Bukarests Börse im Gleichschritt mit ausländischen Märkten

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 26. Januar 2016

In der dritten Handelswoche dieses Jahres atmete die Börse ein wenig auf. Vor dem Hintergrund niedrigerer Umsätze als noch in der Vorwoche (minus 34,6 Prozent), dafür aber einer kräftig steigenden Marktkapitalisierung (plus 5,1 Prozent), legten die meisten Indizes in der vergangene Woche zu. Der Marktindex BET stieg um 0,5 Prozent und konsolidierte seine Position über 6300 Punkte. Der BETPlus Index konnte sich nicht über die Marke von 950 Punkten retten, er schloss bei 944,44 Punkten. Mit einem Endstand von 27.419,23 Punkten konnte sich der BET-FI-Index in der vergangenen Woche noch gut behaupten, auch wenn die Woche mit einem Minus endete. Der ROTX-Index hingegen schaffte den Sprung über die 12.500-Punkte-Marke. Der BET-NG schließlich konnte noch das Unterschreiten der 550-Punkte-Marke vermeiden.

Der Verlauf

Zwar startete die Handelswoche mit weiteren Besorgnis erregenden Verlusten – sie lagen zwischen 5,6 (BET-NG) und 4,4 Prozent (ROTX) – doch dann erholte sich der Markt ein wenig. Am Folgetag machten die Indizes die Hälfte der Verluste vom Vortag wieder wett. Danach ging es erst einmal wieder abwärts, allerdings waren diesmal die Verluste halb so hoch wie die Gewinne vom Vortag. Die übrigen zwei Handelstage holten die Indizes kräftig nach, sodass die Wochenentwicklung für die meisten Indizes im grünen Bereich lag. Verluste schrieben nur der Finanzwerte-Index BET-FI (minus 0,22 Prozent) und der Energiewerte-Index BET-NG (minus 1 Prozent). Umsatzmäßig startete die Woche kräftig mit einem Tagesvolumen von umgerechnet 8,7 Millionen Euro, flaute aber daraufhin ab, sodass der Handel drei Tage lang um einen Durchschnitt von 5 Millionen Euro dümpelte. Erst am Freitag gab es wieder etwas mehr Interesse und das Handelsvolumen kletterte wieder über 7,7 Millionen Euro.

Die Aktien

Das war vor allem der Banca Transilvania (TLV, 2,32 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1), dem Fonds Proprietatea (FP, 0,737 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) und den wichtigsten Energieaktien (Electrica, Transgaz und Romgaz) zu verdanken. Mit TLV-Aktien wurden 7,15 Millionen Euro umgesetzt, mit FP-Papieren 4,6 Millionen Euro. Transgaz schaffte es auf ein Volumen von 3,16 Millionen Euro und einem Wochenplus von 1,16 Prozent – was nicht viele Energieaktien schafften. Transgaz (TGN, 260 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) profitierte von der Nachricht, dass die EU den Bau von Erdgas-Pipelines mit 179 Millionen Euro fördern wird. Andere Profiteure dieser Woche waren die Großbäckerei Boromir (SPCU, 0,158 Lei, ISIN ROSPCUACNOR2) mit einem Wochengewinn von 17 Prozent und der Elektromotoren-Hersteller Electroaparataj (ELJ, 0,1035 Lei, ISIN ROELJBACNOR6) mit einem Plus von 15 Prozent – beides Spekulationsaktien. Anders der Fonds Proprietatea, der in der vergangenen Woche mit einem Plus von 1,37 Prozent wieder etwas Boden gut machte, oder die Erste Bank (EBS, 118 Lei, ISIN AT0000652011), deren Aktien 3,96 Prozent zulegten. Und nicht zuletzt TLV-Aktien, die nach zwei verlustreichen Wochen wieder ins Plus drehten (plus 4,97 Prozent).

Der Ausblick

Bukarests Börse ist im Bann der ausländischen Märkte, wie die vergangene Woche gezeigt hat. Sie entwickelte sich im Gleichschritt mit DAX und Co., die die Woche freundlich geschlossen hatten. In dieser Woche werden neue Nachrichten aus Übersee erwartet. Ob der Schneesturm vom Wochenende an der Ostküste für Störungen im Handel sorgen, wie die Sitzung der US-Notenbank FED und wie die ersten Geschäftsberichte ausfallen werden – diese Ereignisse werden das Börsengeschehen weltweit beeinflussen. Auch das in Bukarest. Die Meinungen der Analysten sind geteilt, man darf gespannt bleiben.

Devisen

Der Devisenmarkt zeigte ein Bild mit verkehrten Vorzeichen, im Vergleich zur Vorwoche. War die europäische Gemeinschaftswährung um fast 0,2 Prozent gestiegen, so machte in der vergangenen Woche der Leu wieder Boden gut. Der Euro verbilligte sich um 0,0088 Lei, um ein Hundertstel Bani weniger als er sich in der Vorwoche verteuert hatte. Um genauer zu sein, kostete ein Euro gestern 4,5274 Lei. Der US-Dollar machte ebenfalls eine zur Vorwoche verkehrte Entwicklung durch. Nach einem Wertverlust von 0,18 Prozent, legte die amerikanische Währung in der vergangenen Woche wieder kräftig zu. Und zwar stieg er um 0,47 Prozent zum Leu. Bei einem Stand von 4,1770 Lei am gestrigen Montag nähert sich die amerikanische Währung der 4,2-Lei-Marke.

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