Buchtipp der Woche

„Mein Berliner Kind“ von Anne Wiazemsky

Freitag, 23. Dezember 2011

Berlin, 1945. Ein Berlin des Krieges und der Zerstörung. Trotz allem kann Claire aber Liebe und Lebensfreude finden, auch wenn ihr dies ursprünglich niemand zumutet. Es sei, als wolle die Autorin Anne Wiazemsky dem Bild vom Krieg etwas Wärme verleihen. Ein bisschen Farbe streut sie zwischen geschichtliche Fakten und Schmerz und erzählt im neuen Roman die Entwicklung ihrer Mutter zu einer kämpferischen Persönlichkeit. Die Enkelin von François Mauriac hat einen auf Tagebüchern und Briefen basierenden Roman über die Liebe ihrer Eltern und über die dramatischen Jahre im zerstörten Berlin  geschrieben.


Jedes Mal, wenn die Eltern sie bitten, nach Hause zu kommen, schreibt Claire voller Leidenschaft über ihre Arbeit für das französische Rote Kreuz – eine Arbeit, die sie niemals abgeben würde. Eine Arbeit, wo sie es genießt, einfach „Claire“ zu sein und nicht Claire, die Tochter des bekannten Literaturnobelpreisträgers François Mauriac. Am Steuer ihres Krankenwagens ist es das erste Mal, dass sie sich lebendig fühlt: Ihr Leben hat endlich einen Sinn, ein Ziel. Dabei trifft sie den politischen Flüchtling Yvan Wiazemsky -  ein attraktiver und charmanter Prinz, dessen Familie während der Russischen Revolution nach Frankreich fliehen musste. Es beginnt eine leidenschaftliche, aber unmögliche Liebe.

Denn es scheint, dass diese von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Religiöse, politische und soziale Unterschiede setzen sich durch:  sie katholisch, er orthodox, sie stammt aus einer bekannten Intellektuellenfamilie, er mag keine Bücher lesen.

Inspiriert von den Tagebüchern und Briefen ihrer Mutter erzählt die bekannte Schauspielerin Anne Wiazemsky, Tochter von Claire und Yvan Wiazemsky, in ihrem Bestseller „Mein Berliner Kind“ von den entscheidenden Momenten im Leben ihrer Mutter, die sich zu einer selbstbewussten, kämpferischen Persönlichkeit entwickeln wird. Ihr gelingt die Beschreibung einer Zeit, einer Liebesgeschichte und gleichzeitig ein scharfer Blick auf Deutschlands „Stunde Null“.

Rührend ist dabei die Liebe der aus dem großbürgerlichen Paris stammenden Claire zu dieser zerstörten Hauptstadt und ihre Achtung vor dem Leid der Berliner. Diese Haltung, diese Verflechtung mit den zeitgeschichtlichen Fakten schaffen starke Aufnahmen, die den Roman lesenswert machen. Das Buch kann man in der deutschen Buchhandlung am Dom bestellen. 

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