Bukarests Börse steht im Zeichen der Dividendenrendite und gibt uneinheitliches Bild ab

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 28. März 2017

Bukarests Börse gab in der vergangenen Handelswoche ein uneinheitliches Bild ab. Die Indizes machten eher eine Seitwärtsbewegung durch, der Hauptindex BET legte auf Wochensicht nur 0,14 Prozent zu und schloss knapp unter der 8000-Punkte-Marke. Es war die erste Handelswoche für den BET mit 12 Emittenten: Conpet (COTE, 110,5 Lei, ISIN ROCOTEACNOR7) und MedLife (M, 28,6 Lei, ISIN ROMEDLACNOR6) gehören seit Montag vergangener Woche dazu. Ob sich dieser Umstand für die Emittenten gelohnt hat, bleibt abzuwarten. COTE-Aktien legten auf Wochensicht 13,4 Prozent zu, dies aber aus anderen Gründen. M-Aktien legten 1,7 Prozent zu. Der BETPlus-Index legte in der vergangenen Woche 0,08 Prozent zu. Den höchsten Wochengewinn strich der Energiewerte-Index BET-NG ein, mit einem Plus von 1,15 Prozent. Damit näherte sich dieser Index wieder etwas der 700-Punkte-Marke. Anders erging es dem Finanzwerte-Index BET-FI, der die vergangene Woche mit einem Verlust von 0,48 Prozent abschloss und somit unter die 32.000-Punkte-Marke fiel. Auch der ROTX-Index verzeichnete einen Kursverlust, von 0,08 Prozent.

Der Umsatz lag in der vergangenen Woche recht ordentlich bei einem Gesamtvolumen von 494,7 Millionen Lei (108,4 Millionen Euro), was einen Tagesdurchschnitt von 98,9 Millionen Lei oder 21,7 Millionen Euro ausmacht. Allerdings wurde die gute Performance vom Rückkaufangebot des Fonds Proprietatea (FP, 0,875 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) gestützt, der somit zum absoluten Umsatzkönig der Woche aufstieg. Der Umsatz mit FP-Aktien machte am vergangenen Dienstag 95 Prozent des Tagesumsatzes aus, auf Wochensicht brachte es der Fonds auf ein Volumen von 369,2 Millionen Lei (80,9 Millionen Euro). Für ein Volumen von 640 Millionen Aktien hatte der Emittent 6,1 Milliarden Verkaufsorder erhalten, somit war der Rückkauf zehnfach überzeichnet. Für den Kurs war der Verkaufsschub kein gutes Vorzeichen, die Aktien verloren 0,5 Prozent.

Banken mit großzügigen Dividendenrenditen

Auch Bankaktien erging es nicht so gut in der vergangenen Woche. Trotz großzügiger Renditevorschläge aus Dividenden und Gratisaktien verzeichnete die Banca Transilvania (TLV, 2,7 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) einen Kursverlust von 1,45 Prozent auf Wochensicht. Das dürfte vor allem auf die komplizierte Renditestruktur zurückzuführen sein, denn vom Vorjahresgewinn plant die Bank Dividenden von nur 0,06 Lei je Aktie auszuzahlen. Dafür soll das Stammkapital um 695 Millionen Lei durch neue Gratisaktien aufgestockt werden. Zudem sollen 25 Millionen eigener Altaktien zurückgekauft werden. Alles in allem, hat die Finanzzeitung (Ziarul Financiar) errechnet, ergibt eine Rendite von 21 Prozent.
Auch die rumänische Tochter der Groupe Société Générale (BRD, 12,2 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) plant satte Rendite auf den Vorjahresgewinn. Bei einem Stand von 0,73 Lei/Aktie ergibt dies eine Dividendenrendite von 6 Prozent. Im direkten Vergleich mit anderen Emittenten mögen BRD-Aktien zwar alt aussehen, doch diese Rendite ist doppelt so hoch wie die vom Vorjahr. Die Aktie schloss unverändert zur Vorwoche.

Wo wir schon beim Thema Dividenden sind: Transgaz (TGN, 374 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) überraschte den Markt mit der Ankündigung, 91,7 Prozent des Vorjahresgewinns in Höhe von knapp 595 Milliarden Lei (knapp 130,5 Millionen Euro) auszahlen zu wollen – mehr als die vom Staat geforderten mindestens 90 Prozent. Die vorgeschlagene Dividende liegt bei 27,4 Lei brutto, was einer Rendite von 12 Prozent auf den aktuellen Aktienkurs entspricht. Sollte der Vorschlag angenommen werden, dürfte Transgaz den Erdöltransporteur Conpet vom diesjährigen Dividendenthron der staatlichen börsennotierten Unternehmen stoßen. Die Rendite von Conpet-Aktien liegt aktuell bei über 7,4 Prozent. Doch Nachzahlungen aus früheren Jahren könnten die Jahresrendite im laufenden Jahr auf 15 Prozent erhöhen.

Devisen

Nach mehreren Wochen des stetigen Drucks auf den Leu konnte sich die rumänische Währung anscheinend aufrappeln. Der Leu holte in der vergangenen Woche gegenüber Euro und US-Dollar leicht auf. Hohe Sprünge waren allerdings nicht zu erwarten, gegenüber der europäischen Einheitswährung legte der Leu auf Wochensicht 0,22 Prozent zu. Am gestrigen Montag kostete ein Euro daher 4,5552 Lei. Zum US-Dollar konnte der Leu sogar 0,58 Prozent auf Wochensicht gutmachen. Dadurch wurde die amerikanische Währung stärker in Richtung 4,2-Lei-Marke gedrückt. Gestern lag der US-Dollar bei einem Stand von 4,2149 Lei.

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