Briten lernen rumänisches Handwerk

Studenten lernten in Hermannstädter Atelier die Herstellung von Masken und Ikonenmalerei

Donnerstag, 22. August 2013

Monica Oprean und Martin Clark (v.l.) posieren mit den Studenten vor den Maskenkreationen. Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - „Für unsere Organisation ist Rumänien eines der letzten europäischen Länder, wo noch traditionelles Handwerk erlebt werden kann“, meint Martin Clark enthusiastisch. Der Brite ist Vorsitzender der Organisation Grampus Heritage & Training Limited, die seit vier Jahren jeden Sommer Studenten aus dem Vereinigten Königreich nach Siebenbürgen schicken, um volkstümliches Handwerk zu erleben und zu erlernen. Derzeit hat die Organisation 17 Studenten im Land. Fünf von ihnen stellten am Dienstag von ihnen hergestellte volkstümliche Masken und Ikonen im Hermannstädter Schatzkästlein vor.

Die traditionellen Masken und Hinterglasikonen seien für die Studenten eine Inspirationsquelle und Studienobjekt zugleich gewesen, informierte Clark bei der Präsentation. Eingeführt wurden die jungen Leute in die Welt der rumänischen Handwerkstradition von den Hermannstädter Meisterinnen Ana und Ioana Negoiţă. Den Kontakt vermittelten Mitarbeiter des Astra-Museums. Im  Atelier der Negoiţăs lernten und arbeiteten die Studenten, die im Rahmen des Projekts „Contemporary Application of Traditional European Crafts“ (Ticatec) nach Rumänien kamen.

Wer möchte, kann sich die 13 Masken und fünf Ikonen bis zum morgigen Freitag im Eingangsbereich des Schatzkästleins am Kleinen Ring/Piaţa Mică ansehen. Es handele sich bei den Arbeiten nicht um Imitate rumänischer Masken, erklärte Ioana Negoiţă. Vielmehr finde sich in den Werken der „Fingerabdruck“ jedes einzelnen Studenten. Diese seien „komplexer und studierter“ als üblich. Wohl auch deshalb, weil alle Teilnehmer an Kunstuniversitäten studieren – in diesem Fallin London und Brighton. Außerdem „bringen sie vielfältige kulturelle Hintergründe mit“, wie Clark ergänzt, denn nicht alle seien Briten, sondern sie kämen auch aus Polen, Spanien oder dem türkischen Teil Zyperns.

Die fünf Studenten, die in Hermannstadt/Sibiu arbeiteten, sind nur ein Teil einer Gruppe von insgesamt 17 Studenten, die sich derzeit in Siebenbürgen aufhalten, berichtet Clark. Weitere Projektteilnehmer sind in Karlsburg/Alba Iulia und Zlatna. Finanziert werden die Aufenthalte über das Leonardo-da-Vinci-Programm der Europäischen Union. Hergestellt wurde der Kontakt nach Rumänien über die Hermannstädter Organisation „Satul Verde“ beziehungsweise deren Leiterin Monica Oprean. Ähnliche Aufenthalte organisiert die britische Organisation in verschiedenen europäischen Ländern, etwa in Bulgarien, Zypern, Irland oder der Slowakei.

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