Bus-Tragödie: Staatstrauer und viele Fragezeichen

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Donnerstag, 27. Juni 2013

Unter Aufsicht von mehr als zwei Dutzend Elite-Ärzten sind die 47 Opfer des Busunglücks in Montenegro am späten Dienstagabend an Bord dreier Transportmaschinen der rumänischen Luftwaffe in die Heimat eingeflogen worden. Für die insgesamt 18 Toten der Bus-Tragödie ließ die Regierung auf dem Rollfeld des Luftstützpunkts 90 bei Otopeni eine Trauerfeier veranstalten. Foto: Agerpres

Bukarest (ADZ) - Per Luftbrücke sind die Opfer des in Montenegro verunglückten rumänischen Reisebusses am Dienstag in die Heimat eingeflogen worden – die 29 teils Schwerverletzten wurden in vier Bukarester Krankenhäuser transportiert, die 18 Leichname indes ins gerichtsmedizinische Institut überführt. Für letztere ließ die Regierung am Rollfeld eine Trauerfeier veranstalten, an der sich Premier Ponta und mehrere Minister beteiligten. Für Mittwoch hatte die Regierung Staatstrauer angeordnet.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt derweil wegen fahrlässiger Tötung, da die nach und nach bekannt werdenden Details über die beiden Organisatoren der Unglücksreise etliche Fragezeichen in puncto Gewährleistung der Sicherheit der Reisegäste aufwerfen: So soll die Lizenz des Reiseveranstalters Mareea Travel laut Nationaler Tourismusbehörde abgelaufen sein, was ersterer jedoch bestreitet. Am Steuer des Unglücksbusses saß zudem offenbar kein Profi-Fahrer, sondern ein beurlaubter Polizist, der nebenberuflich als Fahrer tätig war und den sich das Busunternehmen Gregory Tour von einer anderen Transportfirma „ausgeliehen“ hatte. Die Bukarester Polizei verlautete, der 45-Jährige habe sich für diesen Zeitraum beurlauben lassen, allerdings keine Meldung über eine Auslandsreise erstattet, wie es die geltenden Regelungen vorsehen. Premier Ponta ordnete diesbezüglich eine Untersuchung an.

Kommentare zu diesem Artikel

Hanns, 27.06 2013, 13:35
@Gerd - die Bereicherungen auf Kosten des Volkes haben unter der jetzigen Regierung deutlich zugenommen! Aber jetzt gibt es niemanden, der sagt "Ponta muss weg". Im Gegenteil, wie man der Umfrage in einem anderen Artikel entnehmen kann, vertrauen mehr als 40% der Rumänen diesem Gauner.
Gerd, 27.06 2013, 12:17
Lernen? Diese Herrschaften sind unfähig zu lernen-sie sind nur perfekt darin sich immer mehr auf Kosten des Volkes zu bereichern.
Hanns, 27.06 2013, 11:49
Es ist traurig für die Betroffenen, aber es ist eine Tragödie, die sich aufgrund der unsäglichen Schlamperei in Rumänien täglich wiederholen kann. Hoffentlich lernen die Verantwortlichen aus all diesen Fehlern - sonst war die Staatstrauer umsonst. Oder war es doch nur eine Inszenierung für die unfähigen Politiker?

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