Bukarest folgt europäischen Märkten, Bankaktien holen auf

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 11. September 2012

Foto: sxc.hu

Die Bukarester Wertpapierbörse BVB hielt es in der vergangenen Woche ganz mit den ausländischen Märkten. Vor allem in den letzten beiden Handelstagen folgte der Bukarester Aktienmarkt den Signalen aus dem Ausland. Das Kursfeuerwerk an den wichtigsten europäischen Märkten, das der EZB-Präsident Mario Draghi durch die angekündigten Maßnahmen zur Stärkung des Euro verursacht hatte, machte sich somit auch in Bukarest bemerkbar. Auf Wochensicht jedoch ging die Marktkapitalisierung in Bukarest zurück, was auf Verkäufe schließen lässt. Der durchschnittliche Tagesumsatz in Höhe von umgerechnet 7,3 Millionen Euro legte im Vergleich zur Vorwoche zu und erfuhr vor allem am letzten Handelstag einen kräftigen Schub. Am vergangenen Freitag wurden an der BVB 16,6 Millionen Euro umgesetzt, so viel schon seit Monaten nicht mehr.

Indizes und Aktien

Sämtliche Indizes schlossen in der vergangenen Woche im Plus. Auch hier war der Einfluss der ausländischen Märkte sichtbar. Der Markt drehte erst am Donnerstag ins Plus, nachdem der Wochenstart ohne eindeutige Richtungshinweise erfolgte und an den Tagen danach sogar Kursverluste verzeichnet wurden. Mit einem Wochenplus von fast vier Prozent führte der ROTX-Index das Ranking an. Gestützt wurde diese Performance vor allem von den Aktien der Ersten Group Bank AG (EBS, 78 Lei) mit einem Wochenplus von 9,5 Prozent, aber auch von den Aktien der Banca Transilvania (TLV, 1,145 Lei), die 5 Prozent zulegten.

Die OMV-Tochter Petrom (SNP, 0,4 Lei) stützte den Energiewerte-Index BET-NG, der auf Wochensicht 1,4 Prozent zulegte und somit erneut die 600-Punkte-Marke knackte.
Eine psychologische Grenze überschritt auch ein anderer Index in der vergangenen Woche. Es handelt sich dabei um den Finanzwerte-Index BET-FI, der endlich die 23.000-Punkte-Marke knackte. Dies war der guten Performance der SIF-Investmentgesellschaften zu verdanken.

Schließlich näherte sich auch der allgemeine Index BET-C seiner psychologischen Marke von 5000 Punkten, ohne diese jedoch zu erreichen oder gar zu überschreiten. Sollte die an den europäischen Märkten die durch den EZB-Präsidenten eingehauchte Euphorie anhalten, werden auch in Bukarest wohl weitere psychologische Grenzen überschritten werden.

Aktie der Woche

Für eine große Überraschung sorgte in der vergangenen Woche der Ziegelhersteller Cemacon SA Zalău (CEON, 0,0226 Lei). Der Kurs der Aktien schoss im Wochenrückblick um 14,1 Prozent in die Höhe. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen 6,4 Millionen Euro um und schrieb Verluste in Höhe von 1,7 Millionen Euro. In diesem Jahr plant die Unternehmensführung mit einem Anstieg des Umsatzes auf 10,4 Millionen Euro und einer Rückkehr in die Gewinnzone (0,2 Millionen Euro). Allerdings steht das Unternehmen auf einem riesigen Schuldenberg von über 29,8 Millionen Euro.

Noch in der ersten Jahreshälfte ging es darum, einen Teil der Schulden in Aktien umzuwandeln und so die Erste-Tochter BCR als Aktionär zu gewinnen – BCR ist der größte Gläubige des Ziegelherstellers. Dennoch wird dem Unternehmen großes Potenzial bescheinigt. Aktionäre an Cemacon SA sind unter anderem die Börsenmaklerfirma Broker Cluj, der US-Fonds Artio und die Investmentgesellschaft SIF Muntenia.

Rasdaq

Anders als der Hauptmarkt BVB, verlief die vergangene Handelswoche für den Sekundärmarkt Rasdaq äußerst ruhig. Der durchschnittliche Tagesumsatz halbierte sich im Vergleich zur Vorwoche auf 0,08 Millionen Euro. Auch der Hauptindex zeigte kaum Grund zur Freude für die Anleger am freien Markt. Auf Wochensicht verlor der Rasdaq-C 1,37 Prozent und somit fast den gesamten Vorwochengewinn. Lediglich am letzten Handelstag der vergangenen Woche schien etwas mehr Leben in den Markt zu kommen, der Index erholte sich um 0,33 Prozent zum Vortag und der Umsatz verdreifachte sich, ebenfalls im Vergleich zum Vortag.

Devisen

Zwar bietet die Wochensicht das Bild einer sich abschwächenden Landeswährung im Verhältnis zum Euro, doch der Schein trügt. Der Euro holte Anfang vergangener Woche kräftig auf zum Leu, musste aber bis Ende der Handelswoche Federn lassen. So verlor der Leu gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung 0,33 Prozent auf Wochensicht. Ähnlich, wenn auch mit anderem Wochenergebnis, verhielt es sich mit dem US-Dollar. Auch dieser geriet im Verhältnis zum Leu in der zweiten Wochenhälfte unter Druck, rückblickend jedoch schnitt der rumänische Leu besser ab: er erholte sich zum Dollar um 0,55 Prozent.


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