartale dieses Jahres. Das entspricht einem Zuwachs von 27 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Gewinn stieg auf Jahressicht von 41.138 Lei auf 9,55 Millionen Lei. Trotz der guten Finanzdaten wurde der Kurs der Aktie in der vergangenen Woche um 2,8 Prozent gedrückt. Immerhin hat die Aktie 34 Prozent seit Markteintritt zugelegt.

Der Mineralölkonzern OMV Petrom (SNP, 0,2895 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) hat einen Reingewinn in Höhe von 1,85 Milliarden Lei (400 Millionen Euro) für die ersten neun Monate dieses Jahres bekanntgegeben. Das entspricht einem Zuwachs von 110 Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2016. Der Umsatz legte nur 18 Prozent auf 14,6 Milliarden Lei zu. Anscheinend waren Anleger darüber enttäuscht, die Aktie verlor am Tag der Ergebnismeldung 0,7 Prozent. Auf Wochensicht aber schloss sie mit einem Plus von 0,8 Prozent. Dem Unternehmen steht eine recht ungewisse Zeit hinsichtlich der Fördergebühren bevor, was Anleger möglicherweise in den Aktienkurs einpreisen.

Der Gewinnsprung von Biofarm (BIO, 0,30 Lei, ISIN ROBIOFACNOR9) in Höhe 23,3 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2016, hat die Anleger nicht überzeugt. Die Aktie verlor auf Wochensicht 2,59 Prozent.

Devisen

Die Entscheidung der Regierung, an der heftig umstrittenen „Steuerrevolution“ festzuhalten, erwies sich als desaströs für die rumänische Landeswährung. Der Leu, in letzter Zeit ohnehin stark unter Druck wegen der ebenso umstrittenen Lohnpolitik der Regierung, verlor in der Woche, in welcher die Regierung die Übertragung der Arbeitgeber-Anteile an den Sozialversicherungsabgaben zu den Arbeitnehmer-Anteilen bei gleichzeitiger Reduzierung der Lohnsteuer von 16 auf 10 Prozent beschloss – wodurch möglicherweise Nettogehälter niedriger ausfallen, wenn Arbeitgeber die Bruttolöhne nicht neu berechnen – 0,97 Prozent gegenüber dem Euro und 0,88 Prozent gegenüber dem US-Dollar. Der Euro notierte am gestrigen Montag auf dem höchsten Stand 2017 bei 4,639 Lei, der US-Dollar bei 3,9803 Lei.

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