Bukarester Wertpapierbörse enttäuscht erneut

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Mittwoch, 11. April 2012

Foto: sxc.hu

Die Börse enttäuschte in der Woche vor den katholischen Osterferien mit weiteren Kursverlusten. Der Markt ging um 1,67 Prozent zurück, die Marktkapitalisierung schrumpfte um 3,7 Prozent auf umgerechnet 19,5 Milliarden Euro. Der Wochenbeginn verhieß noch eine rege Handelswoche mit einem Tagesumsatz von umgerechnet 9,2 Millionen Euro – ein ordentlicher Wert, vor allem angesichts der darauf folgenden Handelstage. Diese brachten es nicht mehr auf über 4 Millionen Euro, sodass der durchschnittliche Tagesumsatz auf 4 Millionen Euro einbrach. In der Woche zuvor lag er noch bei über 14 Millionen Euro.


Indizes und Aktien

Am stärksten traf der erneute Rückschlag der Börse den Energiewerte-Index BET-NG, der auf Wochensicht 3 Prozent verlor. Zu dieser Entwicklung trugen vor allem die beiden Schwergewichte des Index bei Transelectrica (SNP, 15,28 Lei) und Petrom (SNP, 0,4043 Lei), die um 3,2 beziehungsweise 3,8 Prozent zurückgingen. Im Energiebereich konnte nur der Hafenbetreiber Oil Terminal SA (OIL, 0,168 Lei) ein positives Wochenergebnis vorweisen.
Einen höheren Wochenverlust musste auch der Finanzwerte-Index BET-FI einstecken: 2,9 Prozent Somit entfernte sich der Index stärker von der 25.000-Punkte-Marke. Hier schlossen sämtliche Index-Aktien im Minus. Vor allem die Investmentgesellschaften SIF belasteten den Index. Der Ausgleichsfonds Proprietatea (FP, 0,5795 Lei) verlor auf Wochensicht 2,4 Prozent, obwohl die Vollversammlungen – sowohl die ordentliche als auch die außerordentliche – durchaus positive Signale setzte. So wurde grundsätzlich die Listung des Fonds an der Warschauer Börse verabschiedet, was die Sichtbarkeit des Fonds erhöhen würde. Des Weiteren wurde die Überarbeitung der Entlohnung des Fondsmanagements vereinbart, als Anreiz zur Reduzierung des Abschlags, mit dem FP-Aktien derzeit gehandelt werden. Davon konnten die Aktien in der vergangenen Woche jedoch nicht profitieren.

Aktie der Woche

Den höchsten Wochengewinn bescherten die Aktien des Chemieunternehmens Carbochim Cluj-Napoca (CBC, 12,23 Lei) mit einem Plus von 51,8 Prozent. Am 24. April diesen Jahres soll die ordentliche Aktionärsversammlung stattfinden. Auf dem Spiel stehen dort Dividendenausschüttungen in Höhe von 0,31 Millionen Euro, 92,5 Prozent des Reingewinns des vergangenen Jahres. Das Unternehmen verbuchte im vergangenen Geschäftsjahr einen Reingewinn von 336.000 Euro, um 25 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Dafür legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent auf umgerechnet 6,9 Millionen Euro zu. Bei der besagten Vollversammlung soll auch ein neuer Verwaltungsrat gewählt werden. Electroarges, mit knapp 14,5 Prozent der größte Einzelaktionär des Chemiebetriebs, hat die Forderung nach einem neuen Verwaltungsrat auf die Tagesordnung gesetzt. Spekulationen über eine Aufstockung der Beteiligung machen die Runde, das verhalf den Aktien zum außergewöhnlichen Wochenzuwachs.

Rasdaq

Gegenüber der Vorwoche ging der durchschnittliche Tagesumsatz an der unregulierten Börse Rasdaq noch einmal um 12 Prozent zurück, auf umgerechnet knapp 139.000 Euro. Ein sehr niedriger Wert, auch angesichts der bisherigen Entwicklung. Dabei startete die Sekundärbörse mit einem Umsatz von knapp 0,45 Millionen Euro noch fulminant in die neue Handelswoche. Dafür aber waren wieder einmal Aktien des Ingenieursdienstleisters Prospectiuni (PRSN, 0,174 Lei) verantwortlich. Knapp ein Prozent der Aktien wechselten am Montag vergangener Woche ihren Besitzer und sorgten so für einen kräftigen Umsatzschub. Den Hauptindex kümmerte dies indes wenig, er verlor auf Wochensicht 1,5 Prozent.

Devisen

Auch in der vergangenen Handelswoche lastete noch kräftiger Druck auf die rumänische Nationalwährung. Zwar gab der Euro über die Woche ein wenig nach (0,18 Prozent), doch blieb er bei einem Stand von über 4,37 Lei. Der US-Dollar hingegen verteuerte sich erneut gegenüber dem Leu. Satte 2 Prozent legte die amerikanische Währung gegenüber dem rumänischen Leu zu und kostete am vergangenen Montag nur wenig unter 3,35 Lei.


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