Bohrungen sind genehmigt

Umweltministerin Rovana Plumb antwortet MdP Ovidiu Ganţ auf Anfrage

Freitag, 15. November 2013

Hermannstadt - SC Prospecţiuni SA, die Firma, die in mehreren Ortschaften Südsiebenbürgens Bohrungen durchführt, hat von der Hermannstädter Agentur für Umwelt im April dieses Jahres die Genehmigung für das Projekt zum Feststellen von seismischen Daten und die hierfür notwendigen Prospektionen im Areal RG 03 Südsiebenbürgen erhalten, teilt Umweltministerin Rovana Plumb im Antwortschreiben auf die diesbezügliche parlamentarische Anfrage des DFDR-Abgeordneten Ovidiu Ganţ mit. Ob die Bohrungen genehmigt worden seien, hatte MdP Ganţ im Oktober Umweltministerin Plumb aber auch Energieminister Constantin Niţă und Kulturminister Daniel Barbu gefragt. Letztgenannten, weil es in den Ortschaften Baudenkmäler gibt, die unter UNESCO-Schutz stehen. Eine Antwort vom Kulturminister traf noch nicht ein, Energieminister Niţă verwies den Abgeordneten an die Nationale Agentur für Bodenschätze (ANRM), an die Ovidiu Ganţ daraufhin am 11. November eine Eingabe schickte.

Laut Antwort von Umweltministerin Plumb werden die „dreidimensionalen seismischen Prospektionen“ im Auftrag der Gesellschaft ROMGAZ durchgeführt, um neue Erdgas- und Erdölvorkommen zu entdecken bzw. die Struktur der vorhandenen Vorkommen zu evaluieren. Das Projekt falle nicht unter Inzidenz von Regierungsbeschluss Nr. 445/2009 betreffend die Auswirkung von öffentlichen oder privaten Vorhaben auf die Umwelt, auf Grund der Lage der Ortschaften jedoch unter jene von Eilbeschluss Nr. 57/2007 über das Verwalten der Schutzzonen in der Natur bzw. der Konservierung des Lebensraums der wilden Flora und Fauna. Die Umweltagentur Hermannstadt habe die Prospektionsgenehmigung erteilt, nachdem sie im März sowohl von der Gesellschaft „Progresul Silvic“ Hermannstadt/Sibiu, der Kustodin der Schutzgebiete Natura 2000 im Harbachtal (RO SPA 0099) sowie Schäßburg/Sighişoara – Große Kokel/Târnava Mare (RO SCI 0227) als auch von der Verwaltung der Mikroregion Valea Nirajului betreffend den Verein „Kleine Kokel – Bălăuşeri“ und den Verein „Grupul Milvus“ betreffend die geschützten Flaumeichen-Wälder (RO SCI 0186) das Einverständnis erhalten hatte.

In der bei der Hermannstädter Umweltagentur abgegebenen technischen Dokumentation wird darauf hingewiesen, dass die derzeitigen Tätigkeiten weder ein Fördern vorstehen, noch das Verwenden von Substanzen aus dem Erdreich oder Einsetzen von tiefen Sonden, die Aufbauten oder Installationen benötigen. Die Arbeiten hätten keine Auswirkung auf die Ortschaften oder Bebauungspläne, da sie außerhalb der Ortschaften stattfinden. Die überquerten Areale werden ihren Eigentümern in ursprünglichem Zustand zurückgegeben – gemäß der vor Beginn der Arbeiten mit diesen unterzeichneten Urkunden, die ein Protokoll über die verursachten Schäden umfassen. Im Rahmen der seismischen Prospektionen werden keine Oberflächenexplosionen durchgeführt und die Gefahr, dass giftige Emissionen in die Atmosphäre gelangen, besteht nicht, so die abgegebene Dokumentation. Angesichts der Beschwerden der Bürger, die auch an das Umweltministerium gesandt wurden, ist am 25. September 2013 von den Hermannstädter Vertretern der nationalen Umweltwacht und der Umweltagentur eine Überprüfung vor Ort durchgeführt worden, die jedoch keine Strafen verhängte. Die Aspekte betreffend die Verletzung des Eigentumrechtes gehören nicht in den Kompetenzbereich des Umweltministeriums, so Ministerin Rovana Plumb.

Kommentare zu diesem Artikel

hosmok, 15.11 2013, 14:54
Genehmigte Arbeiten werden nicht entsprechend der Genehmigung umgesetzt. Ist das nicht eine Verletzung der Genehmigung, die zu deren Entzug führen kann?

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