Bürogemeinschaft wird auch in Temeswar zum Trend

Bürogemeinschaften für Freiberufler und kreative junge Leute

Donnerstag, 07. September 2017

In der Koarbeitsstelle in Temeswar werden verschiedene Begegnungen für junge Leute organisiert, darunter „Startup-Coffee“, „Timişoara Freelancers“ und „Startup Weekend“.
Foto: privat

Teilen tut gut. Dieser Gedanke steht hinter der neuen Einrichtung „Cowork Timişoara“ in Temeswar. Es ist ein Ort, wo junge Menschen ihre Erfahrung an andere junge Menschen weitergeben und sogar ihren Arbeitsraum mit anderen teilen können. Im Temeswarer Jugendhaus, in der Arieş-Straße Nr.19, wurde Anfang des Jahres die erste Coworking-Stelle in Temeswar eröffnet.

Das Coworking (zu Deutsch: das Ko- oder Mitarbeiten) ist eine neue Arbeitsform weltweit. Freiberufler, Kreative, Mitarbeiter kleiner Unternehmen und sogenannte „digitale Nomaden“ arbeiten dabei zugleich in meist größeren, offenen Räumen und können auf diese Weise voneinander profitieren. Sie können unabhängig voneinander agieren und in unterschiedlichen Firmen und Projekten aktiv sein, oder auch gemeinsam Projekte verwirklichen und Hilfe sowie neue Mitstreiter finden. Die Coworking-Räume stellen Arbeitsplätze und Infrastruktur (WLan-Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) zeitlich befristet zur Verfügung und ermöglichen die Bildung einer Gemeinschaft, welche mittels gemeinsamer Veranstaltungen, Workshops und weiterer Aktivitäten gestärkt werden kann. Dabei bleibt die Nutzung jedoch stets unverbindlich und zeitlich flexibel.

Die meisten Coworking-Büros befinden sich in den USA, aber auch in zahlreichen europäischen Metropolen existieren oder entstehen immer mehr solcher Orte. Die meisten Coworking-Angebote in Deutschland gibt es in Berlin. Eine solche Bürogemeinschaft gibt es seit kurzer Zeit auch in der Bega-Stadt. „Cowork Timişoara“ wurde von einer Gruppe aktiver Personen in der technischen lokalen Gemeinschaft sowie im Bereich des Unternehmertums gegründet und hat als Ziel, diese Gemeinschaften unter ein Dach zu bringen und sie zusammen agieren zu lassen. So werden an diesem Ort verschiedene Ereignisse zu unterschiedlichen Themen von Interesse aus den genannten Bereichen organisiert. Teilnehmen darf jeder.

In den letzten Monaten fand bereits eine Reihe von Veranstaltungen statt. Manche werden einmal im Monat veranstaltet, andere sind saisonbedingt. „Start-up Coffee“ ist zum Beispiel ein monatliches Treffen, bei dem verschiedene Themen angesprochen werden; im Mittelpunkt stehen allerdings die Startup-Unternehmen, d. h. die jüngst gegründeten Firmen mit innovativen Ideen. „Wie kann man sie fördern? Und welchen Problemen begegnen die jungen Unternehmer? Wir diskutieren darüber und suchen gemeinsam Lösungen. Dabei können die Teilnehmer aus der Erfahrung anderer Unternehmer etwas lernen“, sagt Andrei Munteanu von Cowork Timişoara, der die Idee hinter dieser Veranstaltungsreihe erklärt. Die Begegnungen sind kostenlos und können als Vorträge oder Diskussionsrunden stattfinden.

Nach demselben Prinzip richten sich auch andere Veranstaltungen auf dem Terminkalender der jungen Leute in Temeswar: „Timişoara Freelancers“ ist ebenfalls eine monatliche Begegnung. Dabei kommen die Freischaffenden zusammen und sprechen über verschiedene Themen, unter anderem, wie man Kunden finden kann. Was muss man aus dem Steuerbereich zu Beginn eines Geschäfts wissen? „Das sind Fragen, die sich junge Freiberufler oft stellen und auf die sie nicht immer eine konkrete Antwort bekommen“, sagt Andrei Munteanu. „Niemand kann es ihnen besser erklären, als Leute, die selbst das Gleiche durchgemacht haben“, setzt der junge Mann fort.

Die Gesellschaft veranstaltet auch andere Ereignisse. Zum ersten Mal fand in Temeswar ein „Startup Weekend“ statt. In Rumänien wurde ein solches bereits zum sechsten Mal angeboten. Dies ist eigentlich ein Marathon für Geschäftsideen. Innerhalb des Marathons entstehen Ideen, die auch eine konkrete Form bekommen können. „Teilnehmer werden in multidisziplinäre Teams eingeteilt, sodass meist eine Idee zu einem tatsächlichen Geschäft entwickelt wird. Viele Ideen ändern sich vollkommen im Laufe der Veranstaltung, dabei entstehen auch Partnerschaften unter künftigen Geschäftspartnern“, sagt Andrei Munteanu.

Um all diese Gesellschaften unter ein Dach zu bringen, wurde Anfang des Jahres die erste Koarbeitsstelle in Temeswar eröffnet. In der ersten Etage des Jugendhauses in Temeswar gibt es einen Büroraum für zwölf Plätze sowie einen Veranstaltungsraum für rund 35 Leute. Hier werden die verschiedenen Treffen organisiert. „In diesen Räumen hatten wir bisher mehr als 500 Leute, die an bereits über 30 Begegnungen teilgenommen haben. Unser Ziel ist die Nummer-Eins-Stelle zu werden, wo all diese Gesellschaften – aus dem IT- oder Unternehmerbereich für junge Leute – einen Ansprechpartner finden, zusammenarbeiten und zusammenwachsen können“, sagt Andrei Munteanu.
Mehr Informationen können Interessenten im Internet unter www.timisoara.tech/digest erhalten und den wöchentlichen Newsletter abonnieren. Weitere Informationen können auch von den Webseiten www.meetup.com und www.coworktimisoara.com abgerufen werden.

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