Brexit belastet auch Bukarester Börse, Finanzwerte trotzen dem Druck

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 28. Juni 2016

Trotz des verlängerten Pfingstwochenendes fiel der Handel an der Bukarester Wertpapierbörse höher aus als in der Woche zuvor. Insgesamt wurden 188,5 Millionen Lei mit Aktien umgesetzt, fast 56 Prozent mehr als in der Vorwoche. Die höchsten Umsätze wurden weiterhin mit Bankaktien (Banca Transilvania, TLV, 2,1 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1 und BRD, 9,25 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) – 82,85 Millionen Lei beziehungsweise 9,91 Millionen Lei – mit Fondspapieren (Fondul Proprietatea, FP, 0,678 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) – 34,33 Millionen Lei – und Rohstoff-Aktien (Romgaz  SNG, 23,9 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3 – 25,79 Millionen Lei – und Transgaz, TGN, 258 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8 – 9,35 Millionen Lei) erzielt.

Brexit verhagelt die Handelswoche

Am Ende half alles nichts: Die Entscheidung der Briten am vergangenen Freitag, für den Austritt aus der Europäischen Union zu stimmen, drückte sämtliche Indizes kräftig ins Minus. So verlor der Hauptindex BET am Freitag 3,5 Prozent was den Wochenverlust auf 3,41 festlegte. Ähnlich erging es dem BETPlus-Index, nach einem Tagesminus von 3,52 Prozent lag der Wochenverlust bei 3,29 Prozent. Der ROTX-Index litt vor allem unter dem hohen Verlust der Erste Group Aktien (EBS, 91,2 Lei, ISIN AT0000652011) von 6,17 Prozent. Der Index fiel wegen des Verlustes von 4,98 Prozent am Freitag (4 Prozent auf Wochensicht) unter die 12.000-Punkte-Marke. Energie-Aktien waren vom Brexit nicht direkt betroffen, der Energiewerte-Index BET-NG wies das niedrigste Tagesminus aus: 2,68 Prozent. Allerdings hatte sich der Index bereits im Laufe der Woche verschlechtert, sodass der Wochenverlust auf 3,19 Prozent anstieg. Am wenigsten betroffen scheinen die rumänischen Finanzwerte zu sein. Der BET-FI-Index verlor am vergangenen Freitag 2,99 Prozent, das Wochenergebnis aber lag bei vergleichsweise bescheidenen minus 1,3 Prozent.

Gewinner und Verlierer der Woche

Auch wenn 41 Emittenten Wochenverluste auswiesen, gab es in der vergangenen Woche auch Gewinner. Unter diesen 16 Emittenten traten die Brauerei Bermas (BRM, 1,02 Lei, ISIN ROBEMAACNOR3), der Börsenbetreiber BVB (BVB, 22,2 Lei, ISIN ROBVBAACNOR0) und das Maschinenbauunternehmen Mecanica Ceahlau (MECF, 0,119 Lei, ISIN ROMECFACNOR0) hervor. Sie glänzten mit Kursgewinnen von 9,2 Prozent, 5,7 Prozent beziehungsweise 5,3 Prozent. Den höchsten Verlust wies der Kunststoffhersteller Teraplast (TRP, 0,409 Lei, ISIN ROTRPLACNOR7) mit minus 28,7 Prozent. Doch das haben die Aktien dem Ablauf der Frist zur Kapitalaufstockung durch Emission von Gratisaktien zu verdanken. Die Ausgabe von Gratisaktien im Zuge der Kapitalaufstockung bewirkten eine Preiskorrektur der Aktien am Markt am vergangenen Donnerstag um den Faktor 1,5 bis zu einem Referenzpreis von 0,417 Lei je Aktie. Ab da büßte die Aktie am Freitag dann noch einmal 1,9 Prozent ein. Ähnliches galt auch für den Erdgasversorger Transgaz. Für den Emittent lief am vergangenen Dienstag die Eintragungsfrist für Dividenden ab, sodass der Aktienpreis um die Dividende bereinigt wurde.

Annäherung an Terminbörse SIBEX

Die Bukarester Wertpapierbörse hat den Abschluss eines Abkommens zur Koordinierung mit der Terminbörse SIBEX in Sibiu/Hermannstadt bekanntgegeben. Das Abkommen soll die Bewertung der gelisteten Unternehmen ermöglichen, eine Grundlage der zukünftigen Fusionsgespräche zwischen den beiden Börsen. Die 1994 gegründete SIBEX hat sich vor allem auf Derivate spezialisiert, ein Segment, das das Angebot der Bukarester Wertpapierbörse BVB gut ergänzen würde. Laut BVB-Manager Ludwik Sobolewski plant die Bukarester Börse die Übernahme des Hermannstädter Börsenbetreibers. Die BVB-Aktie war eine der wenigen in der vergangenen Woche, die einen Kurszuwachs auswies.

Devisen

Wie erwartet übte der Brexit, die Entscheidung der Briten zum Austritt aus der EU, Druck auf den rumänischen Leu. Allerdings hatte der Leu auch schon im Laufe der Woche gegenüber dem US-Dollar nachgegeben. Das war am Donnerstag, als die US-amerikanische Währung wieder über die 4-Lei-Marke geklettert war. Am Freitag gab es dann Entspannung vor dem Brexit, danach aber sackte der Leu auf seinen Tiefststand in diesem Jahr: Ein US-Dollar kostete am gestrigen Montag 4,0766 Lei. 1,14 Prozent war der Wertverlust des Leu zum US-Dollar. Dass der Brexit dem Euro nicht gerade behilflich sein wird, war abzusehen. Daher schlug die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Leu eine Seitwärtsbewegung ein. Ein Euro kostete am Montag 4,5366 Lei, um nur 0,06 Prozent unter dem Montagswert der Vorwoche.

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