Buchpräsentation: Europäisches Thema am... Europatag

Über Kulturhauptstadt mit musikalischem Intermezzo

Sonntag, 15. Mai 2016

Bei der Buchpräsentation im AMG-Haus (v. l.): Prof. Dr. Robert Reisz, Dr. Simona Neumann, Werner Kremm, die Autorin Ştefana Ciortea-Neamţiu und die Moderatorin Marilena Brânda
Foto: Zoltán Pázmány

Ohne klassisches Präsidium, mit dem Werbeslogan „Shine your light! Light up your city“! (Erhelle deine Stadt) im Rücken sitzen die fünf Redner vor dem erlesenen Publikum, das sich zur Präsentation des Buches „Eine Stadt vermittelt sich – Temeswar – Kandidat für den Titel einer Kulturhauptstadt Europas 2021“ im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus eingefunden hat. Es geht um eine Veröffentlichung der ADZ/BZ-Journalistin Ştefana Oana Ciortea-Neamţiu, die nur wenige Monate vor dem Stichtag, dem 16. September, wenn die Kulturhauptstadt 2021 bekannt gegeben wird, ihr Buch herausbringt, das den beschwerlichen Weg der Stadt Temeswar von der ersten Idee einer Kandidatur bis zur Kurzliste verfolgt. Ein Buch dieser Art in deutscher Sprache in der rumänischen Buchlandschaft – das ist nicht alltäglich. „Wir haben die Buchpräsentation mehrmals verschoben und nun ist sie ganz zufällig auf den 9. Mai, den Europatag gefallen“, sagte Marilena Brânda vom Buchverlag der Temeswarer West-Universität. Am 16. September wird die Entscheidung fallen, welche der vier rumänischen Städte – Temeswar/Timişoara, Klausenburg/Cluj, Bukarest oder Neustadt/Baia Mare – Kulturhauptstadt 2021 wird.

Als Redner geladen waren zur Präsentation Robert Reisz, Dekan der Fakultät für Politik- und Kommunikationswissenschaften an der West Universität, Werner Kremm, Redaktionsleiter der ADZ/BZ, und Simona Neumann, Geschäftsführerin des Vereins „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“.
Der Titel sei „weder eine Prämie, noch eine Belohnung, sondern die Möglichkeit einer Stadt, sich zu entwickeln“, sagt Simona Neumann. Mit Beispielen und konkreten Daten und Zahlen versuchte sie zu widerlegen, was Werner Kremm wenige Minuten zuvor als „Chaos“ bezeichnet hatte. Dabei musste sie sich eigentlich gar nicht rechtfertigen, denn der Journalist bezog sich auf die ersten tapsigen Schritte der Temeswarer, sich diesen Titel zu sichern – eine Zeit, zu der Simona Neumann möglicherweise nicht einmal daran dachte, die Leitung dieses Vereins zu übernehmen. Werner Kremm erwähnte die Grundidee der Autorin Ştefana Ciortea-Neamţiu, die die Reihe von Zeitungsbeiträgen angeregt hatte, die letztendlich zum Buch geführt haben. Diese Artikelreihe ist nämlich die Grundlage der Veröffentlichung. Dass die Uni-Lektorin dann auch noch den wissenschaftlichen Diskurs und die Kommunikation zum Thema Kulturhauptstadt ins Buch einbrachte, ist fast selbstverständlich. „Es geht um eine komplexe Variante der Kommunikation. Es ist ein komplexer Diskurs, der zum Nachdenken anregt“, sagt dazu Dekan Robert Reisz. Werner Kremm erkannte in diesem etwa 160 Seiten starken Buch den Lokalpatriotismus der Temeswarer Autorin, die „kritisch Aspekte zum Verein hervorhebt, der seinerseits Schwachstellen der Stadt aufdecken musste“.

Als Kenner der Situation in Hermannstadt, warnte Werner Kremm vor Kulturereignissen, die in solchen Fällen manchmal unvorbereitet stattfanden, da die Veranstalter sozusagen gezwungen waren, Geld auszugeben, mit dem sie gar nicht gerechnet hatten. Eine musikalische Einlage der mehrfach ausgezeichneten Violinistin Anna-Maria Cristina Popan, begleitet von der Hochschullehrerin Silviana Cârdu am Klavier, ließ Simona Neumann durchatmen und dann zu einer mit vielen Details garnierten Präsentation übergehen. In ihrem Schlusswort erwähnte sie indirekt ihr persönliches Engagement und nicht zuletzt die Bedeutung für Temeswar, in vier Monaten die Entscheidung für sich zu beanspruchen. „Nach derzeitiger Voraussicht wird eine rumänische Stadt erst 2035 wieder die Chance haben, Kulturhauptstadt zu werden.

Kommentare zu diesem Artikel

Stefana, 17.05 2016, 09:22
Es tut mir leid, dass Herr Kremm falsch ausgelegt hat, worüber ich lediglich berichtet habe. Das Buch enthält keine Kritik, das wissen alle,die es bereits gelesen haben. Es ist vielmehr eine Unterstützung der Kandidatur unserer Stadt, so wie sie für alle Banater selbstverständlich sein müsste. Auch hätte die Buchpräsentation nicht zum Führen einer persönlichen Fehde verwendet werden dürfen. Alle Gäste hätten sich wohl fühlen müssen.

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