Bukarester Nationaloper weiterhin ohne Leiter

Vizepremier Dîncu sprach mit Opernmitarbeitern

Donnerstag, 28. April 2016

Die Opernliebhaber in der Hauptstadt erwarten, dass sich der Streit in der Oper endlich beilegt und nicht noch weitere Vorstellungen ausfallen.
Foto: Agerpres

Bukarest (Mediafax/ADZ) – Vizepremierminister Vasile Dîncu begab sich am Dienstag in die Bukares-ter Oper, um die anhaltende „Krisensituation zu beheben“, die von den Unstimmigkeiten zwischen den Künstlern ausgegangen war. An dem Treffen hat sich auch die Balletttänzerin Alina Cojocaru beteiligt, obwohl diese, der dänische Ex-Ballettleiter Johan Kobborg und andere Kollegen seit Anfang dieser Woche Hausverbot haben. Laut einem internen Dokument sind ihre Arbeitsverträge abgelaufen. Kulturminister Vlad Alexandrescu hat in den letzten Wochen die Leitung der Oper viermal gewechselt: George Călin wurde durch Tiberiu Soare ersetzt, darauf folgte Vlad Conta. Schließlich wurde George Călin wieder ernannt, musste aber seines Amtes enthoben werden, da die Opernmitarbeiter heftig protestiert haben. Vizepremier Dîncu hörte sich mehrere Opernkünstler an und will zunächst veranlassen, dass die Kontrollgruppe des Premiers eine Untersuchung durchführt.

Kommentare zu diesem Artikel

3sat.de, 28.04 2016, 09:29
Die international bekannte Ballerina Alina Cojocaru darf die Rumänische Nationaloper
nach heftigen Streitereien mit Mitarbeitern des Hauses nur noch in Begleitung von Sicherheitspersonal betreten.
Dies gelte auch für ihren Verlobten Johan Kobborg und sieben weitere Personen,
hieß es in einem Schreiben der Oper, das der Nachrichtenagentur AP am 26. April 2016 vorlag.
Zu den Betroffenen gehören ein früherer Geschäftsführer und der ehemalige technische Direktor des Hauses in Bukarest.
Kobborg war als künstlerischer Leiter zurückgetreten,
weil er nach eigenen Angaben von der geschäftsführenden Leitung unter Druck gesetzt worden war.

Zuvor hatten Opernmitarbeiter öffentlich "Ausländer raus!" gerufen und kritisiert,
der dänische Tänzer und Choreograf bekomme zu viel Geld.
Seine Verlobte Cojocaru weigerte sich anschließend, im Ballett "Manon" aufzutreten
und sprach von einer Atmosphäre aus Angst und Einschüchterung.

Wegen des Konflikts sind bereits drei Aufführungen geplatzt.
Die Politik versucht seit Tagen, den Streit zu entschärfen.
Der stellvertretende Ministerpräsident Vasile Dancu traf sich am 26. April mit den Künstlern.

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