Boxgala „Bute“: Neues Strafverfahren gegen Ex-Ministerin Elena Udrea

Politikerin: „Fühle mich unter richterlicher Aufsicht am sichersten“

Mittwoch, 04. Februar 2015

Bukarest (ADZ) - Die Antikorruptionsbehörde DNA hat am Montag ein weiteres Verfahren gegen die Abgeordnete Elena Udrea eingeleitet und beim Unterhaus um Aufhebung ihrer parlamentarischen Immunität angesucht.  Das neue Verfahren visiert die im Sommer 2011 gestiegene Boxgala des rumänisch-kanadischen Profiboxers Lucian Bute, ehemaliger IBF-Weltmeister im Supermittelgewicht, die der heimische Boxverband und sein damaliger Präsident Rudel Obreja ausgerichtet und das Entwicklungsministerium promotet hatte. Die Ex-Ressortchefin steht nun im Verdacht des Amtsmissbrauchs, der Falsch- oder lückenhaften Angaben in Ressortunterlagen, um das Sportevent mit EU-Geldern bewerben zu können, sowie der Vorteilsgewährung und -annahme – letztere, da Udrea die Gala laut DNA aus wahlkampftaktischen Gründen promotet haben soll.

Im gleichen Verfahren wird auch gegen den damaligen Wirtschaftsminister und aktuellen Senator Ion Ariton ermittelt, Ex-Verbandspräsident Rudel Obreja wurde bereits festgenommen. Über das DNA-Ansuchen um Aufhebung der parlamentarischen Immunität Udreas will das Unterhaus noch diese Tage befinden, während der Senat sich im Fall Aritons zögerlicher gab: Das Ansuchen habe „Mankos“ aufgewiesen und müsse vervollständigt werden, man habe es daher der DNA zurückgeschickt, teilte Senatschef Tăriceanu mit.  In einer Pressekonferenz stellte Udrea klar, das neue Verfahren als „Einschüchterungsversuch“ und direkte Folge ihrer Vorwürfe gegen SRI-Interimschef Florian Coldea zu erachten.

Die Politikerin gab zudem bekannt, ihre eingelegten Rechtsmittel wieder zurückgezogen zu haben – derzeit fühle sie sich „unter richterlicher Aufsicht am sichersten“. Sie vertraue weder „der internen Untersuchung, die Coldea gegen sich selbst durchführen lässt“, noch der Kontrolle eines Parlamentsausschusses, in dem „Ghiţă sitzt“. Am Abend eröffnete Udrea in einem Pressegespräch auch, dass der Abgeordnete Sebastian Ghiţă, dessen Sender „Romania TV“ ihr Ex-Ehemann Dorin Cocoş angeblich auf Geheiß des SRI-Chefs mit 500.000 Euro „gefördert“ haben soll, den inhaftierten Cocoş inzwischen sogar im Polizeiarrest besucht hat. Weshalb, behielt Udrea vorerst für sich.

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 04.02 2015, 23:24
Grundsätzlich ist es richtig Unternehmen genau auf die Finger zu schauen, aber Manfred hat Recht : Man kann nicht Steuerehrlichkeit von Unternehmen einfordern aber die alltägliche Steuerhinterziehung an der nächsten Straßenecke ignorieren; das ist zu kurz gedacht und es machen die gesellschaftlichen Gruppen nicht mit. Es muß eine faire Lastenverteilung erzielt werden .
Manfred, 04.02 2015, 20:08
Helmut,fahre mal von Caransebes nach Orsova und zähle die Stände,an denen in der Öffentlichkeit hausgebrannter Tuica steuerfrei verkauft wird.Lese mal in den Tageszeitungen die Inserate von Transportfirmen,von Prostituierten etc.Ich wette,das meiste passiert schwarz...Fordern ist gut,interessieren tut das in RO offensichtlich niemanden!
Helmut, 04.02 2015, 12:50
Im Zusammenhang mit den Korruptionsaffären von PolitikerInnen,Beamten ect.,muß auch festgestellt werden,dass diese Regierung und ihre Behörden auch auf dem Gebiet der Steuerhinterziehung sehr aktiv sind.Landesweit wurden in den letzten Tagen mehr als 150 Firmen(auch die ausländischer Investoren)von den Fahndern der Finanzbehörde durchsucht.90 Tatvertächtigte wurden verhört und 30 Haftbefehle ausgestellt.Die beschuldigten Firmen sollen in den Jahren 2011-2014 mehr als 30 Millionen Euro durch fiktive Verträge hinterzogen haben.Diese landesweiten Fahndungsaktionen werden weiter geführt.Es soll nicht nur mit der Korruption sondern auch mit den Steuerbetrügern im ganzen Land aufgeräumt werden, hier müssen wir alle, die Regierung voll unterstützen.Steuerbetrug ist Diebstahl an jedem(r) einzelnen BürgerIn und ein schweres Verbrechen.
Helmut, 04.02 2015, 12:37
Ja,Frau Udrea,der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht.Die Gerichte werden über alle diese Anschudigungen,nach genauen Untersuchungen,entscheiden.So ist es in der Demokratie.Mit zahlreichen unklaren Aussagen verstrickt sich Frau Udrea immer mehr.Kein Wunder,wenn dann die Untesuchungsbehörden immer hellhöriger werden.

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