Bürgermeister steht Rede und Antwort beim DWC-Oktobertreffen

Schockreaktion deutschsprachiger Investoren über Einstellung der AUA-Flüge

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Der gewählte Bürgermeister Nicolae Robu war zum ersten Mal Gast bei einem Treffen des deutschsprachigen Wirtschaftsclubs (DWC) in Temeswar/Timişoara und diskutierte mit den Unternehmern über mehrere Probleme, die sie direkt betreffen. Zum einen war das Topthema des DWC-Oktobertreffens die Einstellung der täglichen Flüge der Gesellschaft Austrian Airlines (AUA) Temeswar-Wien. Um so mehr umstritten ist das Thema, wenn man denkt, dass die Strecken der AUA nach Hermannstadt/Sibiu und Iaşi/Jassy, die viel weniger Flugzeuge pro Woche und auch ein geringeres Fluggastaufkommen haben, weiter bedient werden. Dies laut einer Bemerkung von Elke Sabiel, der Vorsitzenden der Deutsch-Rumänischen Kulturgesellschaft Temeswar.

„Als Bürgermeister von Temeswar wäre es extrem schädlich für die Stadt und für die ganze Region, wenn Fluglinien eingestellt werden. Ich bin sehr oft nach Wien und zurück geflogen, immer waren sehr viele Kunden, deshalb bin ich verwundert, dass sie diese Strecke einstellen“, sagte Nicolae Robu. Der Temeswarer Bürgermeister versprach Maßnahmen in dieser Richtung zu ergreifen und die Leitung des Temeswarer Internationalen Flughafens „Traian Vuia“ aufzufordern, Alternativlösungen zu suchen. Die Kommunalverwaltung wird interessierte Fluggesellschaften unterstützen: „Zum Beispiel können wir in aller kürzesten Zeit einen Sitz unter allerbesten Bedingungen für die Alternativfirmen anbieten. Ich möchte hiermit versichern, dass wir alles tun werden, die Verbindungen zu Wien zu erhalten“, sagte Robu.

Die Erhaltung optimaler Verbindungen zu Wien sei sehr wichtig, auch in der Hinsicht der Kandidatur von Temeswar als europäische Kulturhauptstadt 2021. Das erläuterten beim Treffen gleich mehrere deutschsprachige Unternehmer.

In dieser Hinsicht muss jedoch noch vieles erledigt werden. Vor allem die Förderung der Stadt im Ausland wurde von mehreren Unternehmer zur Diskussion gestellt. Die Vertretung der Stadt Temeswar bei den wichtigen Internationalen Messen, wie zum Beispiel auf der Internationalen Tourismusmesse (ITB) in Berlin und auf der kürzlichen Investorenmesse in München war bis jetzt nur durch das Temeswarer Reisebüro „Passage“ gesichert. „Man muss auf diese Stadt hinweisen. Dafür müssen hier Aktivitäten entstehen, die das Bild der Stadt im Ausland fördern und das muss schon frühzeitig anfangen“, sagte Wolfgang Limbert, internationaler Wirtschaftsberater in Belgrad.

„Es ist eine negative Realität, dass seit der Kandidatur der Stadt fast nichts in dieser Richtung unternommen wurde. Der Verein `Temeswar Europäische Kulturhauptstadt` wurde gegründet, doch bis zur Stunde ist konkret nichts passiert. Das soll sich aber demnächst ändern“, versicherte Bürgermeister Robu. Für eine produktivere Tätigkeit des Vereins teilte das Bürgermeisteramt dem Verein an der Alba-Iulia-Straße einen Raum zu.

Ein anderes wichtiges Thema für die deutschsprachigen Investoren, das von Nicolae Robu erwähnt wurde, war die Unterstützung der Investoren in Temeswar.

Ein Beschluss des Temeswarer Stadtrats für die Ermutigung von Investoren, in Temeswar Geschäfte zu entwickeln, wurde gefasst. Dieser sieht vor, dass für eine Minimalinvestition von über fünf Millionen Euro und der Schaffung von mindestens hundert Arbeitsplätzen einen Steuernachlass von zehn Prozent auf die Gebäudesteuer und die Grundsteuer völlig erlassen wird. Für Investitionen von über 20 Millionen Euro und der Schaffung von 1200 Arbeitsplätzen wird sowohl die Gebäude- als auch die Grundsteuer gänzlich erlassen. Neben diesem Beschluss wurde ein weiterer gefasst: Strafzahlungen oder die Schuldenverzinsung für Firmen, die bei Steuer- und Gebühren Zahlungsrückstände haben, sollen bis Februar 2013 annuliert werden, wenn die Firma bis zu diesem Zeitpunkt ihre Steuerschulden abzahlt.

Im Dialog mit den deutschsprachigen Investoren hat Bürgermeister Nicolae Robu auch zahlreiche Probleme der Stadtentwicklung angesprochen. Unter anderen die Frage der Fußgängerzonen, der Bau der südlichen Umgehungsstraße oder die Generalsanierung der Innenstadt.

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