Bukarests Aktienmarkt rafft sich auf, Parlament gründet Megafonds

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 12. Juni 2018

Die Bukarester Börse raffte sich in der ersten Juniwoche nach einem schwachen Mai wieder etwas auf. Die meisten Indizes legten in der vergangenen Woche wieder zu, allen voran der Energiewerte-Index BET-NG mit einem schon fast sagenhaften Plus von 4,9 Prozent. Damit schaffte es der Index, wieder jenseits der psychologischen Marke von 700 Punkten zu schließen. Der Markt selber kletterte um 2,1 Prozent und festigte so erst einmal die Position jenseits der 8000-Punkte-Marke. Der BETPlus zog nach mit einem Zuwachs von 1,9 Prozent. 2,45 Prozent mehr gab es in der vergangenen Woche für den ROTX-Index, der ebenso über seine psychologische Marke von 17.000 Punkten kletterte. Der Finanzwerte-Index hingegen taumelte und verlor auf Wochensicht 0,85 Prozent.

Der Markt im Rückblick

Die Marktkapitalisierung legte auf Wochensicht 2,8 Prozent zu, was darauf schließen lässt, dass die Handelswoche für viele Emittenten ebenfalls positiv verlaufen ist. Und tatsächlich, 42 Emittenten haben die Woche mit Kurszuwächsen abgeschlossen. 28 notierte Unternehmen verzeichneten Kursverluste – die höchsten, der Anlagenbauer Energopetrol (ENP, 0,55 Lei, ISIN ROENPCACNOR7) und der Maschinenbauer Uztel (UZT, 1,5 Lei, ISIN ROUZTEACNOR5) mit jeweils minus 14,7 Prozent. Gewinner der Woche waren vor allem der Pharmahersteller Biofarm (BIO, 0,388 Lei, ISIN ROBIOFACNOR9) mit einem Wochenplus von 17,6 Prozent. Das Bauunternehmen Condmag (COMI, 0,02 Lei, ISIN ROCOMIACNOR3), das Telekom-Unternehmen DIGI (DIGI, 33,3 Lei, ISIN NL0012294474) und der Anlagenhersteller Electroaparataj (EPJ, 0,14 Lei, ISIN ROELJBACNOR6) legten jeweils etwas mehr als 14 Prozent zu. DIGI hat eine Aktien-Rückkaufaktion angekündigt. 3,42 Millionen Aktien sollen in den nächsten 12 Monaten wieder in Unternehmensbesitz gelangen. Das entspricht 10 Prozent des Stammkapitals.

Für drei der wichtigsten Emittenten an der Bukarester Börse ist in der vergangenen Woche das Referenzdatum verstrichen, bis zu dem Aktionäre für die Dividendenauszahlung berücksichtigt wurden. Nuclearelectrica (SNN, 7,7 Lei), der Fonds Proprietatea (FP, 0,9 Lei) und Conpet (COTE, 98,1 Lei) verzeichneten Kursrückgänge von jeweils mehr als 6 Prozent (SNN, FP) beziehungsweise 1,9 Prozent. Die Rückgänge sind darauf zurückzuführen, dass diese Aktien nun weniger interessant sind hinsichtlich der zu erwartenden Dividenden. Wer nach dem Stichdatum Aktien dieser Emittenten erwirbt, wird keine Dividenden für 2017 ausbezahlt bekommen.

Transgaz muss bluten

Der Erdgasversorger Transgaz (TGN, 400 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) hat das Gerangel um seine Dividenden für 2017 beendet – zulasten des Unternehmens. Nachdem die Forderung des Großaktionärs, des Staates (mit 58,5 Prozent beteiligt), nach Auszahlung von mindestens 90 Prozent des Vorjahresgewinns bereits einmal zurückgewiesen wurde, musste sich die Unternehmensleitung geschlagen geben. Der Vorschlag einer Bruttodividende von 25,22 Lei je Aktie war zweimal durchgefallen. Transgaz wird also 45,38 Lei je Aktie als Dividende auszahlen. Die Aktie legte auf Wochensicht 8,1 Prozent zu. Transgaz hat im vorigen Jahr ein Umsatzminus von 4 Prozent verzeichnet und den Reingewinn um 1 Prozent auf 602,18 Mio. Lei erhöhen können.

Parlament beschließt Bündelung der Beteiligungen

Das rumänische Parlament hat in der vorigen Woche einen sogenannten Souveränitätsfonds ins Leben gerufen. Dieser dem norwegischen Staatsfonds nachempfundene Investitionsfonds soll die staatlichen Beteiligungen an 33, zum Teil börsennotierten Unternehmen bündeln. Geplant sei, dass der rund 9 Mrd. Lei schwere Fonds Investitionen in die Infrastruktur unternimmt. Kritiker befürchten, dass der Fonds intransparent zur Umgehung des geltenden Vergaberechts eingesetzt werde. Politisch ist das Projekt stark umstritten.

Devisen

Endlich konnte sich der rumänische Leu gegen eine der Leitwährungen in der vergangenen Woche durchsetzen. Der US-Dollar verlor gegenüber dem Leu 0,36 Prozent und entfernte sich somit wieder etwas von der 4-Lei-Marke. Der Euro hingegen kostete seine momentane Stärke an den internationalen Märkten auch gegenüber dem Leu etwas aus. Der Wertverlust der rumänischen Währung auf Wochensicht betrug 0,2 Prozent. So kostete der Euro gestern 4,6582 Lei, während ein US-Dollar bei 3,9589 Lei lag.

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