Bürgermeister für sechs Jahre hinter Gitter - Endgültige Urteile im Schmiergeldprozess von Z²voi

Dienstag, 29. April 2014

Bukarest/Zăvoi - Nach mehr als vierjähriger Prozessdauer sind der ehemalige Bürgermeister von Zăvoi (bei Ferdinandsberg/Oţelu Roşu), Antonie Bunei, sowie mehrere Angestellte des Rathauses und Ratsherren der Gemeinde beim Obersten Gerichts- und Kassationshof in Bukarest endgültig verurteilt worden. Die Höchststrafe für die 50.000 Euro Schmiergeld, die Bunei und seine Leute gefordert und zum Schein erhalten hatten, erhielt der Ex-Bürgermeister: er muss für sechs Jahre hinter Gitter. Mit ihm Gefängnisstrafen antreten müssen sein damaliger Vize Ion Scorobete (zwei Jahre), sein seinerzeit als sein Berater im Rathaus angestellter Sohn Silviu Bunei (vier Jahre), Gheorghe Lungu, damals Sekretär des Gemeinderats (drei Jahre auf Bewährung und fünf Jahre Bewährungsfrist), der Rechtsberater des damaligen Bürgermeisters Firuţ Mihuţ (zwei Jahre auf Bewährung, bei vierjähriger Bewährungsfrist), Avram Gherga und Maria Grozav, damals Gemeinderäte (zwei Jahre, bzw. eineinhalb Jahre auf Bewährung, beide bei einer dreieinhalbjährigen Bewährungsfrist).

Ion Scorobete, der in seiner Eigenschaft als Vize nach der Suspendierung von Bunei als Bürgermeister die Schicksale der Gemeinde geleitet hatte und sich 2012 mit Erfolg zur Wahl als Bürgermeister stellte, muss nun infolge seiner Verurteilung durch die Präfektur vom Amt suspendiert werden und in der Gemeinde Zăvoi müssen – zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren – Neuwahlen für das Amt des Bürgermeisters ausgeschrieben werden. Losgetreten hat den Schmiergeldfall der Temeswarer Unternehmer Romeo Dunca im August 2009, von dem Antonie Bunei und seine Clique an der Gemeindespitze 50.000 Lei Schmiergeld gefordert hatten, um ihm durch einen Beschluss des Gemeinderats zu ermöglichen, auf Gemeindegebiet, im alpinen Bereich der Ausläufer der Südkarpaten, ein Skigebiet einzurichten. Bunei, damals PDL-Bürgermeister und Intimus des damaligen PDL-Chefs und Kreisratsvorsitzenden Sorin Frunzăverde, hatte von Dunca für sich selbst 24.000 Euro und für die nach seiner Darstellung einflussreichsten Mitglieder im Gemeinderat, zum Weiterverteilen, 26.000 Euro gefordert, die der Temeswarer Unternehmer, nach vorheriger Absprache mit der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft DNA, in Form eines Flagranti an den Sohn von Bunei, Silviu, übergab, was den Fall ins Rollen und die Implizierten als Angeklagte vor Gericht brachte (ADZ/BZ berichteten wiederholt). Mit im Spiel war auch der andere Sohn von Bunei, Niţu, der allerdings noch auf sein Urteil wartet.

Bunei ist der dritte Spitzenmann aus der unmittelbaren Umgebung von Frunzăverde, der eine Gefängnisstrafe antreten muss, nach dem ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Glimboca und von Ferdinandsberg, Iancu Simion-Simi und dem ehemaligen Chef der EU-Zahlstelle APIA, dem Ex-Bürgermeister von Teregova, Romică Anculia, die sämtlich mehr oder weniger durch Frunzăverdes Gnaden in Amt und Würden gelangt waren. Gegen das Urteil des Obersten Gerichts- und Kassationshofs kann keine Berufung mehr eingelegt werden. Die Schmiergeldnehmer aus Zăvoi ließen sich von einem Advokatenteam verteidigen, das vom Rechtsanwalt Cosmin Bolosin geleitet war, der im Banater Bergland für solche Fälle von den Angeklagten, die es sich leisten können, als Staranwalt bemüht wird.

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