Bukarests Börse kann Abwärtsbewegung etwas ausbremsen

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 18. Juni 2013

Die Bukarester Wertpapierbörse BVB folgte dem Abwärtstrend der vergangenen Woche, doch konnte die Abwärtsbewegung gebremst werden. Der Umsatz stieg beachtlich im Vergleich zur Vorwoche. Das war vor allem dem Fonds Proprietatea (FP, 0,635 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) zu verdanken, der am vergangenen Freitag den Großteil des Umsatzes von umgerechnet 14,5 Mio. Euro deckte. Die Marktkapitalisierung ging leicht zurück, was wohl auf sinkende Aktienkurse hindeutete. Dreißig Emittenten wiesen Kursverluste auf, ebensoviele wiesen Kursgewinne auf, die allerdings hielten sich in Grenzen.

Von den Indizes konnte lediglich der Finanzwerte-Index BET-FI einen Wochengewinn vorweisen. Der Index legte 0,98 Prozent zu, vor allem dank der Aktien der Investmentgesellschaft SIF Moldova (SIF2, 1,259 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0). Sie kletterten um 4 Prozent, mehr als alle anderen BET-FI-Aktien. Dabei geht es bei SIF Moldova nicht vordergründig um die Wirtschaftsleistung, sondern um die Macht. Denn von den fünf SIF-Investmentgesellschaften wies SIF Transilvania (SIF3, 0,547 Lei, ISIN ROSIFCACNOR8) den höchsten Gewinn aus. Möglicherweise könnten SIF3-Aktien erst in dieser Woche von der guten Leistung des Emittenten profitieren. Besonders hart traf es in der vergangenen Woche den Energiewerte-Index BET-NG. Dieser in jüngster Vergangenheit ohnehin nicht vom Erfolg verwöhnte Index musst in der vergangenen Woche ein Minus von 2,7 Prozent hinnehmen, während andere Indizes mit unter einem Prozent im Minus schlossen. Bei einem Stand von 632,21 Punkten ist die 700-Punkte-Marke immer weiter entfernt.

Emittent der Woche

Auf Podest steigt in dieser Ausgabe der Flugzeugbauer Aerostar SA Bacau (ARS, 1,85 Lei, ISIN ROAEROACNOR5). Der Kurs schnellte in der vergangenen Woche um 19,4 Prozent in die Höhe auf ein 52-Wochen-Hoch von 1,85 Lei. Der Grund dafür liegt in einer Mitteilung des Wirtschaftsministeriums, der zufolge das Unternehmen an der Privatisierung der Konkurrenten Romaero (Bukarest), Avioane Craiova (Craiova) oder IAR Ghimbav (bei Kronstadt/Brasov) interessiert ist. Die drei Unternehmen werden am Sekundärmarkt Rasdaq gehandelt und werden demnächst zum Verkauf angeboten. Sie sind allein nach der Kapitalisierung sehr günstig zu haben: Romaero (RORX, 15 Lei, ISIN RORORXACNOR9) beläuft sich auf 21,2 Mio. Euro, IAR (IARV, 1,068 Lei, ISIN ROIARVACNOR1) auf 4,4 Mio. Euro und Avioane (AVIO, 3,2 Lei, ISIN ROAVIOACNOR8) auf 0,7 Mio. Euro. Allerdings sind alle drei Unternehmen in wirtschaftlich sehr schwierigen Situationen. Aerostar hingegen konnte im ersten Quartal dieses Jahres den Umsatz um sechs Prozent auf 11,7 Mio. Euro und den Gewinn um 35 Prozent steigern.

Rasdaq

Am Sekundärmarkt Rasdaq spielte sich in der vergangenen Woche das Ende des Krimis um den Speiseölhersteller Argus SA Constanta (UARG, 2,461 Lei, ISIN ROUARGACNOR7) ab. Die Aktien wurden am Freitag wieder zum Handel zugelassen, nachdem zugunsten des Großaktionärs SIF Oltenia (SIF5, 1,424 Lei, ISIN ROSIFEACNOR4) geurteilt wurde. Dieser kaufte am ersten Handelstag gleich 8,5 Mio. UARG-Aktien (20 Prozent) und konsolidierte so seine Position auf einen Anteil von 54 Prozent. Verlierer ist der andere Großaktionär, der Geschäftsmann Catalin Chelu, der mit unlauteren Methoden versucht hatte, die Kontrolle über das defizitäre Unternehmen zu übernehmen. Ein weiterer Verlierer sind die Aktien selber, die einen Kurssturz von 28,67 Prozent erlebten. Und schließlich gehören auch der Rasdaq-Markt und sein Hauptindex Rasdaq-C zu den „Verlierern“: Ersterer verzeichnete außer der Transaktion am Freitag eine eher umsatzschwache Handelswoche, Letzterer fiel im Wochenrückblick um 1,06 Prozent auf 1405,08 Punkte.

Devisen

Der rumänische Leu konnte wieder etwas Boden gut machen, im Vergleich zum Euro, nach der desaströsen Vorwoche, in der er fast 4,4 Prozent verlor und der Euro auf ein acht-Monats-Hoch kletterte. Vermutlich unterstützte die Nationalbank die rumänische Währung, die in der vergangenen Woche vom Verlust von 4,4 Prozent 2,07 Prozent wieder auffangen konnte. Um knapp zehn Bani (der Untereinheit des rumänischen Leu) fiel der Wechselkurs des Euro im Verhältnis zum Leu. Somit kostete ein Euro 4,459 Lei am vergangenen Montag. Im Verhältnis zum US-Dollar konnte der Leu sogar den Verlust der Vorwoche mehr als wettmachen. Nach einem Kursverlust von 2,23 Prozent in der Vorwoche, legte der Leu 2,7 Prozent zu in der vergangenen Woche. So kostete ein US-Dollar am Montag 3,3472 Lei.

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