Bürgermeister freute sich zu früh

Standort der Mehrzweckhalle steht noch nicht fest

Donnerstag, 13. September 2018

Temeswar – Seine Freude, als er erfuhr, dass der von ihm vorgeschlagene Standort der künftigen Mehrzweckhalle Temeswars auf die Liste der potenziellen Locations aufgenommen wurde, konnte Nicolae Robu eigenen Aussagen zufolge einfach nicht verbergen. Und das, obwohl zu dem Zeitpunkt in dem Dienstwagen des Temeswarer Bürgermeisters auch ein Journalist saß. Es war Montag, am 10. September, als Nicolae Robu nach der Schuljahreseröffnung am Grigore-Moisil-Kolleg zum Banater Nationalkolleg fuhr und im Auto schnell noch seine E-Mails checkte. „Die Mehrzweckhalle mit 16.000 Sitzplätzen wird in Temeswar errichtet, an dem von mir vorgeschlagenen Standort in unmittelbarer Nähe des Dan-Păltinişanu-Fußballstadions“, rühmte sich Robu auf Facebook nach dem Erhalt einer Nachricht vom Ministerium für Regionalentwicklung und Öffentliche Verwaltung. Die Lokalmedien übernahmen die Nachricht, befragten dazu aber auch Kreisratspräsident Călin Dobra. Sowohl er, als auch die Vertreter der Nationalen Investmentgesellschaft CNI gaben an, dass der genaue Standort der Halle noch nicht feststünde. Nicolae Robu scheint sich zu früh gefreut haben.

Als Beweis lud Bürgermeister Robu die Benachrichtigung des Ministeriums sofort auf Facebook hoch. Darin war Schwarz auf Weiß zu lesen, dass der vorgeschlagene Standort in der Ripensia-Straße 37-35 auf die Liste der möglichen Standorte für die Mehrzweckhalle Temeswars aufgenommen wird. Dass dies schon der endgültige Standort sei, das war nirgends in dem Schreiben vermerkt.

Die Diskussionen um den Bau der Mehrzweckhalle, die für große Sport- und Kulturevents genutzt werden soll, gehen auf den Frühling 2017 zurück. Bürgermeister Robu wollte per Umfrage von den Internet-Nutzern erfahren, ob sie die Halle in der Stadt oder in der Gemeinde Girok erbaut sehen, dort, wo Kreisratspräsident Călin Dobra diese bauen lassen wollte. „Ich möchte nicht, dass sich zu diesem Thema politische Dispute entwickeln. Wie wir das mehrmals schon bewiesen haben, wollen wir, meine Liberalen-Kollegen und ich, gute Sachen für die Gemeinschaft, die wir vertreten. Wir dienen dem öffentlichen Interesse. Ich wünsche mir eine Partnerschaft mit dem Temescher Kreisrat auch im Falle dieser Mehrzweckhalle, wie das bereits beim Ausbau der Straße nach Dumbrăviţa oder beim geplanten Gemüsezentrum in Triebswetter geschehen ist“, betonte Nicolae Robu bei der wöchentlichen Konferenz im Rathaus. „Der Standort, den ich vorgeschlagen habe, ist einwandfrei und deswegen wurde er vom Ministerium angenommen. Ich ermutige zur Vernunft und zum Engagement im Sinne des öffentlichen Interesses. Wir müssen die Politisierung beiseite lassen und auf administrativer Ebene zusammenarbeiten“, fügte der Bürgermeister hinzu.

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