Börsenwoche: SIF-Gesellschaften mischen den Aktienmarkt auf

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 25. Februar 2014

Bukarests Aktienmarkt schloss vorwiegend im grünen Bereich in der vergangenen Handelswoche, obwohl 40 der gelisteten Emittenten die Woche mit Kursverlusten abschloss und nur 24 Kursgewinne verzeichneten. Einen Verlust verzeichnete der Finanzwerte-Index BET-FI mit einem Minus von 1,25 Prozent. Damit fiel er auch unter die 31.000-Punkte-Marke. Alle anderen Indizes schafften einen Zuwachs von jeweils mehr als einem Prozent. Der in Zusammenarbeit mit der Wiener Börse berechnete Index brachte es sogar auf zwei Prozent Kurszuwachs. Damit steuert der ROTX-Index auf die 13.500 Punkte zu. Den zweithöchsten Wochenzuwachs verzeichnete der Energiewerte-Index BET-NG, mit einem Plus von 1,89 Prozent (oder 12,24 Punkten) auf nunmehr über 650 Punkte. Hier verhalf wohl die Verkündung eines Rekordergebnisses für Petrom (SNP, 0,466 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) – die Aktien legten um 3,2 Prozent zu und der Aufwärtstrend könnte auch in dieser Woche noch anhalten. Außerdem gab es wieder positive Kursentwicklungen bei den Schwergewichten Nuclearelectrica (SNN, 9,12 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) und Transgaz (TGN, 190,25 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8), die in den vergangenen Wochen immer mehr an Wert verloren hatten. Die Marktkapitalisierung stieg um 500 Millionen Euro leicht an, auf umgerechnet 30,9 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Tagesumsatz lag mit umgerechnet 10,3 Millionen Euro höher als sonst üblich in den vergangenen Wochen.

Am vergangenen Donnerstag entfachten einige SIF-Aktien gemeinsam mit dem Fonds Proprietatea ein wahres Umsatzfeuerwerk. Sie machten gemeinsam mehr als 90 Prozent des Umsatzes aus. Der zählte mit umgerechnet 24,1 Millionen Euro zu den höchsten in der Geschichte der Börse und war der höchste Tagesumsatz in diesem Jahr. Zwei der fünf SIF-Aktien waren Teil dieses Rekords, SIF Moldova (SIF2, 1,41 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0) und SIF Muntenia (SIF4, 0,885 Lei, ISIN ROSIFDACNOR6) wurden in Sonderdeals gehandelt. Nach der Ankündigung der Finanzaufsicht ASF vor zwei Wochen, SIF-Investmentgesellschaften den gegenseitigen Handel mit eigenen Aktien zu erlauben, kaufte SIF Banat-Crisana (SIF1, 1,345 Lei, ISIN ROSIFAACNOR2) am Donnerstag fünf Prozent am „Konkurrenten“ SIF4 mit einem Aufschlag von 6,7 Prozent zum Vortageskurs. An dem Tag stieg der Preis der SIF4-Aktien um 3,75 Prozent. Insgesamt aber zahlte sich der rege Handel nicht aus für den Aktienkurs der SIF4-Aktien. Sie verloren auf Wochensicht 3,5 Prozent. Auch die übrigen SIF-Gesellschaften verzeichneten Kursverluste, bis auf (SIF5, Lei, ISIN) Vielmehr zählte hier die Ankündigung von SIF1, auch in diesem Jahr keine Dividende auszahlen zu wollen. Damit dürfte der Gewinn vom Vorjahr – immerhin 18,1 Millionen Euro – der Investmentgesellschaft zur Verfügung stehen. Nun geht die Angst um, dass andere SIF-Gesellschaften in dieser Sache ähnlich verfahren.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt Rasdaq setzte seinen Abwärtstrend fort. Der Hauptindex fiel unter die 1400-Punkte-Marke und schloss bei 1394,95 Punkten. Der Umsatz wurde von einigen Übernahmeangeboten gestützt. An zwei Handelstagen überschritt er die 200.000-Euro-Marke. Am Donnerstag sorgte ein Übernahmeangebot für das Recycling-Unternehmen Remat Maramureş (REMM, 17,3 Lei, ISIN ROREMMACNOR4) – mit einem Aufschlag von 21 Prozent – und ein Kaufangebot für das Erdölunternehmen Foraj Sonde (FOJE, 5,5 Lei, ISIN ROFOJEACNOR1) für Wirbel am Markt. Am Tag zuvor war der reguläre Handel vor allem dank der Aktien des Kabelhersteller Iproeb (IPRU, 0,405 Lei, ISIN ROIPRUACNOR1) und dem Messgerätehersteller Amplo (AMPL, 3 Lei, ISIN ROAMPLACNOR8) auf umgerechnet 0,2 Millionen Euro hinaufgeklettert. Vor allem AMPL-Aktien profitierten nicht von dem Run auf die Aktien, die verloren auf Wochensicht 18,7 Prozent. Die übrigen genannten Aktien schlossen die Woche fast unverändert.

Devisen

Die Wirkung der vermeintlichen Stützaktionen der Notenbank hat in der vergangenen Woche wohl nachgelassen. Nach zwei Wochen des leichten Aufschwungs, verlor die rumänische Währung wieder an Wert gegenüber Euro und US-Dollar. Eine mögliche Erklärung liegt in den politischen Ereignissen in der benachbarten Ukraine. Das Land steht vor dem Bankrott, das Vertrauen in die Währungen der Region hat dadurch Schaden genommen. Die europäische Einheitswährung drückte den Leu um 0,8 Prozent und stieg wieder über die 4,5-Lei-Grenze (4,5173 Lei). Auch der US-Dollar erstarkte und legte 0,7 Prozent auf 3,2955 Lei zu.

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