Bukarester Schillerhaus feiert 60. Geburtstag

ADZ-Gespräch mit der Leiterin des Kulturhauses, Mariana Duliu

Mittwoch, 24. Mai 2017

Mariana Duliu, Direktorin und „Seele“ des Schillerhauses.
Foto: George Dumitriu

Kaum ein Leser, dem das Schillerhaus kein Begriff ist – unzählige Artikel sind im Laufe der Zeit in der „Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien“ über Veranstaltungen zu verschiedensten Themen erschienen. Schwerpunkte waren die deutsche Gemeinschaft in Rumänien und ihr Kulturerbe, Gedenken und Vergangenheitsbewältigung und deutschsprachige Literatur. Darüber hinaus wurden Konferenzen zu vielen anderen Themen abgehalten, Kunst- und Fotoausstellungen –  auch rumänischer Autoren – präsentiert. Das Schillerhaus ist mehr als nur Kurs- und Veranstaltungsort. Eher ein Ort der Begegnung, an dem deutsche Sprache und Kultur den Rahmen bilden, eine Plattform für die Kommunikation mit der rumänischen Mehrheit, für den Dialog zwischen den Minderheiten, eine Bühne für interkulturellen Austausch und ein Treffpunkt für Menschen, die diese Interessen verbinden. Es wird gelernt, gelesen und diskutiert – und dabei oft über den eigenen Tellerrand hinausgeblickt. Ursprünglich vor allem Treffpunkt der Deutschen, ist es gelungen, den Wirkungskreis des Kulturhauses an die Anforderungen der Zeit anzupassen. Über diese nicht immer einfache Transformation spricht Schillerhaus-Direktorin Mariana Duliu mit Nina May.

Diese Woche, am 26. und 27. Mai, feiert das Schillerhaus sein 60. Jubiläum – eine lange Zeit für eine Einrichtung, die noch zur Zeit des Kommunismus entstanden ist. Was war ursprünglich das Motiv für seine Gründung?

Das Kulturhaus der deutschen Minderheit in Bukarest wurde am 1. Juni 1957 gegründet. Es funktionierte bis 1961, wurde dann kurzfristig geschlossen und 1969 auf Entscheidung des Bukarester Lokalrats wieder eröffnet, zeitgleich mit dem ungarischen Kulturhaus „Sándor Petöfi“. Zwischen 1957 und 1961 wurden im Kulturhaus „Friedrich Schiller“ Deutsch- und Englisch-Sprachkurse für Erwachsene und Kinder angeboten – die erste öffentliche staatliche Institution, die solche Kurse organisierte – mit ca. 9000 Teilnehmern pro Jahr. Außerdem fanden kulturelle Aktivitäten statt: Theater in deutscher Sprache; es gab viele Zirkel, zum Beispiel über Tourismus, wo sich junge Leute – ethnische Deutsche aus allen Landesteilen, die in Bukarest studierten – trafen. Bilder- und Fotoausstellungen wurden organisiert und alle Aktivitäten wurden in der Tageszeitung „Neuer Weg“ (heute ADZ) angekündigt.

Was waren die Highlights unter diesen Aktivitäten?

Mit Sicherheit das Kellertheater, das in den 1970ern gegründet wurde! Es gab eine Reihe von Aufführungen, organisiert mit Hilfe des Schauspielers Emmerich Schäffer vom Bulandra-Theater und unter der Regie von David Esrig. Auf einem Festival hat unsere Theatergruppe sogar einen Preis gewonnen! Dazu gehörte – damals als junger Student – der Schauspieler Oswald Gayer. Der Bildhauer Ingo Glass war ab 1969 Kulturreferent und organisierte im Keller Ausstellungen mit kleinen Skulpturen und Bildern im Avantgarde-Stil. Ein Blasorchester wurde gegründet, die Karpatenshow, es gab eine Jazz-Gruppe. Klassenweise kamen Schüler der deutschen Schule zu Weihnachts- und Faschingsfeiern ins Schillerhaus.

Wie hat sich dann die Wende ausgewirkt?

Nachdem das Schillerhaus eine Weile führungslos war und es kaum Aktivitäten gab, wurde im Dezember 1990 Marlies Binder-Şeitan Direktorin, die das Kulturhaus seit ihrer Studentenzeit frequentierte. Mit ihr kam auch ich damals ins Haus. Wir versuchten, zuerst das alte Bibliothekszimmer und das heutige Forumszimmer wieder herzurichten, die zu Rumpelkammern geworden waren. 1992 zogen dann das Bukarester Forum – mit Marlies Binder-Şeitan als stellvertretende Vorsitzende – und das Altreich-Forum hier ein. Marlies versuchte, die früheren Aktivitäten wiederzubeleben. Unterstützt wurden wir vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) Stuttgart, das uns 1991 Geräte sowie Bücher für unsere Bibliothek spendete. Es begann eine enge Zusammenarbeit, auch mit dem Goethe-Institut und der Deutschen Botschaft. Über die Lokalforen im ganzen Land hat uns ifa im Rahmen von Lesereisen Schriftsteller und Musikgruppen geschickt. Doch nachdem Rumänien der EU beigetreten ist, nahmen diese Projekte mit der Auflösung des ifa-Büros in Hermannstadt ein Ende. Auch der Astra-Club für Forumsmitglieder wurde Anfang der 90er gegründet: Man traf sich zum Handarbeiten – eine Dame aus der Botschaft hatte wunderschöne Wolle mitgebracht und die Frauen begannen zu häkeln, man spielte Schach oder hörte Musik. Karnevals-Feiern für Erwachsene wurden eingeführt, die sich hoher Teilnahme erfreuten und längst Tradition geworden sind. Wie auch die regelmäßigen Treffen der ehemaligen Deportierten im Januar, die sich jedoch seit zwei Jahren in Gedenk-Konferenzen mit Buchpräsentationen verwandelt haben, an denen nur noch Hinterbliebene und auch Rumänen teilnehmen.

Wann haben Sie die Leitung des Schillerhauses übernommen?

Das war nach dem November 1994, als Marlies aus Deutschland anrief. Sie war dort, um ihre Tochter zu besuchen. „Ich komme nicht zurück“, verkündete sie überraschend. Denn damals kursierte das Gerücht, dass alle mit RU-Nummer, also die die Emigration nach Deutschland genehmigt bekommen hatten, dieses Recht verlieren würden, wenn sie bis 1995 nicht ausreisten.

Wie war es um die deutsche Gemeinschaft in Bukarest nach der Wende bestellt?

In den 1990er Jahren lebten noch um die 4000 Deutsche in Bukarest und das Schillerhaus war immer ein wichtiger Treffpunkt für sie. Bis etwa 2000 gab es eine Vereinigung, wo sich die katholischen Mitglieder des deutschen Forums trafen. Sie hatten einen sehr beliebten Weihnachts- und Osterbasar, wo handgemachte Geschenkartikel und Süßigkeiten verkauft wurden. Leider finden diese Aktivitäten wegen des fortgeschrittenen Alters der Mitglieder seit sieben bis acht Jahren nicht mehr statt. Sie treffen sich nur noch zu Gottesdiensten. Und natürlich gibt es die evangelische deutsche Gemeinschaft, die sich in der evangelischen Kirche trifft. Die Kinder beider Gruppen, sofern sie nicht im Ausland leben, arbeiten hier in deutschen und österreichischen Firmen. Leider haben sie kaum Zeit, zu unseren Veranstaltungen zu kommen.

Wer gehört dann heute zum Publikum?

In den 90ern haben sich viele Kulturinstitute in Bukarest ein stabiles Publikum herangezogen – so auch wir! Es kommen Forumsmitglieder, aber auch zunehmend Rumänen, die Deutsch gelernt haben und an den Konferenzen und Themen, die wir bieten, interessiert sind. Dann gibt es ein Publikum aus dem deutschen Lyzeum sowie aus der deutschen Abteilung der Fakultät für Fremdsprachen an der Bukarester Uni, oder Studenten aus den zwei deutschen Sektionen des Polytechnikums und der Bukarester Wirtschaftsuniversität (ASE). Es hängt sehr von den Themen ab, wer kommt. Wenn die Veranstaltung auf Deutsch stattfindet, kommen viele Schüler. Früher haben auch Austauschlehrer aus Deutschland oft Aktivitäten bei uns organisiert: Als Herta Müller den Nobelpreis bekam, haben Schüler aus der 12. Klasse Referate über ihre Werke präsentiert. Auch die Hanns Seidel Stiftung hat fast jährlich Veranstaltungen für Jugendliche bei uns abgehalten.

Welche Art Veranstaltung liegt Ihnen persönlich sehr am Herzen?

Theater – das ist meine ganz große Schwäche! Man kann damit spielerisch und angenehm Deutsch lernen. 2006 bis 2007 hatten wir die Theatergruppe wieder eingeführt, unter der Leitung von Oswald Gayer. Er hielt einen Gratis-Kurs in Schauspiel ab – dann gab es drei öffentliche Aufführungen. Die erste zum 150. Geburtstag von Friedrich Schiller, unterstützt von der Deutschen Botschaft, mit Gedichten und kurzen Szenen aus Schillers Stücken. Die zweite war Schillers „Don Carlos“, auf Deutsch im Nottara-Theater aufgeführt – ein Riesenerfolg. Ein Jahr später, zum 50. Jubiläum des Schillerhauses, spielten sie dann die „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht im Französischen Kulturinstitut. Herr Gayer hatte Regie geführt, sich um Bühnenbild und Maske gekümmert, die Kostüme liehen wir von der Oper. Am Eingang begrüßten riesige Stoffpuppen die Besucher. Das interaktive Stück hatte großen Erfolg! Die Schüler applaudierten, als könnten sie gar nicht genug bekommen. Leider konnten wir die Theatergruppe danach nicht mehr finanzieren.

Und welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Ich würde diese Aktivitäten gerne wieder aufnehmen. Und hoffe, wir bekommen die Genehmigung der Behörde für Katastrophenschutz (ISU), den Keller wieder für Veranstaltungen zu nutzen. Doch dazu müsste die völlig veraltete elektrische Installation erneuert werden. Außerdem verlangt die ISU einen Sonderausgang und Toiletten im Keller. Vor langer Zeit hatte ich einen Antrag im Rathaus gestellt, um den Keller wieder in Betrieb nehmen zu können. Man könnte ihn auch als Clubraum nutzen, wo sich deutschsprachige Jugendliche treffen, vielleicht einen deutschen Stammtisch abhalten oder ein Kunststudent macht auf Deutsch einen kleinen Workshop. Man könnte auch die Spiele-Nachmittage wiederbeleben, die es früher gab: Eine Dame von der Deutschen Botschaft hatte sie eingeführt und uns einen Haufen Spiele hinterlassen. Mit ihrem Mann zusammen hatte sie eine Kerngruppe gebildet und auf Deutsch die Regeln erklärt. Ich habe selbst mitgespielt, die Spiele sind großartig! Man könnte einen Rhetorik-Kurs abhalten, das würde Oswald Gayer gerne tun. Mir liegt viel an interaktiven Veranstaltungen, denn seit 1990 gibt es ein zunehmendes Potenzial an Deutschsprechenden, sowohl aus unseren Kursen, als auch vom Goethe-Institut. Doch das alles hängt vom Keller ab!

Was bietet das Schillerhaus außer Kursen und Konferenzen noch?

1996 haben wir – mit persönlicher Unterstützung von Dr. Klaus Fabritius – das Orchester Karpatenshow neu gegründet. 1997-98 fanden dank des Departements für interethnische Beziehungen an der rumänischen Regierung (DRI) mehrere Tourneen statt, im Altreich und in Siebenbürgen. Das DRI half uns auch, eine CD mit deutscher Musik herauszugeben. Und natürlich unterhält die Karpatenshow bei all unseren Festen und am deutschen Nationalfeiertag.
Wir haben eine deutsche Bibliothek im Haus, die früher Teil der Bibliothek Sadoveanu war, doch dank der Unterstützung der Deutschen Botschaft gehört der Raum heute uns. Seit 2006 pflegen wir eine enge Kooperation mit dem Goethe-Institut. Wir haben Bücher und CDs für Kinder und Jugendliche – alle sind neu, das Ausleihen ist kostenlos. Auch Autoren kommen zu uns, Karin Gündisch zum Beispiel, die für Schüler gelesen hat. So etwas würden wir gerne öfter organisieren.

Welcher Personenkreis hat Interesse an Deutschkursen im Schillerhaus?

Seit 2001 haben wir ein Abkommen mit dem Goethe-Institut in Bukarest und dürfen mit unseren Deutschlehrern zweimal im Jahr Examen organisieren, die vom Goethe-Institut in Deutschland zertifiziert sind. Dies war sehr wichtig und hat die Zahl der Kursteilnehmer stark erhöht. Seit drei bis vier Jahren bieten wir auch spezielle Kinderkurse an, es gibt sogar ein Goethe-Zertifikat B1 für Kinder bis zu 14 Jahren. In den letzten Jahren hat sich die Nachfrage nach Kursen für Kinder verdoppelt, denn in Bukarest wurden viele deutsche Kindergärten gegründet, aber es gibt nur vier deutsche Schulen, um weiterzumachen. So gibt es Kinder, die schon mit sechs Jahren zu uns kommen, einen Test ablegen und dann in Gruppen eingeteilt werden, je nach Niveau von A1 bis B1. Was didaktische Materialien betrifft, arbeiten wir eng mit dem Goethe-Institut und deutschen Verlagen zusammen. Wir versuchen, stets moderne Lehrmittel zu erwerben. Dazu treffen wir uns jährlich mit allen Partnerinstitutionen im Land und diskutieren über neue Trends.

Warum finden im deutschen Kulturhaus viele Veranstaltungen in rumänischer Sprache statt?

Ich denke, es ist sehr wichtig, dass das rumänische Publikum die Werte der deutschen Kultur kennt.  Und hierfür ist es nötig, wie auch Klaus Fabritius immer wieder betont, dass in rumänischer Sprache vorgetragen wird, um ein breites Publikum zu erreichen. Ein Projekt, das Marlies Binder-[eitan und ich schon 1993 angeregt haben, ist der Konferenz-Zyklus über das deutsche Kulturerbe in Rumänien – wie die Veranstaltung über bemalte sächsische Möbel (ADZ, 24.6.2016: „Wenn sächsische Truhen erzählen“). Ein Glücksfall ist auch Aurora Fabritius, die viele Konferenzdebatten organisiert und das Publikum zu mobilisieren versteht.
Es kommt aber auch vor, dass zu Konferenzthemen von großem Interesse Vertreter der Deutschen Botschaft erscheinen, die dann nicht viel verstehen. Deshalb wäre es für uns sehr wichtig, eine Übersetzerkabine zu beschaffen.

Gibt es auch mit anderen Minderheiten eine Zusammenarbeit?

Wir hatten eine Fotoausstellung mit der jüdischen Gemeinschaft, es gab fast alle zwei Jahre eine Bilderausstellung und Chorkonzerte mit den Ukrainern, wir hatten Projekte mit den Ungarn und den Roma. Es gibt eine Zusammenarbeit mit dem DRI über Rodica Precupeţu. Egal für welche Minderheit, ich habe das Schillerhaus immer gerne zur Verfügung gestellt.

Und wie sieht die Beziehung zum europäischen deutschen Sprachraum aus?

Das Schillerhaus versteht sich als Zentrum zur Förderung der deutschen Kultur – sowohl der hiesigen, als auch der aus den deutschsprachigen Ländern. Wir hatten daher immer wieder Kooperationen, auch mit der österreichischen Botschaft oder dem Österreichischen Kulturforum – wie kürzlich die Ausstellung „Kalliope“ (ADZ, 11.4.2017: „Heldinnen ohne Denkmal“) – aber auch mit der Schweizer Botschaft.

In Bukarest gibt es ein breites kulturelles Angebot. Wie erreicht man vor diesem Hintergrund sein Publikum?

Seit zwei Jahren sind wir auf Facebook und Twitter vertreten. Vor allem Facebook ist für uns unverzichtbar geworden, was den Kontakt mit dem Publikum betrifft.

Mit welchen Problemen sehen Sie sich aktuell konfrontiert?

Neben den bereits genannten ist es vor allem die personelle Fluktuation. Derzeit gibt es keinen einzigen Kulturreferenten für Deutsch, der Pressemitteilungen erstellen, Texte redigieren oder Telefondienst machen könnte. Wir können nur wenig zahlen und wer gut Deutsch kann, findet attraktivere Angebote in der Wirtschaft.

Frau Duliu, vielen Dank für die interessanten Ausführungen.


Kommentare zu diesem Artikel

Sigrid, 02.06 2017, 11:24
Es wäre gut gewesen, wenn Frau Mariana Duliu als Direktorin des Schillerhauses sich vor diesem Interview informiert hätte – darüber, was es in den zwanzig Jahren „vor ihrer Zeit“ gegeben hat. Dann wären ihr solche Fehler nicht passiert:
Der bekannte Bildhauer Dr. Ingo Glass war nicht „ab 1969“ Kulturreferent, sondern ab 1976 bis 1978. Zwischen 1967 bis 1971 war Ingo Glass Konservator des Museums für Moderne und Zeitgenössische Kunst in Galați/Galatz. Im Jahr 1979 wanderte er mit seiner Familie nach Deutschland aus. Das und mehr kann man nachlesen auf seiner Wikipedia-Seite:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ingo_Glass und https://ro.wikipedia.org/wiki/Ingo_Glass

Auf Wikipedia stehen auch Informationen über seine vielseitige Tätigkeit im Bukarester Schiller-Kulturhaus:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturhaus_Friedrich_Schiller

Auf Wikipedia gibt es auch Informationen über das Friedrich Schiller Kulturhaus von 1969 bis 1989.
Da gab es z.B. einen Poesie-Club, in dem bekannte junge deutsche Schriftsteller Lesungen hatten (Rolf Bossert, Werner Söllner, Ilse Hehn, die Aktionsgruppe Banat mit Richard Wagner, William Totok, Johann Lippet, außerdem Uwe Erwin Engelmann, Frieder Schuller u.a.)
Übrigens fanden die vielen Kunst-Ausstellungen nicht, wie Frau Duliu behauptet, „im Keller“ statt, sondern in der Schillerhaus-Galerie – einem Raum im Parterre. Organisiert wurden diese Ausstellungen von Ingo Glass, dem Grafiker und damaligen Kulturreferenten Gert Fabritius und den Kunstkritikern Gerhard Eike Hügel und Claus Stephani.
Frau Duliu erwähnt in ihrem „Interview“ nichts von diesen und anderen wichtigen Aktivitäten. Sie weist aber auf einen Touristik-Kreis hin, den es zeitweilig gegeben hat, der aber bedeutungslos war. Auf andere komische Behauptungen (offizielle „Weihnachtsfeiern“ zur Zeit Ceaușescus!?) hat schon jemand anderes hingewiesen.
Schade, dass dieses Interview die ADZ-Leser so einseitig und unvollständig informiert hat.
Peter Manzatu, 30.05 2017, 12:09
Sehr interessant, was uns da Frau Direktor Mariana Duliu in ihrem Interview erzählt: „Klassenweise kamen Schüler der deutschen Schule zu Weihnachts- und Faschingsfeiern ins Schillerhaus.“
Also wurde im Kommunismus – mit Einvernehmen der staatlichen Schulleitung! – in Bukarest ganz offiziell Weihnachten gefeiert. Ja, man brachte sogar die Schüler „klassenweise“ zur „Weihnachtsfeier“ ins Schillerhaus.
Das ist doch postkommunistische Propaganda und Schönmalerei! Ihrem Aussehen nach (Foto: George Dumitriu) müssen Sie doch die „Goldene Ära“ („Epoca de aur“) des „Marele conducător“ und „Cel mai iubit fiu al poporului nostru“ miterlebt haben. Oder haben Sie, Frau Direktorin, von jenen Jahren damals nichts mitbekommen? Haben Sie vielleicht in einer anderen „Realität“ gelebt?

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*