Bukarester Börse: Guter Start ins neue Jahr, Bankaktion wieder im Aufwind

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 14. Januar 2014

Der erste Handelstag des neuen Jahres startete zurückhaltend Der Umsatz betrug am Freitag vorvergangener Woche nur umgerechnet 7,8 Millionen Euro. Die wichtigsten Indizes erfuhren eine leichte Kurskorrektur. Auch der Anfang der ersten vollen Handelswoche im neuen Jahr verlief wenig verheißungsvoll, obgleich die Erwartung eher positiv sein dürften. In diesem Jahr sollen die Energieversorger Hidroelectrica, Electrica, CE Oltenia über die Börse privatisiert werden, außerdem wird ein leichtes Wirtschaftswachstum erwartet. Doch diese Aspekte schienen in den ersten Tagen nicht viel zu bedeuten. Vielmehr zählten die Risiken, die der anhaltende politische Streit mit sich bringt und das Wahljahr. Bis Ende der Woche allerdings scheinen die Anleger diese Vorbehalte vergessen zu haben. Auf Wochensicht zogen die Indizes kräftig an. Der Hauptindex BET legte um 1,79 Prozent zu, während der Gesamtindex BET-C 1,95 Prozent zulegte.

Den höchsten Wochenzuwachs schaffte der ROTX-Index. Mit einem Plus von 457,18 Punkten (3,53 Prozent) stieg der Index auf über 13.000 Punkte. Diese Entwicklung war vor allem den Bankaktien zu verdanken. Alle vier an der Bukarester Wertpapierbörse BVB gehandelten Bankaktien profitierten anscheinend von der jüngsten Entscheidung der Notenbank, den Leitzins und die Mindestrücklagen zu senken. Die Entscheidung dürfte nach Aussagen von Notenbankchef Mugur Isarescu 500 Millionen Euro und vier Milliarden Lei bei den Banken freisetzen. Erklärtes Ziel dieser Maßnahme ist, die seit Jahren stockende Kreditvergabe wieder in Gang zu setzen. Bankaktien erlebten deshalb anscheinend ein Comeback. Die Gruppe wurde von der Ersten Group Bank AG (EBS, 127,5 Lei, ISIN AT0000652011) angeführt, die die Handelswoche mit einem Kursplus von 11 Prozent abschloss. Auch die zweitgrößte Handelsbank des Landes, Banca Româna de Dezvoltare (BRD, 9,26 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) konnte kräftig zulegen und kletterte so über die 9-Lei-Marke. Die drittgrößte börsennotierte Bank, Banca Transilvania (TLV, 1,685 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) steuert hingegen langsam aber sicher auf die 1,7-Lei-Marke. Am Freitag notierte sie knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 1,69 Lei. Den zweithöchsten Kursgewinn der Woche verzeichneten aber überraschenderweise die weniger gewichtigen Aktien der Banca Comerciala Carpatica (BCC, 0,0739 Lei, ISIN ROBACRACNOR6) mit einem Plus von 7,88 Prozent.

Insgesamt überwogen die Gewinner in der ersten Handelswoche: 47 von insgesamt 82 Emittenten schlossen die Woche mit Kursgewinnen ab. Darunter gab es spekulative Fälle wie die des Maschinenbauers Electroputere SA Craiova (EPT, 0,0435 Lei, ISIN ROELPUACNOR3), der 99 Prozent binnen einer Woche zulegte, das insolvente Textilunternehmen Siretul SA Pascani (SRT, 0,0108 Lei, ISIN ROSRTPACNOR2), mit einem Wochengewinn von 58,8 Prozent sowie des Chemiewerks Amonil SA (AMO, 0,0079 Lei, ISIN ROAMOIACNOR7) mit plus 51 Prozent – obwohl keines dieser Unternehmen Daten mitteilte, die eine solche Entwicklung stützen sollten. Nur 16 Emittenten wiesen in der ersten Handelswoche dieses Jahres Kursverluste aus.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt Rasdaq bewies erst am vergangenen Freitag wieder einmal, dass er höhere Umsätze aus eigener Kraft realisieren kann. Dafür war vermutlich eine Neubewertung der Aktien des Molkereibetriebs Albalact (ALBZ, 0,1626 Lei, ISIN ROALBZACNOR0) verantwortlich. Analysten der Erste Bank stuften die Aktien auf „buy“ auf und sagen ein Kursplus von 25 Prozent voraus. Allein der Handel mit diesen Aktien machte am Freitag fast ein Viertel des Tagesumsatzes von umgerechnet 0,15 Millionen Euro aus. Der Hauptindex Rasdaq-C legte in der ersten Handelswoche kräftig zu (plus 3,12 Prozent) und schloss jenseits der 1400-Punkte-Grenze.

Devisen

Der rumänische Leu startete arg gebeutelt ins neue Jahr. Der Euro jagte von einem Hoch zum nächsten. Auch die Entscheidung der Notenbank, Leitzins und Mindestrücklagen bei den Banken zu reduzieren, brachte vorerst keine Entspannung am Devisenmarkt. Der Leu rauschte im Laufe einer Woche um 1,25 Prozent runter zum Euro und schloss bei 4,5447 Lei für einen Euro am vergangenen Freitag. Dieser Kurs war dann für gestern gültig. Ähnlich entwickelte sich der US-Dollar zum Leu. Die amerikanische Währung legte 1,65 Prozent zu und kostete gestern 3,3432 Lei.

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