Bukarester Wertpapierbörse: Schwache Umsätze, starke Banken

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 06. August 2013

Die Börse startete uneinheitlich in die neue Woche. Die einzelnen Indizes schlossen am ersten Handelstag unterschiedlich, die Performances reichten von 0,79 Prozent (Finanzwerte-Index) bis zu 0,25 (ROTX). Den extrem niedrigen Umsatz von knapp vier Millionen Euro teilten sich zu einem Großteil der Fonds Proprietatea (FP, 0,659 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5), die Erste Group Bank AG (EBS, 105,05 Lei, ISIN AT0000652011) sowie Sonderdeals mit Aktien der Transgaz (TGN, 188 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8), SIF Oltenia (SIF5, 1,46 Lei, ISIN ROSIFEACNOR4) und BRD (BRD, 7,945 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2). Der Folgetag brachte erste positive Impulse auch für die Bukarester Wertpapierbörse. Positive Signale hatten die amerikanische Börse und damit auch die europäischen Börsen entsprechend umgestimmt. Mit einiger Verzögerung machte sich diese Entspannung auch in Bukarest bemerkbar. Die Marktkapitalisierung stieg im Laufe der vergangenen Handelswoche von umgerechnet 22,9 auf 23,7 Milliarden Euro. Gegenüber der Vorwoche verdoppelte sich der durchschnittliche Tagesumsatz fast auf 6,9 Millionen Euro. Mit einem ähnlichen Umsatzwert schloss die Börse den Juli und somit einen eher apathischen Sommermonat.

In der zweiten Wochenhälfte folgte auch der rumänische Aktienmarkt dem Trend an den internationalen Märkten. Vor allem die Aussagen des EZB-Präsidenten bezüglich der Entspannung in Europa und die guten makroökonomischen Daten auch aus Übersee verhalfen den Indizes zu neuen Zuwächsen. An der amerikanischen Börse stiegen die Indizes auf historische Höchststände. In Bukarest zogen die Indizes im Laufe der Woche ebenfalls kräftig an. Der allgemeine Marktindex BET legte 2,4 Prozent auf 5511,03 Punkte zu, der Index der Aktien mit der höchsten Liquidität schloss mit einem Plus von 1,8 Prozent. Der Endstand betrug 2938,6 Punkte. Der Finanzwerte-Index BET-FI legte am wenigsten zu, er stieg um 29,73 Punkte oder 0,12 Prozent auf 24.228,68 Punkte. Mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent konnte der ROTX-Index erneut die 11.000-Punkte-Marke überwinden, er schloss bei 11.079,59 Punkten. Ach der Energiewerte-Index BET-NG konnte ein Plus von 0,98 Prozent vorweisen. Endstand der vergangenen Woche: 633,15 Punkte.

Hatte die Erste Group (EBS) zunächst unter dem Gewinnrückgang um 33 Prozent im ersten Halbjahr zu leiden, sorgte der Plus von 6,9 Prozent auf 105,05 Lei  für den höchsten Wochengewinn unter den Bankaktien. Zwar gingen die Zinserträge um 8,3 Prozent zurück, doch die rumänische Tochter konnte nach einer längeren Durststrecke wieder einen Gewinn ausweisen (knapp 127 Millionen Euro). Auch die übrigen Bankwerte profitierten von guten Halbjahresberichten. Mehrere Bankaktien notierten Ende der vergangenen Woche nahe an ihren 52-Wochen-Hochs. So geschehen ist es bei der Banca Comerciala Româna (BCC, 0,0546 Lei, ISIN ROBACRACNOR6), deren Aktien legten 3,6 Prozent zu. Bei der Banca Transilvania (TLV, 1,3 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) schlugen sich die guten Halbjahresergebnisse in einem Wochenplus von 3,5 Prozent auf 1,3 Lei je Aktie nieder, was dem Allzeithoch von 1,48 Lei sehr nahe kommt. Die SocGen-Tochter BRD (BRD, 7,945 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) konnte mit einem Gewinnsprung von 58 Prozent die Anleger überzeugen, der Kurs legte auf Wochensicht 4,5 Prozent zu.

Rasdaq

Den Sekundrämarkt Rasdaq kennzeichneten extrem niedrige Umsätze in der vorigen Woche. Gegenüber der Vorwoche fiel der durchschnittliche Tagesumsatz in Ermangelung jeglicher Sonderdeals um das  Sechsfache. Umgerechnet knapp 20.000 Euro wurden in der vorigen Woche jeden Tag am Sekundärmarkt umgesetzt. Damit dürfte ein neuer negativer Rekord aufgestellt worden sein. Am Mittwoch lag der Umsatz sogar bei etwas über 8000 Euro. Der Hauptindex Rasdaq-C  ließ sich von diesem Mangel an Interesse dann auch stark beeinflussen. Er verlor auf Wochensicht mehr als einen Prozent und schloss bei 1382,44 Punkten.

Devisen

Nach zwei recht guten Wochen scheint dem rumänischen Leu die Puste ausgegangen zu sein. Imagespiele der Regierung, die Alkohol und Luxusgüter stärker besteuern will, um eine Reduzierung der Mehrwertsteuer für Brot, Mehl und Backerzeugnisse um 15 Prozentpunkte decken zu können, setzten dem Leu in der vergangenen Woche zu. Gegenüber Euro und US-Dollar verlor die rumänische Währung jeweils mehr als ein Prozent (beim Dollar waren es sogar 1,6 Prozent). Damit kosteten beide Devisen Anfang dieser Woche wieder mehr als die psychologischen Grenzen von 4,4 Lei (Euro) und 3,35 Lei (US-Dollar). Gut möglich auch, dass die Notenbank dem Kurs in den vergangenen Wochen nachgeholfen hat, um beim Verkauf von Anleihen in Lei mehr kassieren zu können.

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