Bukarester Börse optimistisch vor Beginn der Berichtssaison

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 10. Februar 2015

Die Bukarester Wertpapierbörse startete recht optimistisch in den Februar. Mit Ausnahme des Energiewerte-Index, der im Minus schloss, konnten alle Indizes in der ersten Februarwoche Kursgewinne erzielen. Den höchsten Wochengewinn konnte wieder einmal der Finanzwerte-Index BET-FI einheimsen, mit einem Plus von 642,56 Punkten (2,15 Prozent), wobei der BET-FI sich jenseits der 30.000-Punkte-Marke positionierte. Um 1,24 Prozent legte der ROTX-Index zu und kletterte somit wieder über seine psychologische Marke von 13.000 Punkten. Die Markt-Indizes BET und BETPlus konnten nur jeweils 0,3 Prozent zulegen. Vor dem Hintergrund sehr niedriger Tagesumsätze – der Durchschnitt lag in der vergangenen Woche bei umgerechnet 5,5 Millionen Euro, legte die Marktkapitalisierung leicht zu: 1,8 Prozent in Lei, auf 130 Milliarden Lei, 1,94 Prozent war es in Euro (29,48 Milliarden Euro).

Zwar reichte der Wochengewinn von 0,9 Prozent nicht für die Krone der Wochengewinner aus, dennoch ist die jüngste Entwicklung des Fonds Proprietatea (FP, 0,842 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) ein genauerer Blick wert. Im Januar hatten die Aktien 7 Prozent nachgelassen, vor allem wegen der Kursverluste des Mineralölkonzerns OMV Petrom (SNP, 0,3695 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9), der eine wichtige Stellung im Portfolio des FP einnimmt. Der Kursverlust der FP-Aktien lockte Kleinanleger an, der Fonds zählte Anfang Februar etwa 200 Aktionäre mehr als einen Monat zuvor. Der Trend könnte anhalten, vor allem weil SNP-Aktien weiter im Preis fallen dürften.

Bankenwerte werden interessant

Die kurzfristige zukünftige Entwicklung der Börse hängt von der in dieser Woche beginnenden Berichtssaison ab. 33 von den 83 an der Hauptbörse gelisteten Unternehmen werden ihre vorläufigen Jahresberichte vorlegen. Vor allem der Bankensektor wird das Interesse der Anleger wecken. Banca Comercial² Român², die SocGén-Tochter BRD und die Banca Transilvania werden ihre Jahresberichte präsentieren.
Einen Vorgeschmack lieferte das Bauunternehmen Impact Developer & Contractor (IMP, 1,55 Lei, ISIN ROIMPCACNOR0). Das Unternehmen schaffte 2014 zum ersten Mal seit 2010 einen Gewinn, was die Aktien in der Vorwoche schon um 4 Prozent und in dieser Woche noch einmal um knapp ein Prozent steigen ließen. IMP-Aktien waren in der Vergangenheit durch die Aufkäufe des Inhabers aufgefallen, sie hatten den Preis in die Höhe getrieben.

Ein weiterer Gewinner der Woche waren die Aktien des Betonteile-Herstellers Prefab (PREH, 1,449 Lei, ISIN ROPREHACNOR7). Die Ankündigung, dass der Inhaber das operative Ruder übernehmen wolle, um das Unternehmen auf Effizienz zu trimmen, ließ die Aktien in der vergangenen Woche um fast fünf Prozent steigen. Der Umsatz des Unternehmens war in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres um 17 Prozent zurückgegangen.

Rasdaq

Wie gewonnen, so zerronnen könnte die Zusammenfassung des Geschehens am Sekundärmarkt in der ersten Februarwoche lauten. Hatte der Hauptindex Rasdaq-C in der letzten Januarwoche 0,57 Prozent zugelegt, so verlor der Index fast den gesamten Vorwochengewinn in der ersten Februarwoche. Sicher hatte auch der um 30 Prozent niedrigere Umsatz dazu beigetragen. Im Oktober dieses Jahres dürfte der Sekundärmarkt endgültig Geschichte werden, wenn er wie geplant aufgelöst wird. Nur wenige Rasdaq-gelistete Unternehmen haben sich bislang für eine Listung am Hauptmarkt BVB entschieden. Die meisten der etwa 900 dort gehandelten Unternehmen dürften sich vom Markt zurückziehen. Auswirkungen dieser Interesselosigkeit sind jetzt schon am Sekundärmarkt sichtbar.

Devisen

Zum zweiten Mal in Folge legte der rumänische Leu gegenüber Euro und US-Dollar kräftig zu. Um 0,6 Prozent stieg der Leu gegenüber dem Euro, nachdem die rumänische Währung in der Vorwoche schon 1,13 Prozent zugelegt hatte. Am vergangenen Montag kostete ein Euro daher 4,4143 Lei. Ähnliches widerfuhr auch dem US-Dollar. Dieser verlor 1,46 Prozent auf 3,8583 Lei. In der Vorwoche hatte der Verlust bei 2,05 Prozent gelegen. Die rumänische Notenbank hatte zur Stützung der schleppenden Kreditvergabe in Rumänien Anfang vergangener Woche den Leitzins von 2,5 auf 2,25 Prozent p.a. gesenkt.

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