Bukarests Aktienmarkt im Minus, Berichtssaison ergibt gemischtes Bild zum ersten Quartal

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 24. Mai 2016

In der vergangenen Woche scheint das Interesse für Aktien nachgelassen zu haben. Nicht nur, dass der Gesamtumsatz mit 130,9 Millionen Lei (29,1 Millionen Euro) um 28,7 Prozent unter dem der Vorwoche lag. Auch die Indizes wiesen allesamt Kursrückgänge aus. Die lagen zwischen minus 1,3 Prozent beim ROTX und minus 1,6 Prozent beim BET-NG-Index. Die höchsten Umsätze wurden mit den üblichen Aktien erzielt. FP-Papiere (FP, 0,722 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) wurden in einem Volumen von 54,9 Millionen Lei gehandelt. In der Rangliste folgt Banca Transilvania (TLV, 2,75 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) mit einem Volumen von 24,24 Millionen Lei und Romgaz (SNG, 21,75 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) mit 19,5 Millionen Lei. Der hohe Umsatz zahlte sich aber nur für den Fonds Proprietatea aus, der Emittent war einer von 13, die in der vergangenen Woche Kurszuwächse feiern durften. Auf Wochensicht legten FP-Aktien 0,14 Prozent zu.

Gewinner und Verlierer der Woche

Den höchsten Kursgewinn erzielte der Hersteller von Anlagen für die Förderbranche Comelf (CMF, 2,2 Lei, ISIN ROCMBFACNOR6) mit einem Plus von 12,8 Prozent. Ein weiteres Unternehmen aus der Erdölbranche, Rompetrol Rafinare (RRC, 0,0422 Lei, ISIN ROPTRMACNOR5), schaffte das dritthöchste Wochenplus von 4,9 Prozent. Dazwischen stand noch der Betonfertigteile-Hersteller Prefabricate (PREH, 1,395 Lei, ISIN ROPREHACNOR7) mit plus 7,3 Prozent. Die größten Verlierer unter den 47 Emittenten mit Kursrückgängen in der vergangenen Woche waren das Chemiewerk Sinteza (STZ, 0,235 Lei, ISIN ROSTZOACNOR8) mit minus 12,6 Prozent, das Textilunternehmen Conted (CNTE, 40 Lei, ISIN ROCNTEACNOR9) mit einem Rückgang von 11,11 Prozent und das Pharmaunternehmen Zentiva (SCD, 1,69 Lei, ISIN ROSCDBACNOR8) mit einem Kursverlust von 10,1 Prozent.

Überraschung der Woche

Der Industrieanlagen-Hersteller Comelf war die große Überraschung der Woche. Der Kurs sprang auf Wochensicht um fast 13 Prozent aufgrund besonders guter Berichtdaten hinauf. Zwar ist der Umsatz im ersten Quartal leicht zurückgegangen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal (minus 4,45 Prozent), der Gewinn lag aber mit 2,13 Millionen Lei um 64 Prozent über dem des Vorjahresquartals. Was die Anleger aber entzückte war wohl die Auftragslage. Trotz anhaltend niedriger Erdölpreise sind die Auftragsbücher des Unternehmens so voll, dass bereits über die Hälfte der budgetierten Einkünfte gedeckt sind. Außerdem schaffte Comelf es, die Kosten um 4,2 Prozent zu senken, gegenüber dem Vorjahresquartal.

Was die Berichtssaison über Unternehmen aussagt

Die Quartalsberichte für das erste Quartal dieses Jahres geben ein gemischtes Bild über die rumänischen Unternehmen ab. Zwar können die meisten börsennotierten Unternehmen auf ein gutes Quartal zurückblicken, doch weniger als die Hälfte erlebte ein besseres erstes Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres. Die SIF-Investmentgesellschaften sowie der Fonds Proprietatea erleben gerade einen Rückgang der Werte ihrer Beteiligungen, was ihr Vermögen mindert. Bei den Energiewerten leiden Transgaz (TGN, 268 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) und Transelectrica (TEL, 29,15 Lei, ISIN ROTSELACNOR9) unter erhöhten Betriebskosten, während die Erzeuger Electrica (EL, 12 Lei, ISIN ROELECACNOR5) und Nuclearelectrica (SNN, 5,1 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) sich über höhere Erträge freuen konnten, bei rückläufigen Kosten. Unter den Banken profitiert die Banca Transilvania (TLV, 2,75 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) vom Rückgang der Risikorückstellungen. Interessant werden die kommenden Wochen im Vorfeld des Volksentscheids in Großbritannien über den Verbleib des Königreichs in der EU sein. Anleger horten, ausländischen Medien zufolge, Bargeld in Erwartung eines heißen Börsensommers. Vielleicht sehen wir bald höhere Einkäufe an der Bukarester Börse.

Devisen

Der rumänische Leu gab in der vergangenen Woche sowohl gegenüber dem Euro als auch gegenüber dem US-Dollar nach. Die amerikanische Währung konnte sogar die psychologische Marke von 4 Lei knacken und schloss am Freitagnachmittag bei einem Kurs von 4,0161 Lei – um 0,05 Lei höher als am Vorfreitag. Das entspricht einem Wochenplus von 1,33 Prozent. Der Euro verhielt sich nicht ganz so extrem. Hier reichte ein Plus von 0,009 Lei oder 0,2 Prozent, um die europäische Gemeinschaftswährung über die 4,5-Lei-Marke zu hieven. Am vergangenen Freitag wurde der Kurs für den gestrigen Montag bei 4,5063 Lei für einen Euro angesetzt.

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