Bürgermeister erklärt Verzicht auf Monatslohn

Eine Solidaritätsgeste infolge der anstehenden Lohnkürzungen

Donnerstag, 01. November 2018

Neumoldowa – Zu den Bürgermeistern, die seit den Wahlen von 2016 einen frischen Wind und neue Mentalitäten in die Rathäuser der Städte des Banater Berglands brachten, gehört auch Adrian Torma (PNL) aus Neumoldowa. Jüngst sorgte er neuerlich für größte Aufregung der PSD-Opposition im Stadtrat, als er ein neues Organigramm des Rathauses vorstellte, das die Entlassung von elf Beamten und zwölfprozentige Lohnkürzungen des restlichen Personals vorsieht. „Als Argument für Personalreduzierung und Lohnkürzungen musste ich klarmachen, dass die Regierungsüberweisungen (Anteile aus Mehrwertsteuer usw. an die Kommunen) verringert wurden, aber auch, dass die Einkünfte der Stadt durch Wegzug von Delphi geschmälert worden sind. Dadurch kann das Rathaus kurzfristig, aber - schlimmer noch - auch mittelfristig sich den bisherigen Beamtenapparat und die Beamtenlöhne nicht mehr leisten“, sagte Torma.

Gleichzeitig gab Adrian Torma seinen Ratsherrn bekannt, dass er bereit sei, auf seinen Bürgermeisterlohn zu verzichten: „Bis zum Budgetausgleich, also bis wir die Kosten der Institution Rathaus decken können, möchte ich nicht mehr, dass mir die rund 8000 Lei netto monatlich überwiesen werden, die mir als Bürgermeisterlohn zustehen. Damit soll nicht gesagt sein, dass es normal ist, dass ein Bürgermeister einer Stadt keine Entlohnung bekommt, aber es gibt delikatere Augenblicke, die auch von Bürgermeistern besondere Gesten fordern.“

Um mit dem verfügbaren Geld im Rathaus zu Rande zu kommen, hat Torma dem Stadtrat vorgeschlagen, Posten in der Stadtbewirtschaftung, in der Abteilung zur Verwaltung des Stadtbesitzes, beim Fiskus, im Sportclub, bei Kultur und Tourismus und in der Abteilung Medizinversorgung zu streichen, vor allem unqualifizierte Arbeitnehmer. Die Streichung ist auch eine Folge des Wahlprogramms von Torma, der damit angetreten ist, er werde die ersten zwei Jahre den Rathausapparat studieren und danach entscheiden, wo es gut läuft und wo nicht. Also sei er bloß konsequent gewesen und setze um, was er versprochen hat. Hingegen schlug er vor, drei neue Posten in der Abteilung „Europäische Projekte“ zu schaffen, hoffend, dass mittels Projekte zugunsten der Stadtentwicklung nicht rückzahlpflichtige EU-Gelder nach Neumoldowa fließen.

Die Opposition im Stadtrat (PSD und ein Grüner) versuchte einen Boykott des Beschlusses, indem sie die Stadtratstagung in corpore verließen, doch die satte Mehrheit der Bürgermeisterpartei (plus USR und PMP) setzte sich durch.

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