Bürgermeister vereidigt und sofort vom Amt suspendiert

Cătălin Cherecheş sitzt nach wie vor in U-Haft

Mittwoch, 20. Juli 2016

Bukarest (ADZ) - Der von der Wählerschaft aus Baia Mare trotz seiner Korruptionsaffäre im Amt bestätigte Bürgermeister Cătălin Cherecheş ist am Montag unter recht grotesken Umständen vereidigt worden: Der seit Ende April wegen Bestechlichkeit inhaftierte Kommunalpolitiker erhielt seitens der Leitung der Haftanstalt Gherla Freigang, wurde unter Polizeiaufsicht zum Rathaus von Baia Mare gebracht, wo er sodann auf Verfassung und Bibel schwor, alles für das Wohlergehen der Lokalbewohner zu unternehmen sowie die Gesetze des Landes zu achten – dieselbigen, gegen die er durch die Annahme fetter Schmiergelder eklatant verstoßen hatte.

Vor Ablegen des Amtseides in Anwesenheit des Kreitsratschefs von Maramuresch, Gabriel Zetea, sowie zahlreicher Lokalräte bekreuzigte sich Cherecheş ausgiebig – zur großen Begeisterung der etwa hundert anwesenden Zuschauer, die „Cherecheş, wir lieben dich“ und „Freiheit für unseren Bürgermeister“ riefen. Das Spektakel nahm allerdings ein jähes Ende, da die Polizei den Inhaftierten umgehend abführte und zurück in den Polizeiarrest von Gherla brachte. Im Glanz seiner frisch bestätigten Bürgermeisterwürde konnte sich der 38-Jährige allerdings nur wenige Stunden sonnen – der Präfekt von Maramuresch, Sebastian Lupuţ, suspendierte Cherecheş noch am gleichen Nachmittag vom Amt, und zwar für die gesamte Dauer seiner U-Haft.

Kommentare zu diesem Artikel

alexander, 21.07 2016, 12:15
Baia Mare ... Welch eine Stadt ... Die Einwohner wählen Ihresgleichen ... Sie können froh sein, dass sich niemand für das Kaff interessiert ... Leider zum Nachteil der Minderheiten
Peter, 20.07 2016, 13:44
Ich kann mich nur noch wundern! Wenigstens hat der Präfekt reagiert.
Kritiker, 20.07 2016, 08:09
So macht sich das Land noch lächerlicher als es bereits ist! Wie kann man nur so einem Gauner zujubeln? Verstehen die Leute überhaupt nichts? Niemand braucht sich wundern wenn Rumänien das Schlusslicht in Europa bleibt.

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