Busse für den Aufwärtstrend

Auch Bahnen bleiben im Angebot

Mittwoch, 13. Juli 2016

Temeswarer Straßenbahnen wurden in Arad saniert.

Das Arader Reisewaggonbauunternehmen Astra Vagoane Călători beabsichtigt, mit neuen Produktionslinien den Umsatz zu steigern, „Wir haben zwei neue Produktionslinien ins Leben gerufen, nachdem ich vor kurzem in Frankreich mit einem großen Hersteller von Komponenten einen Vertrag unterzeichnet habe“, sagte der Hauptaktionär des Arader Unternehmens, Valer Blidar. In Zusammenarbeit mit den Franzosen will Astra Vagoane Elektrobusse und Trolleybusse herstellen.

Die Produktionskapazität der neuen Linien soll sich auf die Herstellung von je einem Autobus bzw. Trolleybus in zehn Arbeitstagen belaufen. „Wir werden an Ausschreibungen  im In- und Ausland teilnehmen. Fest steht schon jetzt, dass wir Trolleybusse nach Klausenburg liefern werden“, sagte Blidar. Der Unternehmer wies darauf hin dass die Geschäftszahlen im ersten Halbjahr 2016 zugelegt haben und bis Ende des Jahres doppelt so hoch als im Vorjahr sein werden. Gerade mit den kostengünstigeren Bussen hofft Blidar aus dem Tief herauszukommen. Im vergangenen Jahr sind bei Astra Vagoane sowohl Umsatz, wie auch Reingewinn stark zurückgegangen.

Mit modernen Straßenbahnen beabsichtigte der Hauptaktionär des Unternehmens, Valer Blidar, richtig Geld zu verdienen. Obwohl das Unternehmen mit hochwertigen Niederflur-Straßenbahnen der Marke Imperio aufwartete, standen die Arader Waggonbauer in den letzten Jahren vor Absatzfragen. Zwar haben auf dem Inlandsmarkt die veralteten Fuhrparks der Stadtwerke reichlich neue Fahrzeuge notwendig, doch diese sind für das finanzielle Potenzial der Städte viel zu teuer. Auf ausländischen Märkten wird das Unternehmen mit anderen Hürden konfrontiert. Potenzielle Käufer erwarten nämlich, dass im Pflichtenheft auch verzeichnet wird, dass ein Unternehmen bereits Bahnen an andere Abnehmer geliefert hat und diese dort im Stadtverkehr eingesetzt sind. Nicht zuletzt um dieses Kriterium zu erfüllen, hatte das Unternehmen sechs Straßenbahnen zum Herstellerpreis an die Stadt Arad geliefert. Dazu kamen Aufträge aus Temeswar, um stufenweise alte Straßenbahnen zu sanieren. Bislang waren es gerade mal zwei Fahrzeuge, weitere sollen 2016 und 2017 hinzukommen. In den nächsten Jahren will die Stadt den Fuhrpark des Temeswarer Nahverkehrsbetriebs RATT auch mit neuen Straßenbahnen versehen, sagte vor Kurzem Bürgermeister Nicolae Robu.

Durch die neuen Produktionslinien für Elektrobusse und Trolleybusse möchte Blidar das wirtschaftliche Tief aus dem vergangenen Jahr auffangen. Wie Mediafax berichtet, ist im vergangenen Jahr der Umsatz bei Astra Vagoane Călători auf 96 Millionen Lei zurückgegangen. 2014 waren es noch 290 Millionen Lei.

Kommentare zu diesem Artikel

johann, 19.07 2016, 00:35
Schonend ausgedrueckt , muss ich die Firma mit einer " Uebungsfirma " vergleichen. Nur , dass in diesem Fall alles echt ist, und die dilettantische Unternehmensfuehrung den Fortbestand desTraditionsunternehmens gefaehrdet und die Arbeit nicht besser bezahlt werden kann. Der Zwillingsbruder vis avis macht es ihnen vor. Das Humankapital ist eines der Probleme. Die Zeiten in denen es noch genug gute Ing. und Facharbeiter gab sind vorbei. Um jeden wird international gerungen.Eine strategische realistische, verwirlichbare Ausrichtung gibt es nicht. Die Idee mit den Busse ist eine Feuerloschuebung. . Schlage vor : sich in einer Marktnische ( Generalreparaturen, Kauf einer Baulizenz von bewaehrten alten deutschen, oesterr. tschechischen Modelle - Einstieg in das Retrogeschaeft etc ) , zB. TATRA. Parallel muss man beginnen selbst auszubilden. Siehe Zwillingsbruder. Die IMPERIO passt ins Arader Stadtbild wie die Faust aufs Auge, es sei denn, man ist ein Freund von nicht gelungenen Antithesen. Der Reinfall war voraussehbar. Wenn man sich Referenzen kuenstlich schaffen muss, um bei Ausschreibungen mitmachen zu koennen, dann ist man arm dran.
Tourist, 17.07 2016, 23:01
wenn sie es schaffen konkurrenzfähige Tramway-Garnituren für den Weltmarkt zu produzieren, dann kann sich nur freuen, sollte das gelingen. Gute Ingenieure gibt es ja hier genug, sie müssen nur die Chance bekommen, auch mit den notwendigen Mitteln arbeiten zu können. Gute Facharbeiter gibt es auch, Schweißer, Monteure, etc. Und unser Lohnniveau ist auch mehr als konkurrenzfähig. Den alten Schrott brauchen sie aber nicht mehr produzieren, den braucht kein Mensch mehr. Aber für eine modere Produktion braucht es eben auch Kapital, viel Kapital.

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*