Burzenländer Fasching

Gedanken einer Heimkehrerin

Freitag, 10. März 2017

Beim Burzenländer Fasching in Petersberg waren auch viele Kronstädter Gäste anwesend.
Foto: Christa Siegmund

Dass Jahre im Flug vergehen, das weiß doch ein jeder. Dass das Vergehen der Jahre Änderungen und Neuigkeiten bringt, auch das weiß ein jeder. Und doch – es bleibt immer was „Altes“, etwas, was immer da war. Nach einigen Jahren im Ausland habe ich wieder den Burzenländer Fasching in Petersberg besucht. Ich war voller Erwartung. Was ist noch vom dem, was einmal war, was ist neu, was ist anders? Und auch wenn die heutige strahlende Frühlingssonne mich vernarrt hat, mich zu verspäten, auch wenn ich den Aufmarsch und die Maskenprämierung versäumt habe, so habe ich doch soo Vieles  erleben dürfen!

Wiedergefunden das nun schon „stabile“ Programm, mit Petersberger Blaskapelle - mit weißeren Haaren und neuen Gesichtern, doch immer noch mit Schwung und Liebe zur Blasmusik; mit herzlichem „Willkommen“-Händedruck seitens Pfarrerehepaar – immer noch genau so jung und mit allbekannter Freundlichkeit; der alte Festsaal mit Erinnerungen nicht nur an die längst vergangenen Zeiten unserer Vorfahren, sondern auch an die turbulenten 90er Jahre; Petersberger Gastfreundschaft – ach, habe ich die vermisst, denn auch andere sind freundlich, doch die Petersberger öffnen nicht nur die Küche mit Wohlriechendem und -schmeckendem, sondern auch die Herzen und lassen dich teil an ihrer Lebensfreude und ihrem Fleiß haben; die Burzenländer Wappen schmücken noch immer den Saal, doch bunte Ballons,  Papierschnecken und frische Blümchen auf den Tischen zeugen davon, dass nicht nur ans Gewesene gedacht wird, sondern jetzt und heute gelebt wird.

Neuigkeiten? Aber freilich! Es stehen viel weniger Tische im Saal, anwesend sind keine „Persönlichkeiten“ –  macht nichts, man fühlt sich auch im engerem Kreise wunderbar, wenn die treffenden Menschen rundherum sind; die Tanzfläche ist nun größer – umso besser, Tänzer können weitere Kreise drehen und doch zusammen bleiben; der Haupteingang liegt nun auf der anderen Seite,  auf der „richtigen“ – und man kann voraussehen, dass es nicht mehr lange dauern wird, und der Saal wird wieder so majestätisch aussehen wie damals, als er errichtet wurde. Und die Jugend? Die einstigen „Kinderchen“ haben ihren Weg im Leben gefunden, sie blühen auf, sie leben anders als wir „damals“ und man kann sich nur freuen und beten, sie mögen immer nur das „bessere“ Leben kennen.

Und dann die Überraschung! Ich darf eine fünf Monate alte Petersberger „Prinzessin“ auf dem Schoß halten! Ungewollt denke ich an die Aussage eines „Ausgewanderten“, der Ende der 90er Jahre behauptet hatte: „Mit den Siebenbürger Sachsen geht es schön langsam zu Ende“ und damals wollte ich es nicht wahrhaben – es geht weiter, anders, wie die Zeiten es gebracht haben, aber wir wollen, es soll weiter gehen! Und mit den Jahren musste ich immer wieder daran denken, der Neudeutsche hatte wahrscheinlich doch Recht. Doch als ich die Kleine im Schoß hatte, wurde mir bewusst, es geht doch weiter, anders, als es war, anders als wir gedacht, geträumt haben, doch die ersehnte Zukunft gibt es!
Auf der Bühne hängt der gutbekannte Wandbehang „Siebenbürgen, süße Heimat“ – und das bleibt! (Auch wenn die Wappen darunter nur noch Symbole sind).  


Anna Sylvester


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